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Regierungssitzung 5 – Kärntner Suchthilfestrategie 2030 geht an den Start

16.06.2020
LHStv.in Prettner legte in Regierungssitzung Kärntner Suchthilfestrategie 2020-2030 vor – Umfassende Ist-Analyse und Zehn-Jahres-Plan


Klagenfurt (LPD). „Seit dem Jahr 2011 wurden in regelmäßigen Abständen so genannte Suchthilfepläne erstellt. Im Vorjahr habe ich erstmals für Kärnten eine umfassende Bestandsaufnahme aller Suchthilfeeinrichtungen in Kärnten in Auftrag gegeben – und darauf aufbauend eine klare Zukunftsstrategie für die nächsten zehn Jahre. Diese liegt nun als Suchthilfestrategie 2030 vor“, erklärte heute, Dienstag, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner nach der Regierungssitzung.

„Zusammengefasst kann ich sagen: Wir haben vom ausführenden Institut EPIG ein gutes ‚Zeugnis‘ erhalten, was unser Beratungs- und Therapieangebot vor allem im Bereich der Drogen betrifft. Hier brauchen wir keinen Vergleich mit einem anderen Bundesland zu scheuen“, betonte Prettner. „Alleine im vergangenen Jahr haben wir die Drogenberatungsplätze in Kärnten um 370 auf 1770 aufgestockt. Zuletzt ist im Oktober die neue Beratungsstelle in Feldkirchen in Betrieb gegangen und mit Anfang des heurigen Jahres wurde die neue Beratungsstelle in Wolfsberg eröffnet“, so die Gesundheitsreferentin.

Laut Suchthilfestrategie 2030 sei nunmehr Folgendes zu tun: „Wir müssen den Kreis der Akteure weiter ausbauen. Denn die Suchthilfe darf nicht ein Spezialgebiet für einige wenige Akteure sein. Das heißt, die Wissensvermittlung ist zu forcieren, vor allem in allen Gesundheits- und Sozialbereichen“, führte Prettner aus. Weiter ausgebaut werden zudem die Schnittstellen-Kooperationen, vor allem die Kooperation zur Kinder- und Jugendhilfe. Ebenso bearbeitet wird ein bislang wenig berücksichtigter Bereich, nämlich jener von Süchten im Alter. „Und schließlich werden wir unsere Analysen von Drogentodesfällen fortsetzen, denn daraus lassen sich wichtige Faktoren ableiten“, ist Prettner überzeugt. Überzeugt ist sie auch davon, dass „der Kampf gegen Süchte ein langer Kampf ist. Ja, er ist ein Kampf, der nie endet. Wir müssen daher so früh wie möglich ansetzen – bei Prävention, Aufklärung und Sensibilisierung.“

Zum Ist-Stand informierte die Sozialreferentin: „Die meisten Klienten in Suchthilfeeinrichtungen sind Männer und Frauen zwischen 18 und 29 Jahren. Es handelt sich also um eine relativ junge Klientel. Die zweitgrößte Gruppe sind Männer zwischen 30 und 44 Jahren, gefolgt von Frauen im Alter zwischen 45 bis 64 Jahren.“ Interessant sei, dass die Hauptklientel, die ambulante Hilfe sucht, Drogenkranke seien. Anders sei es bei der stationären Therapie: Hier seien Alkoholkranke führend. Wie Prettner informierte, würden rund 13 Prozent bzw. 70.000 Kärntner einen gesundheitlich problematischen Alkoholkonsum aufweisen. „Allerdings stellen sich nur wenige ihrer Sucht und suchen Hilfe“, so Prettner. „Daher ist vor allem auch das persönliche Umfeld gefordert, hier die Brücken zu Beratungen, zu HiIfen, zu Unterstützungen zu bauen“, appellierte die Gesundheitsreferentin.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Rauber