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100 Jahre Kärntner Volksabstimmung: Ringvorlesung über den „Mythos Kärnten“

05.03.2020
LH Kaiser besuchte Auftaktveranstaltung an der Alpen-Adria-Universität – Vorlesungsreihe wird Kärntner Jubiläumsjahr während des Sommersemesters begleiten


Klagenfurt (LPD). Unter dem Motto „Wissen frei zugänglich“ fand gestern, Mittwoch, die Auftaktveranstaltung einer öffentlichen Vorlesungsreihe des Robert Musil-Instituts/Kärntner Literaturarchivs an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt statt. Organisiert von Priv.-Doz. Walter Fanta und Sen. Scientist Dominik Srienc soll diese Ringvorlesung einen Einblick in aktuelle Forschungsfragen und Positionen rund um den Mythos Kärnten/Koroška geben. Einleitende Worte sprachen Landeshauptmann Peter Kaiser, Rektor Oliver Vitouch und Institutsvorständin Univ.Prof. Anke Bosse. Den Eröffnungsvortrag „100 Jahre Mythos Kärnten/100 let koroškega mita“ hielt der Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, Valentin Inzko (Rat der Kärntner Slowenen).

„Unser Land hat viele Eigenheiten, so war es das einzige Bundesland mit einem Landeshauptmann aus dem dritten Lager, es hat in der Verschuldung neue Dimensionen eröffnet und es hat jahrelange Auseinandersetzungen in Frage der topografischen Aufschriften geführt“, so Kaiser zum „Sonderfall Kärnten“.

Der Landeshauptmann verwies auf die große Veranstaltung vom vergangenen Dienstag im Wappensaal, die als Auftakt zum Jubiläumsjahr der Kärntner Volksabstimmung deutlich gemacht habe, dass sich viel verändert habe. Das 100-Jahr-Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung von 1920 soll mit den unterschiedlichsten Projekten gefeiert werden. So gebe es Schulprojekte, Kunstinstallationen, wissenschaftliche Tagungen und Publikationen, Musik- und Theaterprojekte sowie die große mobile Ausstellung. „Es wird ein spannendes Jahr, das zum Miteinander, aber auch zur konstruktiven Kritik einlädt“, sagte der Landeshauptmann.

Rektor Oliver Vitouch referierte über den Kärntner Anzug und den Kärntner Kilt. Anke Bosse, Institutsvorständin vom Robert Musil-Institut für Literaturforschung - Kärntner Literaturarchiv erinnerte an Autor und Literaturwissenschaftler, Fabjan Hafner, dessen Todestag sich am 10. Mai zum vierten Mal jährt. „Er war als Mitglied des Robert Musil-Instituts ein immer absolut verlässlicher Partner“, so Bosse.

Fanta und Srienc betonten, dass diese Ringvorlesung eine reguläre Lehrveranstaltung mit mehr als 70 angemeldeten Studenten und zwölf verschiedenen Lehrgängen zugeordnet sei. Die Vortragsreihe sei ein Ort des interdisziplinären Austausches und für die gesamte Kärntner Bevölkerung gedacht. „Auf dass wir gemeinsam die Räucherkammer unseres kollektiven Gedächtnisses lüften.“

Weitere der insgesamt 15 Vorträge steuern unter anderen Landesarchivdirektor Thomas Zeloth („Kärnten. Mythen und Fakten“, 3.6.), die Germanisten Walter Fanta („Das komische Kärnten“, 11.3.) und Arno Rußegger („Eine andere Heimat“, 20.5.) oder der Berliner Schriftsteller Karsten Krampitz („Der einzige Antifaschist in Kärnten ist eine Linkskurve in Lambichl. Zum Mythos Haider, 29.4.), der fünf Monate als Stadtschreiber in Klagenfurt lebte, bei. Die Veranstaltungen finden jeweils mittwochs von 17.30 bis 19 Uhr im Hörsaal 4 statt. Der Eintritt ist frei.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: LPD Kärnten/Helge Bauer