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Coronavirus 83: 300 Anrufer pro Tag bei Hotlines des Landes Kärnten

21.03.2020
LHStv.in Beate Prettner: Coronavirus-Hotline des Landes zieht nach der ersten Woche positive Bilanz - täglich wird rund 300 Kärntnern geholfen – externe Experten werden zugeschalten


Klagenfurt, LPD. Am Montag wurde die Idee geboren, tags darauf wurde sie umgesetzt: 050 536 53003 – unter dieser Nummer werden seit Dienstag Anrufe entgegengenommen, die die Kärntner Bevölkerung in den turbulenten Corona-Zeiten beruhigen soll und mit kompetenten Informationen versorgt. „Wir haben am Dienstag mit vier Mitarbeitern aus dem Bereich der Gesundheitsförderung und Suchtprävention gestartet, bis Freitag haben wir auf zehn Mitarbeiter aufgestockt, die täglich von 8 bis 16 Uhr, außer Samstag und Sonntag, ihren Dienst versehen“, zieht Gesundheitsreferentin Beate Prettner erste Bilanz der Corona-Hotline des Landes.

„Zusätzlich zu den zehn Mitarbeitern kommen externe Experten, denen wir spezielle Anfragen weiterleiten“, so Prettner. Nächste Woche kommen drei Personen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendanwaltschaft dazu, ebenso wie ein Pool an Psychotherapeutinnen“, so die Gesundheitsreferentin.

Als Koordinator der Hotline fungiert Franz Wutte vom Gesundheitsland Kärnten: „Je länger die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus dauern, desto eher werden sich die Fragestellungen verschieben: Weg vom Grundsätzlichen wie Vorsichtsmaßnahmen, hin zu Anfragen, die sich um zunehmende psychische Belastungssituationen drehen“, meint Wutte. Dementsprechend rüste man step by step auf – „Wir holen immer mehr externe Fachleute dazu, die sich unentgeltlich in den Dienst der guten Sache stellen“, dankt Wutte. So kann die Coronavirus-Hotline auf eine Liste von Psychologen zurückgreifen, die sich bereit erklärt haben, die psychologische Betreuung von Familien und Familienmitgliedern zu übernehmen.

Die meisten Anfragen hat es bis dato zu Krankheitssymptomen gegeben: „Viele Leute sind massiv verunsichert, wenn sich bei ihnen Erkältungssymptome zeigen. Sie wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen“, so Prettner. „Bei den Symptomen Fieber, trockener Husten und Kurzatmigkeit wird dringend empfohlen, sich entweder telefonisch mit dem Hausarzt in Verbindung zu setzen oder die Nummer 1450 zu wählen – und sich möglichst fern von anderen Menschen zu halten. Hat man aber Beschwerden wie Heiserkeit oder Schnupfen ohne Fieber kann vorerst Entwarnung gegeben werden“, sagt Wutte.

Alle Anfragen zum Thema Pflege werden an die Hotline des Bürgerservice-Büros im Amt der Kärntner Landesregierung weitergeleitet. Hier, unter der Nummer 050 536 22 132, werden täglich um die 100 Anrufer bedient: „Wir machen zu viert Dienst – vor allem am Vormittag haben wir extrem viele Anfragen, je später der Tag, desto weniger die Anrufe“, informiert der Leiter des Bürgerservice-Büros Wolfgang Leitner. Wie er mitteilt, beziehen sich die allermeisten Anfragen auf die 24-Stunden-Betreuung: „Immer mehr Menschen sind verunsichert, sie wissen aufgrund der Grenzschließungen nicht, wie es weitergeht, wenn ihre ausländische Betreuungskraft keine Möglichkeit mehr hat, nach Österreich einzureisen.“

Gesundheitsreferentin Beate Prettner hat bereits an die Bürgermeister appelliert: Über den Gemeindebund wurden diese aufgefordert, eine Bestandsaufnahme vor Ort vorzunehmen und den Bedarf entsprechend an das Land zurückzumelden: „Wir müssen konkret wissen, wie viele Notfälle wir haben, um hier entsprechend agieren zu können“, sagt Prettner. Sie versichert aber: „Es wird allen geholfen!“ Abzuklären ist, wie viele Familien eine Betreuung mit Angehörigen, mit Ehrenamtlichen oder mit mobilen Diensten bewerkstelligen könnten – „und wie viele tatsächlich in Pflegeheimen oder in Hotels oder in Rehazentren unterzubringen sind“, so Prettner. Fix ist: „Die mobilen Dienste werden jedenfalls aufgestockt“, versichert die Gesundheitsreferentin.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Robitsch