News

POLITIK

Coronavirus 136 – LH Kaiser fordert von Bund Unterstützung bei Entlastung von Familien

01.04.2020
LH Kaiser: Erwarte Solidarbeitrag des Bundes zur Absicherung von Kinderbildungs- und –betreuungseinrichtungen, die Beiträge für Eltern reduzieren - Scharfe Kritik an Betreibern, die Eltern höhere Beiträge vorschreiben.


Klagenfurt (LPD). Landeshauptmann Peter Kaiser setzt sich heute, Mittwoch, weiter für eine Entlastung jener Eltern ein, die aufgrund der notwendigen Vorgaben des Bundes zur Eindämmung des Coronavirus oder weil sie infolge von Covid-19 gekündigt wurden, ihr Kinder seit Wochen zuhause betreuen. „Wer seine Kinder zuhause betreut und dafür seinen Betreuungsplatz in der Krabbelstube oder im Kindergarten gar nicht oder nur ganz vereinzelt in Anspruch nimmt, soll in dieser ohnehin schwierigen Situation nicht auch noch den vollen Elternbeitrag zahlen müssen“, verdeutlicht Kaiser.

Er verstehe die Anliegen und Sorgen der Betreiber, vor allem von Gemeinden und Städten, die im Unterschied zu privaten Trägern auch nicht die Möglichkeit hätten, Elementarpädagoginnen aufgrund der stark rückläufigen Anzahl an zu betreuenden Kindern in Kurzarbeit zu schicken und sich dadurch bis zu 90 Prozent der Personalkosten zu ersparen. Deswegen erwartet sich der Landeshauptmann einen „Solidarbeitrag“ des Bundes. „Einerseits, um Beiträge für die Zeit der Krise, in der Eltern ihre Kinder zuhause betreuen, entsprechend massiv zu reduzieren. Andererseits, um Einrichtungen und Gruppen bzw. Betreiber so abzusichern, dass sie ihr Angebot sofort wieder hochfahren können, wenn die Verkehrs- und Bewegungseinschränkungen zurückgenommen werden, Eltern hoffentlich wieder im Beruf Fuß fassen können und für ihre Kinder entsprechende Betreuungsmöglichkeiten brauchen.“

Scharfe Kritik übt Kaiser an jenen Trägern von Kinderbildungs- und –betreungseinrichtungen, die Eltern jetzt mit erhöhten Vorschreibungen zusätzlich belasten, weil sie die Reduzierung des vom Land pro Kind an die Betreiber ausbezahlten Kinderstipendiums jetzt gnadenlos den Eltern als Zusatzkosten aufbürden. „Ich lehne diese Vorgangsweise, mit der von einigen auf dem Rücken der Familien Geschäftemacherei betrieben wird, grundweg ab.“

Hintergrund: Das Land Kärnten hat vergangene Woche die Betreiber aus oben genannten Gründen aufgefordert, die Eltern zu entlasten, und für die Dauer der Krise, die Elternbeiträge um zumindest 50 Prozent zu reduzieren. Dementsprechend reduziert das Land auch das Kinderstipendium anteilsmäßig (Anm.: Kärnten erstattet den Eltern aktuell 66 Prozent der durchschnittlichen Betreuungskosten). Im Gegenzug hat das Land Kärnten allen Betreibern zugesagt, die Gruppenförderung in voller Höhe weiter auszuzahlen, auch wenn beispielsweise in einer Gruppe jetzt nur mehr zwei oder drei statt 20 Kindern betreut werden, oder Gruppen gar nicht mehr existieren, und das Land eigentlich gezwungen wäre, die Förderung für diese Gruppen einzustellen.

„Dass manche Betreiber nun nicht nur die volle Förderung für nicht mehr existente Gruppen kassieren sondern den Eltern auch noch die Reduzierung des Kinderstipendiums draufschlagen, weil sie der irrigen Annahme sind das Kinderstipendium wäre eine willkommene zusätzliche Betriebsförderung und nicht wie in Wahrheit eine Elternförderung, ist eine Ungeheuerlichkeit“, so Kaiser, der sich bei all jenen Betreibern bedankt, die wie auch in vielen Vorgesprächen zugesagt, die Elternbeiträge tatsächlich reduziert haben. An alle anderen appelliert er, ihre gewählte Vorgangsweise und die nicht nachvollziehbare Mehrbelastung der Eltern rasch zu überdenken.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/Sternig