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Arbeitsgespräch mit ÖGK-Obmann Krenn: Forderung nach psychotherapeutischer Offensive

05.06.2020
LHStv.in Prettner konnte heute ÖGK-Obmann Matthias Krenn zu einem Arbeitsgespräch begrüßen und forderte Psychotherapie auf Krankenschein und mehr Kassenärzte


Klagenfurt (LPD). Seit 1.Jänner 2020 steht er der Österreichischen Gesundheitskasse als erster Obmann vor – als solcher wird er sich in einem Rotationsprinzip jedes halbe Jahr mit dem Salzburger Andreas Huss abwechseln: Heute, Freitag, knapp vor Ende seiner ersten Halbjahresperiode, konnte Gesundheitsreferentin Beate Prettner Matthias Krenn zu seinem Antrittsbesuch in ihrem Büro empfangen. Sie hat dabei die Gelegenheit genutzt und Krenn ein Forderungspaket für eine psychotherapeutische Offensive vorgelegt.

„Fakt ist: Psychische Erkrankungen nehmen rasant zu – sie betreffen mittlerweile alle Altersgruppen. Wir haben es de facto mit einer neuen Volkskrankheit zu tun. Daher ist es zwingend notwendig, alle Maßnahmen zu setzen, um die Betroffenen frühzeitig und bestmöglich zu behandeln“, betonte Prettner. Notwendig seien zum einen mehr niedergelassene psychotherapeutische Kassenstellen, zum anderen Therapien auf Krankenschein – aber auch eine höhere Kostenrückerstattung, ist die Gesundheitsreferentin überzeugt. „Die Österreichische Gesundheitskasse ist gefordert, leistbare und einheitliche psychotherapeutische Behandlungen sicherzustellen“, betonte Prettner.

Aktuell werde nur klinisch-psychologische Diagnostik, nicht aber psychologische Behandlung von der Sozialversicherung übernommen. Es habe zwar mehrmalige Verhandlungen zwischen Hauptverband und Österreichischem Bundesverband für Psychotherapie gegeben, eine Gesamtlösung sei aber bis heute ausständig. Die Folge: Die Kassen leisten lediglich einen Kostenzuschuss, der je nach Kasse zwischen 28 und 50 Euro pro Einheit im Einzelsetting beträgt. „Dieser deckt teilweise nicht einmal die Hälfte der Kosten einer psychotherapeutischen Einheit, die im Schnitt zwischen 70 und 100 Euro kostet, ab“, weiß Prettner um die Problematik.

Wie sie erklärte, habe das Land selbst keine Einflussmöglichkeiten in das sozialversicherungsrechtliche Leistungswesen. Im Gegenteil: „Wir müssen dieses Manko so gut es geht kompensieren, indem wir mit Trägern wie pro mente oder Caritas entsprechende Verträge abschließen.“ Allerdings könne man weder auf Dauer noch zu 100 Prozent die Aufgabe der Sozialversicherungen übernehmen.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Rauber