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Coronavirus 173: Fahrplan für Kärntner Bildungs- und Betreuungseinrichtungen präsentiert

10.04.2020
LH Kaiser und Bildungsdirektor Klinglmair: Am Distance Learning wurde nachgeschärft – Erreichbarkeit der Eltern ist wichtig – Kinder weder über- noch unterfordern – Kritik am Alleingang der Bundesregierung


Klagenfurt (LPD). Noch bis mindestens 26. April wird es an den Schulen keinen Unterricht und in den Betreuungseinrichtungen keinen Regelbetrieb geben – das verkündeten heute, Freitag, Bildungsreferent LH Peter Kaiser und Bildungsdirektor Robert Klinglmair im Rahmen einer Pressekonferenz im Medienraum der Kärntner Landesregierung. Denkbar wäre auch, dass es zu einer weiteren Verlängerung kommt. Daher feilten das Land Kärnten und die Bildungsdirektion in enger Zusammenarbeit mit den Pädagoginnen und Pädagogen an den Möglichkeiten des Home-Schoolings. In eigens erstellten Leitfäden und in Videos, die in Kooperation mit der Alpen Adria Universität Klagenfurt erstellt wurden, gibt es wertvolle Informationen, didaktische Hinweise und viele andere Tipps für Schülerinnen und Schüler, deren Eltern, aber auch für Pädagoginnen und Pädagogen. Das Bildungsministerium hat bekanntlich gestern, Donnerstag, angekündigt, dort wo es an technischer Ausrüstung zuhause fehlt, 12.000 Endgeräte für Schülerinnen und Schüler an Bundesschulen zur Verfügung zu stellen. Das Bundesland Kärnten sei von dieser gestrigen Ankündigung überrascht worden, so der Landeshauptmann: „Noch vor zehn Tagen hat die Bundesregierung angekündigt, dort wo Bedarf besteht für alle Schüler entsprechende Geräte zur Verfügung zu stellen. Mit der gestrigen Einschränkung werden nun plötzlich tausende Kärntner Schülerinnen und Schüler vor allem in den Mittelschulen vom Bund ausgenommen“, zeigt sich Kaiser enttäuscht. Seitens des Landes Kärnten sei man jedenfalls dabei, entsprechende Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Dazu sei man einerseits mit der EDV-Abteilung des Landes in Kontakt, um zu schauen, was gerätetechnisch möglich ist. „Es wird aber auch so sein, dass neben den Volksschulen dann eben auch für Mittelschüler analoge, also ausgedruckte, Lernmaterialien zur Verfügung gestellt werden und zusätzlich Pädagoginnen und Pädagogen beispielsweise für Anleitungen und Erklärungen telefonisch zur Verfügung stehen“, erklärt der Bildungsreferent. Zudem wird darauf verwiesen, dass Endgeräte alleine ohnehin zu wenig seien. Dazu brauche es entsprechende Internetanbindungen, Pakete mit Datenvolumen, Druckerpatronen etc.

Seinen Dank richtete Kaiser gleich zu Beginn der Pressekonferenz an die Abgeordneten des Kärntner Landtages, die gestern, Donnerstag, im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung einstimmig das Covid_19-Sammelgesetz beschlossen haben. Damit ist gesichert, dass es, trotz der Reduktion von Elternbeiträgen sowohl bei Nachmittagsbetreuungen in Bildungseinrichtungen als auch im Bereich der Elementarpädagogik, die vollen Gruppenförderungen geben wird. „Damit ist sichergestellt, dass die Betreuung der Kinder weiterhin stattfinden kann“, so Kaiser. Es werde aber auch hier zu zahlreichen Maßnahmen kommen, die es nach Ostern umzusetzen gilt. „Die Eltern werden beispielsweise aufgefordert werden, Masken zu tragen wenn sie ihre Sprösslinge bringen oder abholen. Es wird streng auf Hygiene geachtet werden. Dort wo räumlich möglich, soll in kleinen Gruppen von maximal fünf bis sechs Personen gearbeitet werden“, führt der Bildungsreferent weiter aus.

Für die die Sechs- bis Zehnjährigen, werden von den Pädagoginnen und Pädagogen analoge Lernpakete erstellt. In den höheren Schulstufen, sollte Distance Learning auch digital über Lernplattformen weitestgehend funktionieren. Um die Kommunikation zwischen allen Betroffenen zu verbessern, werden Klassenlehrer in den Volksschulen und Klassenvorstände in den weiterführenden Schulen die Koordination bei der Verteilung der Lernaufträge übernehmen.

„Sehr wichtig wird aber auch die noch intensivere Erreichbarkeit der Eltern sein. Damit können wir es schaffen, dass auch alle Kinder und Jugendlichen am Distance Learning teilnehmen“, betont Klinglmair. Man müsse darauf achten, die Schülerinnen und Schüler nicht zu über- oder zu unterfordern. Die Übergabe der Lernmaterialien müsse, egal ob analog oder digital, gut koordiniert und komprimiert erfolgen.

Sowohl Kaiser als auch Klinglmair gehen davon aus, dass nach Ostern die Nachfrage nach schulischer Betreuung steigen wird. Man sei aber personaltechnisch für diese Herausforderung gerüstet, versicherte der Bildungsdirektor. Zudem habe man bereits damit begonnen, Möglichkeiten einer stufenweisen Wiederaufnahme des Regelunterrichts zu planen.

Die Videos für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerinnen sowie Lehrer finden Sie in Kürze auch unter den Corona-Infos auf der Homepage des Landes Kärnten unter: https://katinfo.ktn.gv.at/Bildung


Fotohinweis: LPD Kärnten/Peter Just