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WIRTSCHAFT

Regierungssitzung 5/Coronavirus 300: Arbeitsmarktstärkende Maßnahmen beschlossen

30.06.2020
LHStv.in Schaunig: Schwerpunkte für Lehrlinge, junge Erwachsene mit Beeinträchtigung und Arbeitssuchende über 50 – Im Wohnbau u.a. Förderungen für Außenbeschattungen, barrierefreie Sanitäreinrichtungen, Balkonsanierungen


Klagenfurt (LPD). Kärnten will mit gezielten Maßnahmen für den Arbeitsmarkt und im Wohnbau den Herausforderungen durch die Coronakrise begegnen. Vorgestellt wurden diese heute, Dienstag, nach der Regierungssitzung von LHStv.in Gaby Schaunig als zuständige Referentin. Schwerpunkte setzt das Land vor allem für Lehrlinge, junge Erwachsene mit Beeinträchtigung und Arbeitssuchende über 50. Die Förderprogramme im Wohnbau zielen insbesondere auf Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit.

Schaunig hob die Aufstockung des Territorialen Beschäftigungspaktes von Land und Arbeitsmarktservice (AMS) hervor. Statt der geplanten 41,9 Mio. Euro stehen nunmehr für heuer 62,88 Mio. Euro zur Verfügung. Beim Wirtschaftsförderungsinstitut WIFI schaffen Land Kärnten und AMS 100 überbetriebliche Lehrplätze für den von der Coronakrise stark betroffenen Bereich Tourismus. Eine Mio. Euro kommt dafür vom Land und 1,4 Mio. Euro kommen vom AMS. „Gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wichtiges Qualitätskriterium für den Tourismus“, betonte Schaunig. Sie verwies auf eine aktuell laufende Befragung der Jugendlichen durch die Bildungsdirektion. „Es gibt für dich keinen Arbeitsplatz – das ist für einen jungen Menschen eine schlimme Mitteilung. In breiter Gemeinsamkeit wollen wir alles dafür tun, Jugendlichen Chancen und Perspektiven zu geben“, sagte Schaunig.

„Die Krise verschärft vor allem auch die Situation für die Gruppe der über 50-Jährigen Arbeitssuchenden“, so die Referentin weiter. In Abstimmung mit dem AMS werden daher zusätzliche 300 Maßnahmenplätze geschaffen. Diese fördert das Land Kärnten mit 1,35 Mio. Euro und das AMS mit 3,6 Mio. Euro. Zur Unterstützung von jungen Erwachsenen mit Beeinträchtigung wird eine Mio. Euro aufgewendet, die Hälfte davon kommt aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

Schaunig nannte außerdem 650 zusätzliche Stiftungsplätze zur Reintegration von Arbeitslosen. Dafür wendet das Land vier Mio. Euro auf und das AMS 6,7 Mio. Euro. Höhere Unterstützung gibt es zudem für Weiterbildung, Kurskosten und Prüfungsgebühren werden mit bis zu 75 Prozent gefördert. „Es hat sich in der Coronakrise viel verändert, vor allem die Digitalisierung hat nochmal einen rasanten Sprung gemacht. Das unterstreicht die Wichtigkeit von Weiterbildung“, meinte die Arbeitsmarktreferentin.

Aus dem Bereich des Wohnbaus stellte Schaunig ein Impulsprogramm für die nachträgliche Montage von Außenbeschattungen wie Rollläden und Raffstores vor. Mit dieser umweltfreundlichen Maßnahme könne man der Überhitzung von Wohnungen entgegenwirken. Maximal 1.000 Euro gibt es laut Schaunig pro Wohnung in mindestens 20 Jahre alten Bauten. Für die barrierefreie Adaptierung von Sanitäreinrichtungen gibt es Einmalzuschüsse von maximal 10.000 Euro pro Wohnung. „Hier ist zum Beispiel auch die vorsorgliche Umgestaltung eines Bades inbegriffen“, erklärte Schaunig. Der Nachweis einer Behinderung sowie ein barrierefreier Eingang seien demnach nicht nötig. Das Land erhöht weiters die Förderung für den nachträglichen Einbau von Balkonen bzw. Balkonsanierungen und es gibt eine Förderaktion für den erstmaligen Einbau von Aufzügen im mehrgeschossigen Wohnbau. „Wir wollen mit diesen Maßnahmen Investitionsimpulse setzen, den Wohnungsaltbestand attraktiver machen und Menschen, die nicht mehr so mobil sind, den längeren Verbleib in den eigenen vier Wänden ermöglichen“, fasste Schaunig zusammen.

Die Finanzreferentin teilte im Pressefoyer weiters mit, dass die Mittel für Beratungsleistungen des Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF) zu Corona-Unterstützungsmaßnahmen um 1,5 Mio. Euro aufgestockt wurden. Zudem sei der Maximalwert an KWF-Förderungen für medizinische und pharmazeutische Produkte sowie Produkte aus dem Hygienebereich von 30 auf 50 Prozent des Investitionsvolumens erhöht worden.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Markus Böhm