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POLITIK

Coronavirus 3: Landesregierung, Behörden und Gesundheitseinrichtungen vorbereitet

25.02.2020
LH Kaiser: Oberstes Ziel aller Maßnahmen gegen Corona-Virus ist Verhinderung einer Pandemie – LHStv.in Prettner: Besonnene, laufend abgestimmte Vorgangsweise auf allen Ebenen über Grenzen hinweg – LR Gruber: Kärnten ist für alle Fälle gerüstet


Klagenfurt (LPD). Selbstverständlich beschäftigten sich die Regierungsmitglieder des Landes heute, Dienstag, in ihrer Sitzung intensiv mit dem Thema Coronavirus und den damit verbundenen notwendigen Maßnahmen sowie weiteren Vorgehensweisen. Landeshauptmann Peter Kaiser informierte in Folge dessen mit Gesundheitsreferentin LHStv.in. Beate Prettner und LR Martin Gruber die Medien in der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung, an der auch Heimo Wallenko von der Landessanitätsdirektion als Auskunftsperson teilgenommen hatte, um alle Regierungsmitglieder am gleichen Informationsstand zu halten.

Für Kaiser ist klar: „Wir begegnen der Ausbreitung des Coronavirus in aller Ruhe, aber auch in aller Ernsthaftigkeit und setzen abgestimmt auf allen Ebenen und über die Grenzen hinaus bis zur Weltgesundheitsorganisation Maßnahmen, um zu verhindern, dass sich das Coronavirus festsetzt und, wie die Grippe, dann nicht mehr ausrottbar wird.“ Das bedeute laut Kaiser, das Virus dort einzudämmen und zusammenzuhalten, wo es auftaucht. „Diese Maßnahmen können als übertrieben angesehen werden, aber wir schießen nicht über das Ziel, sondern gehen abgestimmt und systematisch vor, um eine Ausbreitung zu verhindern“, so Kaiser weiter. Täglich würden sich Experten im Land treffen, damit die Kommunikation in alle Richtungen fließe, täglich würden Telefonkonferenzen mit Friaul abgehalten, die in einer Sondersituation intensiviert werden könnten, täglich sei Kärnten auch mit dem Bund und den entsprechenden Ministerien in Kontakt. „Und Kärnten sorgt auch für notwendige Kapazitäten im Fall der Fälle, die über den Spitalsbereich hinausgehen. Diesbezüglich haben wir ebenso Kontakt mit dem Bund aufgenommen“, verwies Kaiser. „Wir tun alles, um eine Epidemierung ohne Angst, mit Hausverstand und Vernunft zu verhindern“, fasste der Landeshauptmann zusammen.

Auch LR Gruber betonte, dass „Kärnten bestens gerüstet ist“. So gebe es laufend Informationen aus erster Hand, sei es vom Bund durch Bundeskanzler Sebastian Kurz oder Innenminister Karl Nehammer. „Auch mit der ÖBB sind wir laufend in Abstimmungen, um Maßnahmen setzen zu können, falls nötig“, sagte Gruber. Die ÖBB haben, nicht zuletzt aufgrund der Situation am Brenner, in enger Abstimmung mit dem BMI eine eigene Task force eingesetzt, um im Ernstfall unverzüglich die nötigen Schritte beim grenzüberschreitenden Bahn- und Busverkehr setzen zu können. „Die Verkehrsunternehmen sind mittlerweile europaweit im Austausch, um ein engmaschiges Frühwarnsystem zu gewährleisten“, so Gruber. „Genauso rasch wie der Zug am Wochenende aufgrund eines Verdachtsfalls am Brenner gestoppt wurde, genauso rasch könnte und würde der öffentliche Verkehr zwischen Kärnten und Friaul bzw. Venetien unterbrochen werden.“ Für Unternehmen, die aufgrund bestehender Aufträge in italienischen Gebieten Auskünfte zur weiteren Vorgehensweise benötigen, sei von der Wirtschaftskammer eine eigene Hotline eingerichtet worden.

Gesundheitsreferentin Prettner berichtete, dass täglich Abstimmungsgespräche stattfinden würden, so sei aktuell ein Treffen mit allen im Kärntner Gesundheitswesen relevanten Institutionen – von Ärztekammer über ÖGK bis Apothekerkammer, Rotes Kreuz etc. – im Gange. „Es wurden und werden laufend alle notwendigen Vorkehrungen eingeleitet und Maßnahmen umgesetzt, mit dem Ziel das neue Virus im Ernstfall relativ schnell in den Griff zu bekommen und eine neue Pandemie zu verhindern“, versicherte Prettner.

Nach heutigem Stand seien weltweit rund 78.000 Menschen Virusträger, die Sterblichkeit, die aktuell nur bereits vorbelastete Menschen betreffen würde, liege bei zwei bis drei Prozent. „Wir haben viele neue Erfahrungen von auch sehr leichten Krankheitsverläufen.“ In Kärnten habe es 19 Verdachtsfälle gegeben, von denen keiner bestätigt worden sei. Ebenso sei in Friaul Julisch-Venetien kein einziger Fall bestätigt.

Alle Entscheidungen zum Kampf gegen das Virus seien auf Grundlage einer seriösen Risikobewertung zu treffen. „Es muss verhältnismäßig und abgestimmt gehandelt werden, wir sind daher im laufenden Austausch mit den Verantwortlichen in Wien. Denn auch ein reibungsloser Kommunikationsfluss ist ein wichtiger Faktor“, informierte die Gesundheitsreferentin. Für den Notfall seien in fünf Kärntner Krankenhäusern 30 Isolierbetten eingerichtet worden, auch größere Räume seien bereits in Absprache mit dem Bund sichergestellt.

„Venedig ist seitens des Bundes nicht als Risikogebiet qualifiziert, aktuell sind es die derzeit partiell abgeschirmten Orte in Norditalien“, so Prettner. Grundsätzlich sei die allerbeste Vorsorge, regelmäßiges Händewaschen. „Das verhindert Ansteckung ähnlich wie bei grippalen Infekten“, so die Gesundheitsreferentin. Bei einem Verdacht soll der erste Kontakt immer telefonisch passieren, sagte Prettner und machte nochmals auf drei Nummern aufmerksam, wo kompetente Auskünfte rund um die Uhr kostenlos zu erhalten sind: AGES-Infoline Coronavirus 0800 555 621, die internationale Nummer 112 und die Gesundheitshotline 1450. Informationen gibt es auch unter www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus. Alle weiteren Berichte und ein Informationsblatt mit Verhaltensregeln für Einreisende aus Risikogebieten gibt es unter www.katinfo.ktn.gv.at. Der Landespressedienst berichtet außerdem regelmäßig unter www.ktn.gv.at.

(I N F O: Die Medien werden ersucht, Anfragen an die Landessanitätsdirektion ausschließlich über den Landespressedienst abt1.lpd@ktn.gv.at zu stellen. LPD-Leiter Gerd Kurath ist unter 0664 80536 10201 für Fragen erreichbar.)


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, LHStv.in Prettner, LR Gruber
Redaktion: Robitsch/Sternig