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Coronavirus 134: Arbeitslose brauchen mehr Unterstützung

01.04.2020
LH Kaiser, LHStv.in Schaunig: Nie dagewesene Situation am Arbeitsmarkt – Anstieg der Jobsuchenden in Kärnten um mehr als 12.500 Personen im März – Arbeitslosengeld muss erhöht und Bezugsdauer verlängert werden


Klagenfurt (LPD). Einen derart massiven Anstieg der Zahl der Arbeitssuchenden in so kurzer Zeit hat es in der Geschichte der zweiten Republik noch nicht gegeben. „Wir stehen von einer noch nie dagewesenen Situation am Arbeitsmarkt. Menschen werden zu Tausenden in die Arbeitslosigkeit geschickt. Und jene, die bereits vor Ausbruch der Krise auf Jobsuche waren, haben bis auf weiteres fast keine Chancen auf Wiedereinstieg. Daher brauchen wir dringend höhere und längere Unterstützungen für Arbeitssuchende“, betonen heute, Mittwoch, Landeshauptmann Peter Kaiser und Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig.

37.266 Personen sind mit Ende März in Kärnten arbeitssuchend gemeldet – das sind um 12.585 mehr als noch vor einem Monat. Besonders dramatisch ist die Situation im Tourismus mit einem Anstieg von 2774 Arbeitslosen im Februar auf nunmehr 8248. „Was auch besonders schmerzt, ist der starke Anstieg bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 3828 Menschen unter 24 sind derzeit in Kärnten auf Jobsuche“, erklären Kaiser und Schaunig. Die Chancen, auf absehbare Zeit einen neuen Job zu finden, stehen schlecht – die Zahl der offenen Stellen sank von knapp 4000 Anfang Februar auf nunmehr unter 2400.

„Daher ist es unbedingt notwendig, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes zu verlängern“, erneuert Schaunig ihre bereits am Wochenende aufgestellte Forderung an den Bund. „Wir müssen so verhindern, dass Menschen in die Notstandshilfe fallen.“ Ebenso müsse das Arbeitslosengeld erhöht werden. „Das durchschnittliche Arbeitslosengeld lag 2018 monatlich bei rund 960 Euro, das ist deutlich unter der Armutsgrenze. Die derzeit gültige Nettoersatzrate von 55 Prozent muss so schnell wie möglich erhöht werden“, so Kaiser und Schaunig.

Beide erneuerten auch ihren Appell an Unternehmerinnen und Unternehmer, das Corona-Kurzarbeitsmodell zu prüfen, bevor sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kündigen. 4500 Anfragen zur Kurzarbeit sind beim AMS Kärnten im März eingegangen.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Matticka/Rauber