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Nationalpark Hohe Tauern: Internationale Anerkennung sichergestellt

06.05.2020
LR.in Schaar: Jagdübereinkommen mit Erläuterungen ergänzt und Unklarheiten ausgeräumt – Voraussetzung für nationalparkgerechtes Wildtiermanagement geschaffen


Klagenfurt (LPD). Bereits im Februar unterzeichneten der Kärntner Nationalparkfonds und die Kärntner Jägerschaft das Übereinkommen zur Umsetzung eines nationalparkgerechten Wildtiermanagements für die Jagdpachtperiode 2021 bis 2030. Um alle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, wurde dieses nun gemeinsam mit Vertretern der Weltnaturschutzunion IUCN, der Kärntner Jägerschaft und der Nationalparkverwaltung mit Erläuterungen klargestellt. Mit diesem Übereinkommen samt den Erläuterungen, die von allen Vertragspartnern unterzeichnet wurden, sowie den Anpachtungen von Eigenjagdrevieren in der Kernzone ist die internationale Anerkennung des Nationalparks Hohe Tauern – Kärnten sichergestellt. Damit werden auch alle Vorgaben des Bundes für die österreichischen Nationalparke erfüllt. Die Erfüllung der internationalen Kriterien für die Kategorie II wurde zudem von IUCN-Seite bestätigt. „Das Land Kärnten bekennt sich klar und in vollem Umfang zur internationalen Anerkennung des Nationalparks Hohe Tauern und stellt sich zukunftsorientiert sowie im Einvernehmen mit allen Beteiligten der Weiterentwicklung der Nationalparkidee“, bekräftigt Nationalparkreferentin LR.in Sara Schaar.

Das Übereinkommen für die Jagdpachtperiode 2021 bis 2030 ist eine freiwillige Ergänzung zu den bestehenden gesetzlichen Grundlagen (Kärntner Nationalparkgesetz und Kärntner Jagdgesetz). Es stellt das Verhältnis zwischen dem Kärntner Nationalparkfonds und der Kärntner Jägerschaft klar und dokumentiert die gemeinsamen Positionen von Jägerschaft und Nationalpark im Aufgabenbereich Wildtiermanagement in den Nationalparkrevieren. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Erfüllung der weltweit gültigen Kriterien der IUCN für die Kategorie II, Nationalpark. Durch die Anpachtung von Eigenjagdrevieren in der Kernzone und der Einführung einer ganzjährigen Schonzeit im Rahmen des Jagdrechtes für „winterregulierte“ sowie seltene, im europäischen Raum gefährdete Tierarten wird den Empfehlungen der IUCN vollinhaltlich Rechnung getragen. Es unterstützt die Nationalparkverwaltung bei der praktischen Umsetzung des Wildtiermanagements. Durch den Beirat ist zudem eine Abstimmung mit der Interessensgemeinschaft der Kärntner Jäger, der Jagdbehörde und Vertreter der Wissenschaft und Forschung sichergestellt.

Die zusätzlichen Erläuterungen betreffen v.a. das Thema „Umgang mit großen Beutegreifern“. Bären, Luchse und Wölfe waren einst in Mitteleuropa verbreitet und siedeln sich zum Teil wieder in Österreich an. Es wurden und werden seitens des Nationalparks Hohe Tauern keine aktiven Wiederansiedelungsmaßnahmen für diese Arten gesetzt. Die Gesetzeslage zu den Arten Luchs, Wolf und Bär ist in den Bundesländern und EU-Ebene diesbezüglich klar geregelt. Das 2019 eingerichtete „Österreichzentrum Bär, Wolf und Luchs“ an der Höheren Bundeslehranstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein ist die österreichweite Koordinationsstelle für Beutegreifer, in dem auch die Nationalparks Austria vertreten sind. Die Erfassung und der Nachweis von großen Beutegreifern zählt zu den Kernaufgaben des Nationalparks. Hierzu werden Wildbiologen, NP-Ranger, Jagdaufsichtsorgane und Wildhüter laufend geschult. Damit soll die Qualität der Nachweisdaten in der Nationalparkregion verbessert werden. Die Nationalparkverwaltung beteiligt sich somit aktiv an der Sammlung von Daten über das Vorkommen von Beutegreifern. Der Nationalpark Hohe Tauern übernimmt zudem in der Region umfassende Aufklärungs- sowie Bildungsarbeit und trägt dadurch aktiv zur Bewusstseinsbildung bei.

Mit der Einrichtung von Nationalparkrevieren in der Kernzone und den dabei verfolgten Zielen ist die Gewährleistung einer möglichst freien, natürlichen Entwicklung und das Zulassen von natürlichen Prozessen gesichert. Eine wesentliche Rolle bei den Maßnahmen zur Umsetzung eines nationalparkgerechten Wildtiermanagements in der Kernzone, wird wie schon bisher, dem Beirat zukommen. Er wird der Nationalparkverwaltung in wichtigen Fragen beratend zur Seite stehen. Dieses Gremium, dem auch drei Grundeigentümervertreter angehören, wird wie bisher durch Mitglieder aus dem Bereich der Wissenschaft, sowie bei Bedarf durch andere Experten ergänzt.

Auch der Landesjägermeister von Kärnten hat bestätigt, dass die internationale Anerkennung des Nationalparks Hohe Tauern ein gemeinsames Anliegen ist. Darüber hinaus hat er angeboten, verordnete Wildruhezonen zur Besucherlenkung einzurichten.


Rückfragehinweis: Büro LR.in Schaar
Redaktion: Plimon/Stirn