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Affenberg Landskron ist Außenstelle der Uni Wien

06.07.2020
LH Kaiser: Weiteres Mosaiksteinchen in umfangreicher Kärntner Bildungslandschaft - Affenberg hat international enorme wissenschaftliche Reputation im Reich der Primatenforschung


Klagenfurt (LPD). Einen Wissenschaftstag absolvierte heute, Montag, Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser. Nach der Inauguration von Infineon-Vorstandsvorsitzender Sabine Herlitschka als neue Vorsitzende des Aufsichtsrates der Fachhochschule Kärnten, wurde der Affenberg in Landskron als Außenstelle der Universität Wien eröffnet.

„Diese neue Ausbildungsstätte für Studierende ist ein weiteres Mosaiksteinchen in der umfangreichen Bildungslandschaft Kärntens“, sagte der Landeshauptmann. So gebe es die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt seit 50 Jahren, die Fachhochschule Kärnten seit 25 Jahren und die Gustav Mahler Privatuniversität für Musik seit zwei Jahren. „Der Affenberg hat international eine enorme wissenschaftliche Reputation im Reich der Primatenforschung“, zeigte sich Kaiser sehr erfreut. Er versicherte, dass er alles tun werde, um die exzellente Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten. „Das Land Kärnten stellt die Infrastruktur für die Unterbringung der Studentinnen und Studenten in der Carinthischen Musikakademie im Stift Ossiach (CMA) zur Verfügung“, so Kaiser. Besonderen Dank für die gute Kooperation gab es für den Rektor der Universität Wien, Heinz Engl.

Rektor Engl hob die professionelle Zusammenarbeit mit Kärnten hervor und verwies in diesem Zusammenhang auf weitere Kooperationen, wie bei den Pfahlbauten am Keutschacher See und bei der historischen Aufarbeitung der Aussiedlung Kärntner Slowenen im Zweiten Weltkrieg durch Zeithistoriker Oliver Rathkolb. Auch am Affenberg laufe die Kooperation schon seit einigen Jahren, werde aber heute durch eine Vereinbarung auf ein neues Niveau gehoben. „Studierende können länger hierbleiben, da das Land Kärnten Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt, was die wissenschaftliche Arbeit sehr verbreitert.“ Zusammengearbeitet werde auch mit den Universitäten von Kyoto und Chicago, die weltweite Zentren für Primatenforschung seien. Hingewiesen hat der Rektor auch auf das gemeinsame Masterstudium Wirtschaftsrecht der Uni Wien und der Uni Klagenfurt, das einen Mastergrad für Absolventen sowohl in der Bundeshauptstadt als auch in Klagenfurt ermögliche.

Eva Millesi, die Vizedekanin der Fakultät Lebenswissenschaften, hob die Zusammenarbeit als einzigartige Möglichkeit für Wissenschaft und Lehre hervor. „Ich bin sehr beeindruckt von der Kompetenz und der Begeisterung am Affenberg – hier steht immer das Wohlergehen der Tiere im Mittelpunkt.“

Bernard Wallner, Leiter der Außenstelle, berichtete, dass es hier um wissenschaftlich geleitete Lehre und Grundlagenforschung am Sozialverhalten der Japanmakaken gehe. „Im Fokus der wissenschaftlichen Arbeit stehen die Einflussfaktoren auf das individuelle Sozialverhalten“, so Wallner. Besonders hervorgehoben hat auch er die Kooperation mit den Flagships der Primatenforschung Kyoto und Chicago. „Wir wollen den Standort Affenberg zu einem internationalen Forschungsinstitut ausbauen.“ Großen Dank gab es für Landeshauptmann Kaiser für sein inhaltliches Interesse, seine Vision und Innovation. Besonders hervorgehoben hat Wallner auch die Geschäftsführer Svenja und Peter Gaubatz „ohne die das alles nicht denkbar wäre“.

Lena Pflüger (wissenschaftliche Leitung) und Svenja Gaubatz berichteten über die bewegte Geschichte des Affenbergs und gaben einen Ausblick. „Wir sind mit 150.000 Besuchern jährlich eines der Top-Ausflugsziele Kärnten“, so Gaubatz. Auch sei die Wissenschaft mit den Besuchern gut in Einklang zu bringen. „Es werden Workshops für interessierte Laien angeboten“, informierte Pflüger. Hervorgehoben wurde auch die Zusammenarbeit mit der FH Kärnten. „Für unsere Daten wird eine eigene Datenbank erstellt und außerdem wird eine Gesichtserkennungs-App installiert.“ Eine seltene Begebenheit bei Japanmakaken wurde auch bekannt gegeben: Unter den 169 Tieren sei eine Subgruppe entstanden, für die ein Zusatzgehege als Rückzugsgebiet errichtet werde. „Hier werden wir in Zeiten von Corona die Möglichkeit haben, zusätzliche Privatführungen durchzuführen“, kündigte Gaubatz an.

Unter den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern waren LHStv.in Beate Prettner, Christian Kresse, Geschäftsführer Kärnten Werbung, Georg Overs, Tourismuschef von Villach, Faaker See und Ossiacher See, von der Burg Landskron – die Eigentümerfamilie Catasta und Gutsverwalter Gerhard Hold. Als besonderes Highlight gab es Grußbotschaften der britische Verhaltensforscherin Jane Goodall und von Mike Huffman vom Primate Research Institute Kyoto.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: LPD Kärnten/Oskar Höher