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Internationaler Anti-Drogen-Tag: Kärnten geht mit Präventionsprogramm voran

25.06.2020
LHStv.in Beate Prettner: Kärntner Suchthilfestrategie setzt bei acht Handlungsfeldern an - Präventionsprogramm geht ins 13. Jahr und deckt bereits 80 Prozent der Schulen ab - Kampf gegen Drogen auch Auftrag an Gesellschaft


Klagenfurt (LPD). „Prävention. Schadensminimierung. Konkrete Suchthilfe: Das ist die Dreier-Schrittfolge, in der erfolgreiche Suchtarbeit zu erfolgen hat“, zeigte sich heute, Donnerstag, Kärntens Gesundheitsreferentin LHtSv.in Beate Prettner vor dem Hintergrund des morgigen internationalen Anti-Drogen-Tages überzeugt.

„Auch, wenn Prävention ein langer Weg ist, ist er letztlich der effektivste. Daher gehen wir in Kärnten diesen Weg konsequent und beharrlich. Seit zwölf Jahren wird an Volksschulen das Lebenskompetenzprogramm „gemeinsam stark werden“ umgesetzt. Und seit elf Jahren an NMS und AHS Unterstufen das Projekt „plus“. Wir haben bereits 80 Prozent aller entsprechenden Schule erreicht“, betonte Prettner. Das Besondere an diesem Programm sei, dass es sich nicht um einmalige Projekte oder anlassbezogene Aktionen handle, sondern dass sich das Programm über die gesamten Schuljahre ziehe – „dafür wurden für jede Schulstufe altersgerechte Unterrichtsmaterialen ausgearbeitet, die in verschiedenen Unterrichtsfächern eingesetzt werden können“, erklärte Prettner.

Den morgigen internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr, kurz auch „Weltdrogentag“ genannt (er wird seit 1987 jedes Jahr am 26. Juni begangen) möchte Prettner zum Anlass nehmen, um auch an die Gesellschaft zu appellieren: „Das Thema Sucht verlangt die Zusammenarbeit vieler Stellen und das Hinschauen aller! Wir haben in Kärnten einen Suchtbeirat installiert mit allen relevanten Partnern, von Ärzten, Apothekerkammer, ÖGK bis zu Justiz, Polizei, Sozialarbeitern, Psychologen und Pädagogen. Wir benötigen aber auch die Unterstützung der Bevölkerung: Und zwar in der Form, dass sie auf betroffene Menschen einwirkt, sich helfen zu lassen.“ Denn Hilfe würde Kärnten flächendeckend anbieten: „Im letzten Jahr haben wir unser Beratungs- und Therapieangebot um 370 Plätze ausgebaut. Wir halten aktuell bei rund 1770 Plätzen. Zuletzt wurden im Herbst 2019 in Feldkirchen und im Feber 2020 in Wolfsberg eigene Beratungsstellen eröffnet.“

Mit der in der Vorwoche vorgestellten Suchthilfestrategie 2030 würde man nun zudem acht konkrete Handlungsfelder „beackern“: Neben einem weiteren Ausbau der Prävention sind das der Bereich Sucht im Alter, aber auch die Forcierung der Vernetzung sowie eine verstärkte Regionalisierung“, informierte Prettner. Und gerade im Vorfeld des Anti-Drogen-Tages warnt sie: „Machen wir uns eines bewusst: Sucht beginnt nicht mit Drogen - dort endet sie! Süchte beginnen da, wo es viele noch immer verharmlosen: bei Alkohol und Zigaretten.“


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Zeitlinger