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POLITIK

Landtag 2 - Sinnstiftende Arbeit für Kärntnerinnen und Kärntner

18.06.2020
LHStv.in Schaunig: Arbeitsmarktpaket besteht aus differenziertem Maßnahmen-Mix - Langzeitarbeitslose, ältere Arbeitslose und Jugendliche stehen im Fokus - Mismatches zwischen geforderter und vorhandener Qualifikation durch Förderungen verhindern


Klagenfurt (LPD). Kurzarbeit, hohe Arbeitslosigkeit, wenig verfügbare Stellen am Arbeitsmarkt – die Frustrationsgrenze steigt von Tag zu Tag. Um möglichst schnell sinnstiftende Arbeit verfügbar zu machen und dafür zu sorgen, dass Arbeitslose für eine sich rapide wandelnde Arbeitswelt gerüstet sind, diskutierte der Kärntner Landtag heute, Donnerstag, die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der Post-Corona-Phase der Kärntner Landesregierung.

„Die Wirtschaft schafft Arbeitsplätze, aber nicht für alle und nicht zu jedem Zeitpunkt. Genau deshalb schnüren wir ein Arbeitsmarktpaket bestehend aus einem Maßnahmen-Mix, der von Qualifizierung über Beschäftigungs- und Stiftungsmaßnahmen bis hin zur Schaffung überbetrieblicher Lehrwerkstätten reicht“, betonte Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig.

Jede und jeder wünscht sich einer sinnstiftenden Arbeit nachgehen zu dürfen, denn nichts ist so demotivierend wie Beschäftigungslosigkeit über einen längeren Zeitraum. Deshalb betrifft einer der Schwerpunktbereiche des Arbeitsmarktpakets Langzeitarbeitslose und Ältere. Zu letzter Gruppe zählt man am Arbeitsmarkt bereits mit 50 Jahren und gilt dann als schwerer vermittelbar. „Arbeitslosigkeit macht krank und schlägt somit auch volkswirtschaftlich negativ zu Buche. Mit der Aktion 20.000 gab es ein probates Mittel, Langzeitbeschäftigungslose wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Deshalb inkludiert unser Maßnahmen-Mix eine daran angelehnte ebenso wirtschaftlich vorteilhafte Eingliederungsbeihilfe in Kooperation mit den Kärntner Gemeinden, die sinnstiftende Arbeit und damit die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht“, so Schaunig.

Neben den Langzeitarbeitslosen stehen aber vor allem Jugendliche im Fokus. „Fehlende Lehrstellen insbesondere im Tourismus, verhindern, dass angehende Lehrlinge die Ausbildung absolvieren können, die sie wirklich machen möchten. Das bedeutet aber im Umkehrschluss auch, dass diese Bereiche für immer Fachkräfte verlieren, die in Zukunft wieder dringend notwendig sein werden. Auch wenn Kärnten eine schöne Landschaft hat: das, was einem tatsächlich in Erinnerung bleibt, die eigentliche Werbung für Kärnten also, sind unsere kompetenten, freundlichen und hilfsbereiten Kellnerinnen und Kellner, Rezeptionistinnen und Rezeptionisten sowie unser Zimmerservice, der für die Makellosigkeit der Zimmer sorgt“, argumentierte Schaunig und gab aber zu bedenken: „Wenn wir in diesem Bereich gut ausgebildetes Personal verlieren, dann verlieren wir ein zentrales Aushängeschild Kärntens. Deshalb investieren wir in überbetriebliche Lehrausbildung für insbesondere den touristischen Bereich.“

Nicht nur der für das Land Kärnten erstellte Bericht von Joanneum Research zu den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie zeigt auf, dass neue Qualifikationen benötigt, während alte obsolet werden. Damit diese Mismatches zwischen den vorhandenen und den geforderten Qualifikationen aufgelöst werden, liegt ein weiterer Fokus auf der Qualifizierung. Um Kärntens Betriebe und Kärntens Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zukunftsfit zu machen, bietet die Qualifizierungsförderung bis zu 25.000 Euro pro Betrieb. „Gemeinsam mit dem AMS stockt das Land Kärnten den Territorialen Beschäftigungspakt von 41 Mio. Euro auf 62,8 Mio. Euro auf“, sagte die Finanz- und Lehrlingsreferentin.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Waldner/Zeitlinger