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Ehrenzeichen des Landes für „Slalom-Doktor“ Raimund Berger

22.06.2020
In feierlichem Rahmen erhielt heute, Montag, Raimund Berger von LH Peter Kaiser das Ehrenzeichen des Landes Kärnten – Berger prägt Sportland Kärnten seit Jahrzehnten – Kaiser: Ehrenzeichen für einen großen Mann - Berger sollte auf Antrag des LSVK zurück in den Österreichischen Skiverband


Klagenfurt (LPD). Raimund Berger, Ehrenpräsident des Landesskiverbandes Kärnten, erhielt heute von Landeshauptmann Peter Kaiser in einem feierlichen Rahmen im Sportpark Klagenfurt im Beisein zahlreicher Gäste das Ehrenzeichen des Landes Kärnten.

Neben seinen vielen sportlichen Erfolgen als Trainer und Rennsportleiter ist Berger einer der Gründer des alpinen Leistungszentrums Innerkrems (1998) und Gründungsmitglied des Vereins „Kärnten Sport“. Seinen „Doktor“-Titel erhielt Raimund Berger, 1955 in Bodensdorf am Ossiacher See geboren, von den Medien, als er in den Jahren 1984 bis 1988 das beste Slalom-Team der Welt formte. Bekannt ist Berger für seinen Umgang als Trainer und setzte mit seinem Motto „Überzeugungskraft ist besser als böse Worte“ ein klares Zeichen in der Trainerlandschaft.

Landeshauptmann Peter Kaiser sah die Auswahl des EM-Stadions als Ort der Überreichung des Ehrenzeichens als bestens gewählt. „Es ist ein großer Tag, wir zeichnen einen Mann von Größe aus. Du hast über die Jahre eine Vorbildfunktion eingenommen auf Grund deiner Beharrlichkeit, deiner Konsequenz und deiner fundierten Ausbildung, egal in welcher Funktion. Jede hast du erfüllt mit Disziplin und Weitblick“, betonte Kaiser. Berger sei nie die Hierarchie wichtig gewesen, sondern immer die Verbundenheit mit der jeweiligen Sache. „Das zeichnet große Menschen aus. Raimund, wir brauchen dich auch weiter hin“, so Kaiser. Berger werde daher auch nach seiner Pensionierung für den Kärntner Sport tätig sein. Er wird als Sportbeauftragter des Landes Kärnten mit seiner wertvollen Erfahrung weiter zur Verfügung stehen und er wird in den kommenden Saisonen als Vorsitzender der Pistengütesiegelkommission für die Sicherheit auf Kärntens Schipisten sorgen. Berger selbst wurde von der heutigen Ehrenzeichenverleihung völlig überrascht und bedankte sich bei allen Wegbegleitern und beim Landeshauptmann für die Auszeichnung.

Heute wurde die Reihe der Titel für Berger um einen reicher. Als „Goldschmied“ auf Grund seiner Erfolge, laut Heinz Trabusch vom LSVK der „erfolgreichste Trainer Österreichs“, wurde Berger mehrfach bezeichnet. Auch Anton Leikam, Vizepräsident im Österreichischen Schiverband gratulierte zur Auszeichnung und dankte Berger. „Der LSVK ist durch dich, Raimund, eine einzige Erfolgsgeschichte“, so Leikam. Leikam forderte dann den Landesskiverband Kärnten auf, den Antrag zu stellen, damit Berger in den Österreichischen Skiverband zurückkehren könne. „Es gibt keinen Besseren, keinen, der so viel Ahnung hat. Wir würden uns freuen, wenn der Landesverband den entsprechenden Antrag stellt. Ich kann mir niemanden vorstellen, der dagegen wäre und ich würde mich freuen, würdest du in meine Fußstapfen steigen“, betonte Leikam. Dazu Raimund Berger: „Pecken täte es mich schon!“

Berger stand immer für den Kärntner Sport zur Verfügung und übernahm auch in turbulenten Zeiten Verantwortung. So führte er die Unterabteilung Sportkoordination für einige Zeit interimistisch und übernahm die rechtlichen Agenden und Vollziehung der Sportgesetze in einer Zeit, als der Sportkoordination kein Jurist zur Verfügung stand. Diesbezüglich dankte Abteilungsleiterin Gerhild Hubmann Berger für seinen Teamgeist in der Sportabteilung „Du warst immer unser Fels in der Brandung mit deiner Sach- und Lösungsorientierung, Danke dafür. Wir stehen hier aber auch mit Wehmut, da uns nun auch der Abschied Raimunds aus der Abteilung bevorsteht!“, so Hubmann. Sportdirektor Arno Arthofer betonte die Besonderheit Bergers als Kollege. „Du wurdest ein väterlicher Freund und hast mit dem Alpinen Leistungszentrum Innerkrems ein regionales, nationales und internationales Vorzeigemodell geschaffen“, sagte Arthofer.

Weltmeisterin und Doppelolympiasiegerin Petra Kronberger sprach ihren Dank an Berger als Trainer persönlich aus. „Durch dein überlegtes und immer menschliches Handeln warst du eine Vertrauensperson für uns alle im Team. Aber du warst auch sehr streng, wenn es beispielsweise um die Teamaufstellung für Großereignisse gegangen ist und hast immer eine klare Sprache gesprochen. Ich danke dir hier und heute als Trainer für diese Zeit“, so Kronberger

Bergers Medaillen-Bilanz: Insgesamt werden in seiner Ära von 1984 bis 1998 neben vier Olympiagoldmedaillen, dreimal den Gesamtweltcup, zahlreiche Medaillen bei Weltmeisterschaften, sowie mehr als 50 Weltcupsiege gewonnen. "Es gibt viele Wege die zum Erfolg führen, aber man kann immer nur einen gehen und diesen konsequent verfolgen" so Berger.

Moderiert wurde die Ehrenzeichen-Übergabe von Tono Hönigmann, musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Fabrice, Gabriel, Raffael und Siggi von der Familie Katolnig.
Raimund Berger zusammengefasst:
• 1984-1988 war Raimund Berger für die Bereiche Slalom und Riesenslalom verantwortlich. Er formte seine Gruppe zum besten Slalom Team der Welt: Durch die Erfolge von beispielsweise Roswitha Steiner (Stadelober) 2 x Weltcupsiegerin, Slalom und Vizeweltmeisterin, 7 Weltcupeinzelsiege; Anni Kronbichler, Anita Wachter, Ida Ladstätter, Monika Maierhofer, Karin Buder oder Ingrid Stöckl, verliehen ihm die Medien den Titel "Slalom-Doktor". Von diesem Zeitpunkt an ging seine Karriere als Profitrainer steil bergauf.

• 1988 - 1992: Cheftrainer Damen
In dieser Zeit betreute er Schigrößen wie: Petra Kronberger (Doppelolympiasiegerin, Weltmeisterin und dreifache Gesamtweltcupsiegerin), Anita Wachter (Olympiasiegerin und Weltcupsiegerin), Ulli Maier (Doppelweltmeisterin), Sigrid Wolf (Olympiasiegerin, Vizeweltmeisterin), Elisabeth Kirchler oder Ingrid Stöckl (Vizeweltmeisterin)

• 1992-1994 Leiter für Forschung und Entwicklung
Innovationen wie Druckverteilungsmessungen, Windkanaltests, Funkdatenübermittlung für Gleitreibungs-Optimierungen, medizinische Datenbank, optimierte Talentauslese und zahlreiche Serviceleistungen für Trainer und Athleten prägen die Arbeit Bergers in enger Zusammenarbeit mit den Universitäten Innsbruck, Salzburg und Graz.

• 1994 - 1998 Rennsportleiter – Damen

• Seit 1999 steht Berger mit seinem Wissen im Dienst der Kärntner Landesregierung, beispielsweise als Skischulaufsichtsorgan des Landes, als Vorsitzender der Pistengütesiegelkommission, als gerichtlich zertifizierter Sachverständiger Ski Alpin und seit 2018 ist Berger Sportbeauftragter des Landes Kärnten.

Bisher erhaltene Auszeichnungen:
2003 silbernes Ehrenzeichen ÖSV
2008 goldenes Ehrenzeichen ÖSV
2018 Ernennung zum Ehrenpräsidenten des LSVK


Rückfragenhinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Gerlind Robitsch
Fotohinweis: LPD Kärnten/Fritzpress