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Coronavirus 275: Kärnten fordert vom Bund stärkeres Engagement für mehr Beschäftigung

05.06.2020
LH Kaiser in Telefonkonferenz mit BM Aschbacher: Erwarte mehr Unterstützung gegen Jugendarbeitslosigkeit, Offensive für ältere Arbeitslose - Diskussionsbereitschaft für Erhöhung Arbeitslosengeld erfreulich


Klagenfurt (LPD). Die nach wie vor in Folge der Coronakrise dramatische Situation für Menschen, die in Kärnten ebenso wie in ganz Österreich entweder zur Kurzarbeit gezwungen oder überhaupt arbeitslos geworden sind, beschäftigt Landeshauptmann Peter Kaiser weiter. Groß angekündigte dutzende Milliarden umfassende Hilfspakete, die großteils bei den Betroffenen nicht ankommen, würden nicht zu einer Verbesserung der Lebenssituation beitragen. „Die mediale Eigeninszenierung muss endlich in den Hintergrund treten. Was die Bevölkerung braucht und verdient, sind das glaubwürdig vermittelte Gefühl, dass man die alltäglichen und vor allem finanziellen Sorgen seitens der Bundesregierung ernst nimmt, dass Entschädigungen seitens des Bundes auf direktem Weg, rasch und unbürokratisch umgesetzt und nicht durch ein Dickicht aus ideologischen, parteitaktischen und bürokratischen Gründen auf den St. Nimmerleinstag verzögert oder gänzlich verhindert werden“, macht Kaiser deutlich. Dafür brauche es auch eine bis dato wenig sichtbare Kritikfähigkeit und Fehlerkultur. „Wer eigene Fehler eingestehen kann, kann auch Verbesserungen für die Bevölkerung erreichen. Wer die Schuld für selbst verursachte Fehler immer bei anderen sucht, wird selbst keine Verbesserungen für die Bevölkerung ermöglichen“, so Kaiser.

Heute, Freitag, verdeutlichte der Landeshauptmann in einer Telefonkonferenz mit Arbeitsministerin Christine Aschbacher, dass er sich seitens der Bundesregierung gemeinsames Engagement zur Unterstützung für die betroffenen Menschen erwarte.
Im Hinblick auf die um über 90 Prozent angestiegene Jugendarbeitslosigkeit forderte der Landeshauptmann mehr Bundesunterstützung für überbetriebliche Modelle im Allgemeinen und besonders im Bereich Tourismus. „Der Fokus soll bei den überbetrieblichen Lehrausbildungen mit finanzieller Unterstützung durch den Bund liegen. Darüber hinaus sollten Ausbildungszeiten, die nicht im Lehrbetrieb absolviert werden, voll angerechnet werden“, so Kaiser. Auch die Möglichkeit bei zwei (Saison-) Betrieben ein Lehrverhältnis zu absolvieren, solle geprüft werden. Was ältere Arbeitslose betrifft, die es besonders schwer haben, am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen, appellierte der Landeshauptmann einmal mehr, Eingliederungshilfen wie beispielsweise das Erfolgsprojekt 20.000 neu zu starten. Positiv bewertet Kaiser die von BM Aschbacher ihm gegenüber geäußerte grundsätzliche Diskussionsbereitschaft zu allen vorgebrachten Vorschlägen, die auch die Forderung nach einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes beinhaltet.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/Sternig