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Breitbandausbau: Kärnten will 58 Millionen Euro verbauen

02.05.2020
LHStv.in Schaunig: Ausbauprojekte in 21 Gemeinden werden bei Bundesförderstellen eingereicht – Rund 15.700 Haushalte können angeschlossen werden – Forderung nach Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen


Klagenfurt (LPD). Stillstand in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens auf der einen Seite – nie dagewesene Aktivitäten auf digitalen Kommunikationsplattformen auf der anderen Seite: Covid-19 hat die Arbeitswelten der Kärntnerinnen und Kärntner drastisch verändert. „Die wichtigste Grundlage für reibungslose Abläufe ist dabei die gute Internetverbindung. Um diese kärntenweit und auch abseits der Ballungszentren auf eine neue Qualität zu heben, möchten wir endlich ins aktive Bauen kommen“, sagt Digitalisierungsreferentin LHStv.in Gaby Schaunig heute, Samstag. Im Rahmen der Bundesförderprogramme BBA 2020 Backhaul Call 6 und Access Call 6 reicht die Breitbandgesellschaft des Landes, die BIK, Glasfaser-Ausbauprojekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 58 Millionen Euro ein. Die beantragte Fördersumme beträgt 35,96 Millionen Euro.

„Die eingereichten Projekte umfassen eine Trassenlänge von insgesamt 478.000 Laufmeter. Erreicht werden dadurch 15.657 Hausanschlüsse in 21 Gemeinden in den sechs Ausbauregionen Lieser-Maltatal, Görtschitztal, oberes Gailtal, oberes Drautal, Villach Land und Lavamünd. Ich rechne im Lauf des Sommers mit einer Förderzusage. Aufgrund der umfangreichen Planungsarbeiten der letzten Jahre können wir dann sofort zu bauen beginnen“, erklärt Schaunig, die erneut betont, dass Kärnten bewusst auf Glasfasertechnologie setzt. „Dort, wo Brückentechnologien eingesetzt werden, kommt es bei einer massiven Steigerung der Datenvolumina rasch zu Verbindungsproblemen, wie man in den vergangenen Wochen gesehen hat. Glasfaser hingegen ist nach oben hin skalierbar.“

Die Digitalisierungsreferentin ortet allerdings noch eine Reihe von rechtlichen Hemmschuhen für eine breite Glasfaserversorgung: „Seit Jahren fordern wir von Kärntner Seite schon eine Änderung der Förderkulisse von 30 auf 100 mBit. Es freut mich, dass diese Forderung nun von mehreren Seiten aufgenommen wird und ich hoffe auf eine baldige entsprechende Reaktion im Bund. Das löst aber nur einen Teil der Probleme. Wir brauchen darüber hinaus rechtliche Änderungen, durch die alle Betreiber verpflichtet werden, vorhandene Infrastruktur offen zu legen.“ Zudem spricht sich Schaunig für eine Verpflichtung zur Mitverlegung zu attraktiven Finanzierungsbedingungen und für bessere Förderbedingungen für Verlegungsprojekte von Städten und Gemeinden aus.

Für den Breitbandausbau in Kärnten stehen in dieser Legislaturperiode von Landesseite insgesamt 60 Millionen Euro bereit. In folgenden Städten und Gemeinden bzw. Ortsteilen sind auf Basis der aktuellen Einreichungen Ausbauprojekte geplant: Rennweg, Trebesing, Gmünd, Krems, Malta, Seeboden, Lendorf, Bleiburg, Nötsch, Kötschach Mauthen, Hermagor, Oberdrauburg, Irschen, Brückl, Eberstein, Klein St. Paul, Hüttenberg, Guttaring, Kappel am Krappfeld, St. Georgen am Längsee und Lavamünd. Sämtliche beantragten Ausbauprojekte betreffen ausschließlich weiße Flecken und somit den notifizierten Bereich der BIK.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Matticka/Sternig

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