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WIRTSCHAFT

2. Kärntner Start-up-Brunch: „Gerade jetzt nach vorne schauen!“

03.07.2020
LHStv.in Schaunig lud Start-ups, Förderer und Investoren zum Erfahrungsaustausch nach Corona – Gründer nutzten Lockdown intensiv für Entwicklungsarbeit – Dünne Finanzdecke als Bedrohung – Land setzt mit KWF Unterstützungsprogramm auf


Klagenfurt (LPD). Zum ersten Mal wieder physisch, also mit persönlicher Anwesenheit und der Gelegenheit zum direkten Austausch, trafen sich auf Initiative von Wirtschaftsförderungsreferentin LHStv.in Gaby Schaunig und auf Einladung des build! Gründerzentrums Vertreterinnen und Vertreter der heimischen und internationalen Start-up-Szene im Congress Center in Villach. Trotz massiver Unsicherheit nach dem Lockdown war die Stimmung grundsätzlich von Kampfgeist und leisem Optimismus geprägt. „Im vollen Bewusstsein, wie enorm herausfordernd die Situation ist, braucht es so etwas wie die Lust, nach vorne zu schauen“, richtete Schaunig positive Worte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Ziel des Austauschs war es, einerseits die Initiativen und Fortschritte seit dem ersten Brunch im Jänner vorzustellen, andererseits aber vor allem Feedback von den Unternehmerinnen und Unternehmern zu den Corona-Unterstützungsprogrammen, die das Land mit dem KWF schnürt, einzuholen. Schnell zeigte sich, dass die Kärntner Maßnahmen genau dort ansetzen, wo der Schuh derzeit am schmerzhaftesten drückt: bei der dünnen Eigenkapitaldecke. „Wir werden über den KWF Unternehmerinnen und Unternehmern Eigenkapital in Form von stillen Beteiligungen zur Verfügung stellen“, erklärte Schaunig. Das Besondere daran: Innerhalb von zehn Jahren kann das Beteiligungskapital in eine Innovationsförderung umgewandelt werden.“

„Dort, wo dieses Instrument nicht greift, werden wir mit Darlehen aushelfen. Auch in diesem Fall kann die Finanzhilfe in eine Förderung umgewandelt werden, wenn das Unternehmen in innovative Entwicklungen investiert“, so Schaunig. An den Bund appelliert sie, bei Forschungsfinanzierungen Programme und Abrechnungsperioden zu verlängern. „Dies muss auf jeden Fall auch auf gesamteuropäischer Ebene passieren.“ Auf Landesebene werde es Ausschreibungen für Innovationspartnerschaften geben.

build!-Geschäftsführer Robert Gfrerer präsentierte die Pläne zu Weiterentwicklung der Plattform StartNet, ein Gemeinschaftsprojekt mit Land Kärnten, BABEG, KWF, IV, WK, AMS, FH Kärnten und AAU. Auch im Entstehen ist in Kooperation mit Slowenien und Italien eine Plattform für den Alpe-Adria-Raum. Im Herbst wird es einen Ideenwettbewerb im Bereich Electronic Based Systems geben. Im build! Gründerzentrum in Klagenfurt und Villach wurden in den letzten Wochen „Digital Deal Rooms“ aufgebaut, in denen Gründerinnen und Gründer digitale Investorengespräche führen können. Die Angebote für Cloud Services wurden massiv ausgeweitet, Kooperation mit großen Anbietern eingegangen.
Erich Hartlieb von der Fachhochschule Kärnten, Jürgen Kopeinig vom KWF, Technologiepark-Standortleiterin Sabine Domenig und BABEG-Vertreter Michael Russling luden die Teilnehmenden ein, sich mit Fragen oder Beratungsbedarf jederzeit an ihre Organisationen zu wenden.

Schaunig betonte zum Abschluss noch, dass das Land Kärnten nun – soweit dies im strengen EU- und Bundesregime möglich ist – den Glasfaserausbau massiv vorantreibt. „Wir pochen seit Jahren ausschließlich auf Glasfaser bis in die Haushalte. Die Krise hat gezeigt, dass dies der richtige Weg ist und Brückentechnologien keine Dauerlösung sein können.“


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Grabner/Stirn