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Zukunftschancen für Frauen in den Regionen

05.03.2020
LR.in Schaar: Land und AMS treiben regionale Initiativen für Frauen gemeinsam voran - Ausbau des Programms „FiT – Frauen in Handwerk und Technik“ - „Zukunftsentwurf Oberkärnten“ soll neue Arbeitsplätze im Raum Spittal/Drau bringen – Weitere Maßnahme aus Frauenpower 4.0 wird umgesetzt


Klagenfurt (LPD). Noch immer haben viele Frauen am Arbeitsmarkt das Nachsehen. Dafür gibt es zahlreiche Gründe, wie etwa eine traditionelle Berufswahl. Auch Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen sind nach wie vor vorwiegend Frauenthemen. Geringere Verdienst- und schlechtere Karrieremöglichkeiten sowie Teilzeitarbeit und eine daraus resultierende Altersarmut sind die Folgeerscheinungen. 47,5 % der Frauen arbeiten Teilzeit, bei den Männern sind es lediglich 11,2 %. Obwohl Frauen Männer in Sachen universitärer Bildung längst überholt haben, spiegelt sich das in den Führungsetagen von Unternehmen aktuell nicht wider. Land Kärnten und AMS Kärnten setzen im Jahr 2020 daher gemeinsam einen besonderen Schwerpunkt und nehmen 216.000 Euro in die Hand: Mit zwei regionalen Initiativen sollen Chancen für Frauen auf Beschäftigung in zukunftsträchtigen Branchen vor Ort in den Regionen geschaffen und gleichzeitig Akzente gegen den Fachkräftemangel und die Abwanderung gesetzt werden.

In Zusammenarbeit mit dem Mädchenzentrum Klagenfurt wird das Programm ,FiT – Frauen in Handwerk und Technik‘ regional ausgebaut. „Damit wollen wir mehr als 100 Frauen 2020 die Möglichkeit geben, in Kärnten eine solche FiT-Ausbildung zu absolvieren und ihnen die Vielfalt der Arbeitswelt zeigen. Eine weitere Maßnahme aus Frauenpower 4.0 wird damit umgesetzt. Wir wollen sie ermutigen, nicht in Rollenklischees zu verfallen und sich durchaus für technische und handwerkliche Berufe zu entscheiden. Diese Berufe sind zukunftsträchtig und nachhaltig, bieten mehr Aufstiegschancen und zumeist bessere Bezahlung. Wir wollen mithelfen den Zugang zu solchen Jobs zu ermöglichen. Aber auch die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen sind gefragt, denn Frauen bieten das größte Potenzial zur Bewältigung des Fachkräftemangels“, bekräftigt Frauenreferentin LR.in Sara Schaar.

Das AMS setzt sich seit Jahrzehnten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt ein. „Unser Ziel ist es, mit maßgeschneiderten Qualifizierungen, spezifischer Beratung und Unterstützung die Chancen von Frauen zu verbessern. Es ist aber eine Tatsache, dass trotz vermehrter Anstrengungen von vielen Seiten ein großer Teil der Frauen am Arbeitsmarkt vor Hürden steht“, betont Peter Wedenig, Landesgeschäftsführer des AMS Kärnten

Mit dem Projekt „Zukunftsentwurf Oberkärnten“ bringen Land Kärnten, AMS Kärnten und das Mädchenzentrum Klagenfurt Frauen, Unternehmen, Organisationen und Gemeinden aus der Region Spittal/Drau zusammen. Gemeinsam wird ein Handlungsleitfaden erarbeitet, von dem alle gleichermaßen profitieren sollen. Natürlich spielen dabei die Themen Arbeit und Gleichstellung eine zentrale Rolle: Durch die Globalisierung und Digitalisierung hat sich die Arbeitswelt verändert. Jobs sind weggefallen, im ländlichen Raume gibt es längere Fahrzeiten zur Arbeit etc. Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird so zur noch größeren Herausforderung. Abwanderung in den städtischen Raum ist die Folge und damit verbunden Fachkräftemangel in den Regionen. „Für einen Zukunftsentwurf braucht es vernetztes Denken. In Kooperation mit ansässigen Betrieben können wir z.B. Arbeitsplätze für Frauen in den Regionen schaffen und potentielle Arbeitskräfte – etwa Wiedereinsteigerinnen nach der Karenz – gezielt dahingehend ausbilden“, erläutert Wedenig.

Partner von Land und AMS Kärnten für die Umsetzung ist das Mädchenzentrum Klagenfurt: Dieses blickt 2020 auf 25 Jahre gleichstellungsorientierte Arbeit mit und für Mädchen und junge Frauen in Kärnten zurück. „Die FiT-Begleitung, die wir nun auf die Regionen Kärntens erweitern können, wird gerne als Best-Practice-Beispiel genannt, wenn es um zielgerichtete Informationsweitergabe an alle Anspruchsgruppen rund um das Thema Lehre oder Weiterbildung in technischen Berufen geht. Wir begleiten dabei nicht nur unsere Zielgruppe, sondern auch Unternehmen, die gut orientierte und motivierte MitarbeiterInnen suchen“, sagt Christine Erlach, Geschäftsleiterin des Mädchenzentrum Klagenfurt. Eine konstante Sensibilisierung und gezielte arbeitsmarktpolitische Förderung würden zu einer Erhöhung des Frauenanteils in Technik und Handwerk führen: „Ziel muss es sein, die Einkommen und Aufstiegschancen von Frauen zu erhöhen, nur das führt langfristig zu ökonomischer Unabhängigkeit und in der Folge zur Reduktion des Gender-Pay-Gaps.“


Rückfragehinweis: Büro LR.in Schaar
Redaktion: Plimon/Stirn
Fotohinweis: Büro LR.in Schaar