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Coronavirus 185: Kärnten hat für 24-Stunden-Betreuung umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt

15.04.2020
LHSt.in Prettner: Sind für alle Fälle vorbereitet – Aktuell kein Engpass – Land Kärnten weist haltlose Unterstellungen strikt zurück


Klagenfurt (LPD). Nahezu 100 Prozent der 1.600 Kärntner Familien mit 24-Stunden-Betreuung sind aktuell mit ihren regulären Betreuungskräften versorgt. Für den Fall der Fälle, dass ausländische Betreuungskräfte aufgrund von rigorosen Reisebeschränkungen ausfallen, hat das Land schon vor Wochen begonnen, ein umfassendes Maßnahmenpaket in die Wege zu leiten, damit jeder Familie individuell geholfen werden kann. Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner hat mehrmals versichert, dass niemand alleine gelassen und für jeden eine Lösung gefunden werde. Unter anderem hat sie sich vor mehreren Wochen mit allen 132 Bürgermeistern in Verbindung gesetzt und diese gebeten, Familien, die Hilfe benötigen, an das Land zu melden (viele Bürger wenden sich ja zuerst an ihre Gemeinde). Auch die Gesundheitsabteilung des Landes agiert in enger Kooperation mit den betroffenen Agenturen (diese sind a priori für einen „Ersatz“ zuständig).

Sollte eine Betreuungskraft ausfallen, wird zunächst alles versucht, um eine Betreuung in den eigene vier Wänden weiterhin aufrechtzuhalten: So werden zum Beispiel verstärkt mobile Dienste, vor allem mehrstündige mobile Betreuungen, aber auch Ehrenamtliche etc. angeboten bzw. vermittelt. Außerdem wurde bundeseinheitlich ein Anreiz für Betreuungskräfte gesetzt, ihren regulären Turnus um mindestens vier Wochen zu verlängern: Sie erhalten zusätzlich 500 Euro. Nachdem eine österreichweit einheitliche Auszahlungsmodalität nicht zustande gekommen ist, erstellt aktuell jedes Bundesland ein eigens Auszahlungsmodell. In Kärnten wird dieses noch in dieser Woche präsentiert. Selbstverständlich gilt es rückwirkend. „Keine Betreuungskraft, die ihren Turnus um besagte vier Wochen verlängert, fällt um den 500-Euro-Bonus um“, versichert Prettner.

Sollte es trotzdem nicht möglich sein, dass eine zu betreuende Person weiterhin zu Hause versorgt wird, hat das Land in Kurkliniken und anderen Einrichtungen mit 120 Betreuungs- bzw. Pflegeplätzen vorgesorgt. Bis dato wurde noch kein einziger Platz in Anspruch genommen, jede und jeder konnte weiterhin im eigenen Zuhause betreut werden. Sollte es wider Erwarten in den kommenden Wochen doch noch zu einem Ansturm auf extramurale Plätze kommen, könnten die 120 reservierten Plätze jederzeit aufgestockt werden. Es handelt sich dabei um erstklassige Einrichtungen. Aussagen, wonach es sich um eine „Unterbringung in einem Massenlazarett“ handeln könnte, würden sich von selbst richten – als beschämend und ungustiös.

Ob und wann und wie viele Betreuungskräfte Österreich in den kommenden Wochen verlassen werden, könne zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös beantworten, betont Prettner. Tatsache sei jedenfalls: „Wir haben in Kärnten vorgesorgt. Wir haben vorausschauend und verantwortungsvoll alles getan, damit es zu keinem Problem kommt.“ Jeder, der eine Notsituation an die Wand male, würde wider besseres Wissen agieren. Seitens des Bundes würden zudem auf EU-Ebene Verhandlungen geführt, um eine Ausnahmegenehmigung für Betreuungskräfte im Zuge der Berufspendler-Regelung zu erreichen.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm

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