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WIRTSCHAFT

Gipfeltreffen der Touristiker: Regionale Lockerungen gefordert

27.05.2020
LR Schuschnig: „Sicherheit ist heuer die wichtigste Währung im Tourismus“ – Containment-Strategie sichert Planbarkeit für Tourismusunternehmen rechtzeitig zur Öffnung – Dank an gesamte Freizeit- und Tourismusbranche für enge Zusammenarbeit


Klagenfurt (LPD). Anlässlich des Neustarts des Kärntner Tourismus am Freitag fand heute, Mittwoch, in der Landesregierung das Gipfeltreffen der Kärntner Touristiker mit anschließender Pressekonferenz statt. Primäres Ziel der letzten Wochen war es, gemeinsam den Neustart des Tourismus rascher und besser als andere Regionen zu schaffen und die Tourismusunternehmer bestmöglich für die Öffnung vorzubereiten. „Rechtzeitig zum Start der Sommersaison haben wir eine klare Handlungsanweisung für Tourismusunternehmer im Falle von COVID-19 Infektionen und Verdachtsfällen erreicht. Kärnten ist damit österreichweit das erste Bundesland mit einer umfassenden Containment-Strategie, die wir mit den Gesundheitsexperten des Landes gemeinsam erarbeitet haben und jetzt mit den Gesundheitsbehörden in den Bezirken in Umsetzung bringen. Sicherheit ist heuer unsere wichtigste Währung im Tourismus“, so Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig in der gemeinsamen Pressekonferenz mit der Kärntner Werbung und der Wirtschaftskammer Kärnten.

Gemeinsam forderten sie dort regionale Lockerungen, wie die Ausweitung der Öffnungszeiten in der Gastronomie von derzeit 23.00 Uhr auf mindestens 01.00 Uhr. „Damit würden wir die Schattenwirtschaft vermeiden und Kärnten wäre Modellregion bei den erweiterten Öffnungszeiten“, so Schuschnig. Außerdem sollen Mitarbeiter, die negativ auf Corona getestet wurden, von der Pflicht des Tragens einer MNS-Maske befreit werden. „Der Mund-Nasen-Schutz dient in erster Linie dem Fremdschutz und nicht dem Eigenschutz“, sagt Schuschnig.

Disziplin und Zusammenhalt waren entscheidend, um jetzt sicher in die Sommersaison starten zu können. „Ich danke allen Hotellerie- und Beherbergungsbetrieben, unseren Ausflugszielen, den Bäderbetrieben uvm. für die enge Zusammenarbeit ich den letzten Wochen. Sie haben sich trotz eigener Existenzängste intensiv für einen erfolgreichen Neustart eingesetzt“, so Schuschnig. Mit dem gemeinsam mit der Wirtschaftskammer und der Kärnten Werbung erarbeiteten Recovery-Plan wurden viele Unterstützungs-Maßnahmen geschnürt, die die negativen Auswirkungen abfedern und den sicheren Neustart erleichtern sollen. „Wir haben schon am 01. Mai als erstes Bundesland die Bewerbungsoffensive für den Inlandtourismus gestartet, nehmen jetzt in Kooperation mit Salzburg und Tirol den süddeutschen und deutschen Raum in den Fokus und stocken zusätzlich die Mittel für die Herbstkampagne auf 500.000 Euro auf. Wir wollen damit Vorfreude auf den ‚Sicheren Süden‘ vermitteln und unsere sicheren Urlaubserlebnisse wie Wandern, Radfahren und die Kärntner Kulinarik bewerben“, hält Schuschnig fest.

Positiv Bilanz ziehen konnten bereits die Schulungsmaßnahmen für Betriebe im Umgang mit den neuen Hygiene-und Sicherheitsmaßnahmen für Mitarbeiter und Gäste. „Über 800 Teilnehmer haben in den letzten zwei Wochen die Webinare genutzt und wichtiges Know-how erworben. Damit wissen die Mitarbeiter rechtzeitig, wie sie sich und den Gast am besten schützen“, so Schuschnig und berichtet über eine weitere Maßnahme des Recovery-Plans, das erste Unterstützungspaket des Landes für regionale Tourismusorganisationen: „Die Verbände sind bei dem Kurzarbeitsmodell durch den Rost gefallen. Diese Situation haben wir seitens des Landes entschärft, indem wir bis zu 75 Prozent der Lohnkosten übernehmen. Ab heute können die Anträge gestellt werden. Als Tourismuslandesrat möchte ich alle 45 Mitarbeiter in den Verbänden absichern. Sie sind vor Ort wichtige Ansprechpartner für unsere Betriebe“, betont Schuschnig. Die Verbände sollen dieses Paket nutzen und ihre Anträge an die zuständige Abteilung 7 – Tourismus, Wirtschaft und Mobilität- des Landes Kärnten richten.

Entschlossene Tourismuspolitik war auch die Basis dafür, „dass die Region Wörthersee eine von österreichweit fünf Pilotregionen für Corona-Testungen im Tourismus wird. Damit können wir jetzt rechtzeitig zum Start der Sommersaison über 500 Betriebe in der Region testen und mehr Sicherheit forcieren. Ziel dieser Strategie ist es, Betriebsschließungen in der Saison zu vermeiden“, betont der Tourismusreferent.

Sicherheit steht auch für den Geschäftsführer der Kärnten Werbung, Christian Kresse, an oberster Stelle. Die Chance, neue Gäste zu gewinnen, sei optimal zu nutzen. „Wir haben heuer die Möglichkeit neue Gäste, die einen Kärnten Urlaub sonst nicht am Radar gehabt hätten, für Kärnten zu begeistern.“ Die heurige Saison in Zahlen zu gießen sei nicht möglich. „Es gilt möglichst viele Gäste vom Kärntner Urlaubsangebot zu überzeugen und zu neuen Stammgästen zu machen“, so Kresse und bedankt sich bei allen Partnern und touristischen Leistungsträgern für ihren Beitrag zum sicheren Neustart.

Der neue Spartenobmann der Freizeit- und Tourismuswirtschaft, Josef Petritsch, sieht die Betriebe für den Neustart bestens gestellt. „Die Tourismuswirtschaft hat am 13. März eine Vollbremsung hingelegt und hat die letzten Wochen genutzt, um wieder eine Perspektive und klare Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Das letzte Szenario, das Kärnten brauche, sei ein zweiter Shut down. „Die kommenden drei Wochen werden entscheidend sein. Kärnten ist aber bestens vorbereitet“, so Petritsch.

Abschließend betont Schuschnig erneut, die Relevanz der Sicherheit für den Tourismus: „Sicherheit ist heuer die wichtigste Währung im Tourismus. Ich wünsche mir, dass unsere Gäste gesund nach Kärnten kommen, den Aufenthalt bei uns genießen können und wieder gesund abreisen.“


Rückfragehinweis: Büro LR Schuschnig
Redaktion: Miriam Hetzel
Fotohinweis: LPD Kärnten/Hude