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Coronavirus 117: EUREGIO „Senza Confini“ tagte per Videokonferenz

27.03.2020
EUREGIO-Präsident LH Kaiser sprach mit Friaul-Julisch Venetien und Veneto, interessiertes Istrien als Zuhörer dabei – Neben Corona wurden Bildung, Mobilität und Logistik thematisiert


Klagenfurt (LPD). Wegen der Corona-Krise fand die 16. Vollversammlung der EUREGIO „Senza Confini“ heute, Freitag, unter Vorsitz von EUREGIO-Präsident Landeshauptmann Peter Kaiser per Videokonferenz statt. Das Coronavirus war natürlich das prägende Thema, es wurden aber auch mehrere Beschlüsse zu gemeinsamen Projekten Kärntens, Friaul-Julisch Venetiens und des Veneto gefasst. Dabei ging es u.a. um Bildung, Mobilität und Logistik. Von allen drei Regionen wurde die gute Zusammenarbeit betont, besonders jetzt in der Corona-Krise profitiere man vom regelmäßigen, gegenseitigen Informationsaustausch. Friaul-Julisch Venetien wurde von Regionspräsident Massimiliano Fedriga vertreten, für den Veneto nahm Landesrat Federico Caner in Vertretung von Regionspräsident Lucca Zaia teil. Bei der Videokonferenz hörten aber auch Vertreter aus dem kroatischen Istrien mit, das an der EUREGIO teilnehmen will.

Kaiser erläuterte den anderen Regionen die Situation in Österreich und Kärnten inklusive der getroffenen Maßnahmen und Beschränkungen. Der Vizepräsident und Gesundheitsreferent von Friaul-Julisch Venetien, Riccardo Riccardi, lieferte Daten aus seiner Region (1,2 Mio. Einwohner): 1.223 Corona-Infizierte, 212 Personen im Krankenhaus, davon 54 auf der Intensivstation, 72 Verstorbene. Die Verstorbenen sind laut Riccardi durchschnittlich 83 Jahre alt und der Großteil von ihnen litt an Vorerkrankungen. „Ich hoffe, dass wir die Krise gemeinsam gut überstehen und uns bald persönlich und gesund wiedersehen“, richtete sich Kaiser an alle.

In der Vollversammlung wurde erklärt, dass es bei einigen EUREGIO-Projekten aufgrund von Corona verständlicherweise zu einem Stillstand gekommen sei. Das betreffe zum Beispiel „Fit4Co“, bei dem die Mitarbeiter der Regionen gemeinsam zukünftige Projekte für die EUREGIO entwickeln wollen, oder auch „SCET-NET – Senza Confini Education and Training Network“, das auf einen verstärkten Schüler- und Lehrlingsaustausch (dieser wurde gleich zu Beginn der Corona-Krise eingestellt) abzielt. Für SCET-NET wird aber gerade an einer „Dokumentenmappe“ gearbeitet, welche für zukünftige Austausche einheitlich gestaltet wird und somit Rechtssicherheit für Schüler, Lehrlinge, Eltern und Betriebe schafft.

Das Projekt „EmotionWay“, welches die Vermarktung von Natur- und Kulturerbe im grenznahen Raum mithilfe von Rad- und Wanderangeboten sowie verbesserte Angebote von intermodalen Verkehrsangeboten als Ziel hat, wird auch nach Projektende weiterwirken. Alle drei Regionen heben als wichtiges Ziel hervor, reale Hindernisse und Hemmnisse zwischen den Regionen zu identifizieren und schließlich abzubauen, sodass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter verbessert wird. Um Hindernisse juristischer Art zu bewerten und die Kompetenzen zu prüfen, wird mit der Alpen-Adria-Rektorenkonferenz zusammengearbeitet. Nach der Corona-Krise will man eine Logistikkonferenz abhalten, bei der sämtliche Stakeholder, also Logistik- und Transportunternehmen, Firmen, usw., eingeladen werden.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm