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CARINTHIja 2020: Mobile Ausstellung zu 100 Jahre Volksabstimmung eröffnet

20.06.2020
LH Kaiser, LR Fellner und LR Gruber in Abstimmungsstadt Völkermarkt


Klagenfurt (LPD). „CARINTHIja 2020 – Ein Land in Zeitreisen und Perspektiven“ startet nach dem coronabedingten Stopp wieder durch. In Anwesenheit von Landeshauptmann Peter Kaiser, Landesrat Daniel Fellner und Landesrat Martin Gruber wurde heute, Samstag, in Völkermarkt die Mobile Ausstellung eröffnet. Sie ist das Herzstück der Jubiläumsaktivitäten zu 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung und kann am Hauptplatz der Abstimmungsstadt bis 12. Juli besucht werden. Danach wandert sie nach Feldkirchen, Villach, Klagenfurt, Spittal, Wolfsberg, St. Veit und Hermagor. Im Frühjahr 2021 wird sie außerdem in Wien zu sehen sein und es sind Auftritte am Großglockner und in Brüssel angedacht.

Der Landeshauptmann hielt seine Eröffnungsrede zweisprachig. CARINTHIja 2020 ist für ihn: „Ein Ja als Bekenntnis zu unserem Land, seiner Geschichte, Zweisprachigkeit, vielem, das überwunden wurde, dem Lernen aus der Vergangenheit für die Zukunft.“ In den 100 Jahren habe vieles Trennende zu scharfen Verletzungen, Gräueltaten und Tod geführt. Es habe aber auch den starken Willen zum Wiederaufbau gegeben und aus einem darniederliegenden Land sei ein heute blühendes Kärnten geworden. Die Mobile Ausstellung geht laut Kaiser zu den Menschen: „Sie ist eine Einladung an alle Kärntnerinnen und Kärntner, sich gemeinsam in die Zukunft zu bewegen und das Land zu gestalten.“

Gerade in der Coronakrise sei es wichtig, Zuversicht, Festigkeit und Vertrauen zu vermitteln. „Arbeiten wir gemeinsam an Kärntens Zukunft“, appellierte Kaiser nochmals. Er hob zudem hervor, dass unser Land und seine Nachbarn Teil des gemeinsamen Europas sind, das gerade vor einer Weggabelung stehe. „Es geht darum, Wohlstand wieder zu erreichen sowie die Welt – nicht nur in Bezug auf Corona – in Enkelverantwortung zu erhalten. Wir haben sehr viel zu tun“, betonte Kaiser.

Die Mobile Ausstellung soll laut Kaiser verbinden. Sie lasse Zeitgeschichte Revue passieren und habe auch klar die Zukunft des Landes, der Menschen, der Region im Herzen Europas im Fokus. Von der Coronakrise sei auch das Jubiläumsjahr betroffen. „Nicht alles wird in der gewünschten Dimension stattfinden können, wie eben das Fest der Täler am 10. Oktober“, erklärte der Landeshauptmann. Manche Projekte starten später, dauern daher bis ins Jahr 2021 hinein.

„Großartige Projekte bauen wir nicht mit Beton, Metall, Holz, usw., sondern mit Herz, Leidenschaft und Engagement“, meinte Gemeindereferent Fellner zu den Projekten von CARINTHIja 2020. In Zeiten wie diesen sei es wichtig, mit guter Stimmung hinauszugehen. So setze auch das Jubiläumsjahr Impulse für Wirtschaft und die Menschen. Der 10. Oktober sei für ihn ein Fest der Freundschaft, Nachbarschaft und Vielfalt, so Fellner.

Gruber strich als Regionalentwicklungsreferent seine Verbundenheit mit den Regionen und dem ländlichen Raum hervor. Die Herausforderungen dieses Raumes würden auch in CARINTHIja 2020 Berücksichtigung finden. Es sei daher wichtig, dass die Mobile Ausstellung in die Regionen gehe und die Menschen mitnehmen wolle. Auch der Masterplan Ländlicher Raum sei Teil von CARINTHIja 2020. „Damit wollen wir Antworten für die zukünftigen Herausforderungen finden. Ich lade alle ein, sich daran zu beteiligen. Würdigen wir die Geschichte unserer Heimat, entwickeln wir das Land gemeinsam weiter und gehen wir gestärkt in die Zukunft“, betonte der Landesrat. Wichtig sei es Kärnten mitten im Herzen des vereinten Europas zu sehen.

Die Begrüßung nahm der Völkermarkter Bürgermeister Markus Lakounigg vor. Wegen der Corona-Sicherheitsmaßnahmen waren nur geladene Gäste anwesend, darunter die Landtagspräsidenten Jakob Strauß – er nannte CARINTHIja 2020 ein Bekenntnis zur Region – und Josef Lobnig (er auch in Funktion als Sänger), Bischof Josef Marketz, Altbürgermeister Valentin Blaschitz, Spitzendiplomat Valentin Inzko, der slowenische Generalkonsul Anton Novak, Landesamtsdirektor Dieter Platzer und Bezirkshauptmann Gert Klösch. Für die musikalische Umrahmung sorgten das Ensemble Dekleta Smrtnik und das Quartett MGV Scholle.

Vor der offiziellen Eröffnungsfeier in der Neuen Burg wurde in einer Pressekonferenz über die Mobile Ausstellung informiert. Projektträger ist das Landesmuseum Kärnten im Auftrag der Landeskulturabteilung. Die Inhalte haben Expertinnen und Experten um den Historiker Helmut Konrad entwickelt. „Wir konnten die Ausstellung mit viel Leidenschaft und einer Schrankenlosigkeit des Denkens konzipieren“, erklärte er. Die Besucher könnten nicht nur Wissen generieren, sondern auch vieles erleben.

Die Projektleitung haben Christian Wieser und Caroline Steiner vom Landesmuseum sowie Kulturabteilungsleiter Igor Pucker inne. Die Vermittlungsarbeit erfolgt über die von Sieglinde Sumper geleitete wissens.wert.welt. Eine spezielle Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, Führungen können auch online unter http://mobileausstellung.at/buchung gebucht werden. Pucker dankte allen Beteiligten und sagte, dass es auch eine APP zur Mobilen Ausstellung gibt.

Die Mobile Ausstellung will Geschichte nicht streng chronologisch erzählen, sondern auf vielfältige Weise anschaulich machen. So kann man sich bei Sprachspielen – interaktiv unterstützt von Kärntner Künstlerinnen und Künstlern – mit der Zweisprachigkeit und damit auch mit der Kärntner Identität auseinandersetzen. Insgesamt acht Module nehmen die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise zu den interessantesten Aspekten Kärntens der letzten hundert Jahre. Konzipiert wurde die 40 Meter lange Plattform – sie lässt sich für Transportzwecke auf einen zwölf Meter langen Quader reduzieren – vom Architekturbüro Winkler + Ruck Certov Architekten. Umgesetzt haben sie Kärntner Firmen.

Informationen und Veranstaltungstermine:carinthija2020.at



Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LR Fellner/LR Gruber
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD Kärnten/fritzpress