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POLITIK

Bericht informiert über Lage der slowenischen Volksgruppe

12.06.2020
LH Kaiser: Kärntens sprachliche und kulturelle Vielfalt ist eine Stärke, die weiter an Bedeutung gewinnt – „CARINTHIja 2020“ im Zeichen einer aktiven Volksgruppenpolitik – Dritter Bericht zur Lage der slowenischen Volksgruppe liefert statistische Daten und Informationen


Klagenfurt (LPD). Seit der Novellierung der Kärntner Landesverfassung 2017 gilt der Volksgruppenschutz in Kärnten als eine Staatszielbestimmung. „Damit hat Kärnten eine Vorreiterrolle eingenommen, ebenso wie mit der Einrichtung des Volksgruppenbüros im Jahr 1990, das seitdem als zentrale Anlaufstelle für alle Volksgruppenangelegenheiten gilt“, erklärt Landeshauptmann Peter Kaiser heute, Freitag, im Vorfeld der nächsten Regierungssitzung kommenden Dienstag. In dieser wird seitens der Regierungsmitglieder der bisher dritte Bericht zur Lage der slowenischen Volksgruppe diskutiert und durch Beschluss dem Kärntner Landtag vorgelegt. Im Bericht werden vor allem die Umsetzungsmaßnahmen des Landes zum Schutz und zur Förderung der slowenischen Volksgruppe behandelt und statistische Daten aus verschiedenen Bereichen präsentiert.

„Der Bericht zeigt eindrucksvoll die vielfältigen Engagements der slowenischen Vereine, Institutionen und Organisationen auf. Dafür möchte ich mich vor allem bei all jenen Menschen bedanken, die beständig hinter diesen Leistungen stehen – hvala lepa“, so Kaiser. Das offizielle Kärnten wisse um die Bedeutung seiner sprachlichen und kulturellen Vielfalt, so Kaiser, der betont, sich weiterhin für die Verbesserung der Lage der slowenischen Volksgruppe einzusetzen. Dafür sei man etwa mittels des regelmäßig tagenden Dialogforums in einem ständigen und regen Gedankenaustausch. Gerade auch das heurige Jubiläumsjahr „CARINTHIja 2020“ stehe ganz im Zeichen einer aktiven Volksgruppenpolitik. „Zahlreiche kulturelle Initiativen und Projekte im Rahmen des Jubiläums zeigen, dass wir heute ein Miteinander leben und dass unsere sprachliche und kulturelle Vielfalt im Herzen Europas eine besondere Stärke und ein Vorteil eines in Vielfalt geeinten Kärntens sind“, erklärt Kaiser.

Im aktuellen Bericht ist u.a. festgehalten, dass es in Kärnten insgesamt 27 Kinderbetreuungseinrichtungen (inklusive Horte) mit 54 Gruppen und 1.185 Kindern gibt, die ein slowenisches Sprachangebot aufweisen. An Landesförderung haben diese im Jahr 2019 insgesamt 2.478.900 Euro erhalten. Im Schuljahr 2019/20 wurden an 58 Volksschulen zweisprachiger Unterricht angeboten. Im örtlichen Geltungsbereich des Minderheiten-Schulgesetzes sind im Schuljahr 2019/20 von insgesamt 4.474 Volksschulkindern 2.023 zum zweisprachigen Unterricht angemeldet. Das ergibt einen Prozentanteil von 44,22. Außerdem besuchen an zwei Volksschulen in Klagenfurt-Stadt 197 Schülerinnen und Schüler den zweisprachigen Unterricht. An 17 Neuen Mittelschulen sind 343 Schülerinnen und Schüler im Slowenischunterricht, dies ergibt einen Prozentanteil von 12,08. Die slowenische Musikschule/Glasbena šola – sie wurde 2015 in das Landesmusikschulwesen integriert – besuchen im Schuljahr 2019/20 insgesamt 395 Schülerinnen und Schüler.

Ein deutliches Plus gab es im Vorjahr bei den Förderungen im Kultur- und Sportbereich: Über 400 unterschiedliche Kulturveranstaltungen wurden 2019 von slowenischen Kulturvereinen sowie den beiden Dachorganisationen KKZ und SPZ abgehalten. 24 slowenische Kulturinstitutionen erhielten 2019 in Summe 115.200 Euro an Subventionen. An 17 Kulturinstitutionen und Projekte mit hohem slowenischem bzw. zweisprachigem Anteil gingen im Vorjahr 211.538 Euro an Kulturförderung. Als Teil der allgemeinen Landessportförderung haben im Jahr 2019 insgesamt 13 slowenische Sportvereine und der Slowenische Sportverband im Gesamtausmaß von 300.390 Euro erhalten.

Der Bericht zur Lage der slowenischen Volksgruppe liefert außerdem Informationen zur Verwendung der slowenischen Sprache auf Ämtern und Behörden, zu topographischen Aufschriften sowie zur Wissenschaft, Forschung, zur regionalen Entwicklung und grenzüberschreitenden Kooperation. Er wird in slowenischer und deutscher Sprache aufgelegt.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Fabian Rauber