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KULTUR

Coronavirus 264: Kärntner Straßentheater-Festival nennt sich „Coromödie 2020“

26.05.2020
LH Kaiser stellte mit Intendantin Ladurner und Kulturabteilungsleiter Pucker Initiative vor – Premiere am 27. Juni in Gmünd, Tournee durch Kärntner Gemeinden läuft bis Mitte September


Klagenfurt (LPD). „Coromödie 2020“ – unter diesem Titel wird der Theaterwagen des Ensembles Porcia im Sommer 2020 als „Kärntner Straßentheater-Festival“ durch die Kärntner Gemeinden touren. Ziel dieses Vorhabens ist es, Auftrittsmöglichkeiten für von der Corona-Krise stark getroffene Künstlerinnen und Künstler zu schaffen sowie den Menschen vor Ort ein Kunst- und Kulturerlebnis zu bieten. Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser präsentierte die Initiative heute, Dienstag, gemeinsam mit Intendantin Angelika Ladurner und Kulturabteilungsleiter Igor Pucker in einer Pressekonferenz. Premiere ist am Samstag, den 27. Juni, in der Künstlerstadt Gmünd, wo gleichzeitig die Edward Quinn-Ausstellung der Kulturinitiative Gmünd eröffnet wird. Bis Mitte September sind dann an bis zu 75 Spieltagen rund 200 Auftritte möglich. Das Ensemble Porcia tritt mit der Komödie „Dame Kobold“ auf, gemeinsam mit weiteren Theatergruppen, Musik- oder Kabarettkünstlern will man ein fahrendes Minifestival gestalten.

„Das Coronavirus hat das Genießen, Empfinden und Darstellen von Kunst und Kultur beeinträchtigt. Künstlerinnen und Künstler ringen um ihre Existenz. Zum eigenen Schutz und Schutz anderer waren sie quasi von Gesetzwegen einem Berufsverbot ausgesetzt“, machte Kaiser die schwierige Situation im Kulturbereich deutlich. Daher habe man mit dem Theaterwagen ein landesweites Kulturangebot geschaffen. „Die ‚Coromödie 2020‘ soll ein starkes Lebenszeichen der Kärntner Künstlerinnen und Künstler sein. Wir werden zeigen, dass man mit Humor, Theater und Kunst auch schwierigen Herausforderungen mutig entgegentreten kann“, betonte der Landeshauptmann.

Den Menschen und Urlaubern in den Gemeinden wolle man Kunst und Kultur vor Ort greifbar und konsumierbar machen. „Wir arbeiten dabei mit Sitzplätzen und Aufführungen im Freien, damit möglichst viele zusehen können“, führte der Kulturreferent aus. Das Projektbudget für das Kärntner Straßentheater beträgt 89.000 Euro, je zur Hälfte finanziert vom Bund und Land. Kaiser dankte dem Bund, den Gemeinden und vor allem auch Hans Peter Haselsteiner für die Finanzierung der Tournee. Kaiser geht außerdem davon aus, dass durch die vom Bund angekündigten Erleichterungen im Kulturbereich überhaupt mehr Veranstaltungen – unter Einhaltung klarer Richtlinien – möglich sein könnten als noch vor kurzem gedacht.

„Wir müssen in Kärnten nicht beweisen, dass Kultur systemrelevant ist“, hob Ladurner hervor und dankte ebenfalls allen für die Unterstützung des Projektes. Sie berichtete sehr emotional von der „unendlich bedrückenden Situation“ im Kulturbereich: „Die Künstlerinnen und Künstler durften nicht proben und auftreten, haben keine Verdienstchance und das Publikum ist seiner Freude beraubt.“ Aus dieser Situation heraus sei die Idee für die Tournee mit dem Theaterwagen entstanden.

Laut Ladurner soll in den Gemeinden ein Minifestival an einem oder zwei Tagen möglich sein. Geboten werden soll qualitätsvolles Theater, Kinderstücke und Jugendproduktionen, möglich seien auch Kabarett und Musikalisches. Man wolle eine Arbeitsgemeinschaft unter Künstlerinnen und Künstlern bilden, die sich beim Ensemble Porcia melden und mitfahren können. Inhaltlich sollen die Produktionen jedenfalls dem Komödiantischen verpflichtet sein. Die Intendantin will „Humor und Freude“ zum Publikum bringen. In die Situation passend sei auch die Komödie „Dame Kobold“ von Calderón de la Barca, welche das Ensemble Porcia in einer Fassung frei nach h.c.artmann bringe. „Es stammt aus Spanien in der Zeit einer schweren Wirtschaftskrise, in der die Theatergier der Menschen besonders groß war“, so Ladurner.

Pucker verwies auf eine Umfrage der Landeskulturabteilung unter Kunst- und Kulturschaffenden. „Eine der zentralen Rückmeldungen war, dass insbesondere das Fehlen von Auftritten ein existenzbedrohendes Kriterium für die Künstlerinnen und Künstler darstellt“, sagte er.

Kontakt: Ensemble Porcia, Ella Röttig, Tel.: 0676/4202334, E-Mail: e.roettig@ensemble-porcia.at



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD Kärnten/fritzpress bzw. Ensemble Porcia