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Coronavirus 86: Dringender Appell an Kärnten – zu Hause bleiben, Anordnungen befolgen

22.03.2020
LH Kaiser und LHStv.in Prettner informieren Bevölkerung über aktuelle Lage und appellieren eindringlich: Bleiben Sie zu Hause – Polizei kontrolliert und ahndet - nächste Woche entscheidend bezüglich weitere Entwicklung – 65jähriger ist erster Corona-Todesfall in Kärnten


Klagenfurt LPD. Mit den aktuellen Informationen zur Lage und zur Entwicklung aber vor allem mit einem eindringlichen Appell traten Landeshauptmann Peter Kaiser und LHStv.in Beate Prettner heute, Sonntag, vor die Kärntner Medien, die via Videozuschaltungen an der Pressekonferenz teilnahmen. „Die kommende Woche ist entscheidend für die Entwicklung des Coronavirus. Diese Entwicklung wird dementsprechend sein, wie wir uns alle verhalten. Unser Appell: bleiben Sie zu Hause, schützen Sie sich, ihre Familie und andere und wir warnen all jene, die sich noch immer den Anordnungen widersetzen und sogar Partys veranstalten – die Polizei kontrolliert und ahndet“, so Kaiser und Prettner im Klartext. Immerhin würden 80 % der Menschen eine Coronainfizierung gar nicht merken, das Virus aber verbreiten und andere anstecken. Beide, Kaiser und Prettner, betonten: „Wir wollen Zustände wie in Italien vermeiden, wo derzeit das Bundesheer das Verhalten der Bevölkerung kontrolliert!“

Der Landeshauptmann gab einen kurzen Überblick zu den Zahlen in Österreich (3.125 Infizierte) und Kärnten (101 Infizierte) und musste bekanntgeben, dass Kärnten auch den ersten Corona-Todesfall zu verzeichnen hat. „Es handelt sich um einen 65jährigen Mann, der von Vorerkrankungen schwer gezeichnet war. Er erlag im Klinikum, wo er schon mehrere Tage intensiv behandelt worden war. Unsere Anteilnahme gilt der Familie des Verstorbenen“, so Kaiser.

Auffallend sei die Entwicklung im Bezirk Völkermarkt mit 22 Coronaerkrankten. Doch sei die Zahl laut Kaiser auch erklärbar. Vor 16 Tagen habe ein Begräbnis stattgefunden, noch bevor sämtliche Ausgehbeschränkungen in Kraft waren. 86 Personen wurden nach dem Contact Tracing (Untersuchung der Umgebung, Nachforschung der Kontakte jedes Coronainfizierten) isoliert. „Dieses Beispiel zeigt, wie rasch die Ausbreitung erfolgt, zeigt aber auch, wie notwendig und richtig die Maßnahmen sind, jegliche Kontakte zu vermeiden“, erläuterte Kaiser. Man beobachte die Lage im Bezirk Völkermarkt jedenfalls genau.

Die Corona-Entwicklung verlaufe in Kärnten wie prognostiziert und täglich befinde sich das Land im Video- und Telefonaustausch mit dem Bund, mit Italien, mit Behörden und Organisationen und tage das Koordinationsteam des Landes. „Die Informationen aus Italien sind wichtig für unser Management im Umgang mit dem Coronavirus und unseren Maßnahmen“, erklärte Kaiser.

Prettner konnte berichten, dass Kärnten mit dem Institut für Lebensmitteluntersuchung, Veterinärmedizin und Umwelt des Landes Kärnten ein zusätzliches Labor für Corona-Testauswertungen ab sofort zur Verfügung steht. „Der Bund hat dafür seine Bewilligung erteilt. Damit ist es uns möglich, pro Tag viel mehr Testauswertungen durchzuführen“, so Prettner. Für die niedergelassenen Ärzte helfe das Land der ÖGK aus und stelle 40.000 Gesichtsmasken zur Verfügung und für die Zahnärzte in Kärnten weitere 10.000 Masken. „Mein Appell als Gesundheitslandesrätin an alle: Verhalten Sie sich so, als wären Sie infiziert, gehen sie quasi in Selbstisolation, vermeiden Sie jeden Kontakt. Wir hatten vor zwei Wochen einen Coronafall in Kärnten. Heute haben 101 Fälle. Das ist Grund genug, sich den Anordnungen zu fügen“, so Prettner.

Günther Wurzer, Krisenkoordinator für Corona, konnte auf eine weitere Neuerung hinweisen. „Mit der Ärztekammer und der Österreichischen Gesundheitskasse haben wir nun Visiten-Ärzte zur Verfügung, die die Versorgung der leichten Corona-Fälle zu Hause mit beispielsweise Medikamenten übernehmen. Damit halten wir die Spitäler für Intensivfälle oder schwere Fälle frei“, berichtete Wurzer. Auch er appelliert an alle, die sich an die Anordnungen halten: „Bitte überzeugen Sie auch jene, des es noch nicht begriffen haben und die glauben, sich nicht daran halten zu müssen! Je mehr zu Hause bleiben, desto weniger Kranke oder gar Todesfälle wird es geben!“


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Gerlind Robitsch