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Kärntens erstes inklusive Kleinunternehmen „Bistro-Flitzer“ expandiert

04.03.2020
LHStv.in Beate Prettner: Menschen mit Behinderung haben den „Bistro-Flitzer“ höchst erfolgreich zum „Flitzen“ gebracht - Nun wurde vom Verwaltungsgebäude in das Regierungsgebäude expandiert - Mitarbeiterzahl wird fast verdoppelt


Klagenfurt (LPD). Als Kärntens erstes inklusive Kleinunternehmen Mitte Jänner 2019 an den Start ging, war das ein Quantensprung für Menschen mit Behinderung: „Wir haben damit im Bereich der Inklusion Geschichte geschrieben. Bis zu diesem Zeitpunkt hat es kaum Möglichkeiten für beeinträchtigte Menschen gegeben, für ihre Arbeit Lohn zu erhalten und sozialversichert zu sein. Weil Menschen mit Behinderung gemeinhin als erwerbsunfähig gelten, gab es stattdessen Taschengeld und sie waren nur mitversichert“, erklärte heute, Mittwoch, Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner.

Mit dem vom Land Kärnten gemeinsam mit autArK gegründeten Bistro-Service hat man einen neuen Weg beschritten und „nicht zuletzt mutig Grenzen ausgelotet“, sagte Prettner. Und das letztendlich mit höchst erfolgreichem Ausgang. „Der Bistro-Flitzer, der die Landesbediensteten im Verwaltungsgebäude am Vormittag mit gesunder Jause versorgt, hat ausschließlich positive Resonanzen erhalten“, so Prettner.

Cornelia Uhr von AutArK bestätigt: „Wir sind jeden Tag ausverkauft. Und das, obgleich wir immerhin 160 Portionen im Sortiment haben – das reicht von Spezialweckerln über verschiedenste Salate bis hin zu täglich frisch gebackenen Kuchen.“

Die mehr als erfreuliche Entwicklung hat den Bistro-Flitzer nun angespornt, den Schritt in die Expansion zu wagen. „Seit kurzem sind wir auch im Hauptgebäude der Landesregierung unterwegs – gehen von Büro zu Büro und bieten unsere gesunden Snacks an“, sagt Uhr.

Die Expansion geht mit einer Aufstockung der Mitarbeiter einher: „Das freut uns ungemein. Gestartet wurde der Bistro-Flitzer mit zehn Mitarbeitern. Jetzt sind es elf mit regelmäßig wechselnden Praktikanten. Bis spätestens Sommer wird die Mitarbeiterzahl auf 18 aufgestockt und damit nahezu verdoppelt“, erklärte Prettner.

Begeistert zeigt sich auch das Mitarbeiterteam: „Es macht solchen Spaß! Ich arbeite jeden Tag vier Stunden: Ich richte das Verkaufswagerl her, verkaufe auch und kassiere ab. Ich bin überall dort gerne dabei, wo ich neue Sachen lernen kann“, erzählt Phillip. Und Kerstin ergänzt: „Mein erster Arbeitstag war der 10. Juli 2019, den Tag werde ich nie vergessen. Ich beginne um 6.30 Uhr in der Küche und bereite dort gemeinsam mit der Küchenchefin die gesunden Weckerln zu.“ Super finden beide, dass sie das erste Mal in ihrem Leben „eigenes Geld“ verdienen: „Es ist so toll, dass wir diese Chance erhalten haben.“

Dass der Bistro-Flitzer ein Sozialprojekt mit einem Gesundheitsprojekt verbindet, ist für die zuständige Doppel-Referentin ein besonderer Mehrwert: „Wir ermöglichen nicht nur beeinträchtigten Menschen, ihr eigenes Geld zu verdienen, sondern tragen auch zur betrieblichen Gesundheitsförderung bei: Im Sinne der gesunden Ernährung wird beim kulinarischen Angebot Wert auf Regionalität und Wert auf biologische Erzeugnisse gelegt“, so Prettner.


Rückfragehinweis: Büro LHstv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LHstv.in Prettner