Presseaussendungen

POLITIK

Mobilitätsumfrage bestätigt: „Es braucht mehr Investitionen in den Öffentlichen Verkehr“

09.07.2020
LR Schuschnig: Reformplan wird bereits im Herbst vorgelegt – Noch 2020 S-Bus-Konzept für Pendler sowie Taktverdichtung am Wochenende und an Feiertagen im Schienenverkehr – Gespräche mit Verkehrsministerin zu Investitionspaketen für Kärnten: Braucht besseres Verkehrsangebot am Land, nicht nur U-Bahn-Stationen in Wien


Klagenfurt (LPD). Über 1.000 Kärntnerinnen und Kärntner ab 15 Jahren wurden im Rahmen der bisher größten kärntenweiten repräsentativen Mobilitätsumfrage zum Öffentlichen Verkehr befragt. „Das Ergebnis: Nur knapp 23 Prozent der Kärntner Bevölkerung nutzen Bus und Bahn regelmäßig. Diesen Anteil wollen wir jedenfalls erhöhen, um den Klimaschutz in Kärnten voranzutreiben“, so Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig, der heute, Donnerstag, gemeinsam mit Birgit Starmayr vom Market-Institut die Ergebnisse der Umfrage in einer Pressekonferenz präsentierte.

Im Rahmen des ÖV-Reformplans 2020plus wurde das Market-Institut mit dieser Umfrage beauftragt. „Ich wollte ein ehrliches, faktenbasiertes und ungeschöntes Meinungsbild der Kärntnerinnen und Kärntner haben. Das Ergebnis zeigt, dass wir verstärkt in den Ausbau der Angebotsqualität investieren müssen, wenn wir wollen, dass mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen“, sagte Schuschnig. Die größte Hemmschwelle für den Umstieg auf den ÖV sei, so die Ergebnisse der Befragung, eine mangelnde Attraktivität der Angebote und nicht vordringlich die tarifarische Situation.

Starmayr vom Market-Institut hob hervor: „Ein Großteil der Befragten hat im Umkreis von einem Kilometer Zugang zum Öffentlichen Verkehr und ist überdurchschnittlich gut über die Angebote informiert. Trotzdem nutzen nur 23 Prozent der Befragten mehrmals monatlich öffentliche Verkehrsmittel. 70 Prozent bleiben beim Auto.“ Nicht die tarifliche Situation oder landesweite Ermäßigungen seien zentral, „sondern ein besseres Angebot. Schlechte Verbindungen sind die größte Barriere“, so Starmayr, die höhere Investitionen in die Angebotserweiterung empfiehlt.

„Wenn über 80 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner sagen, wir müssen mehr in das Angebot von Bus und Bahn investieren, ist das ein klarere Auftrag“, sagte Schuschnig und ergänzte: „Hierfür wird es jedoch auch Unterstützung durch die Verkehrsministerin brauchen.“ Mit dem 1-2-3-Ticket sei die Bundesregierung bereits auf einem guten Weg, jedoch dürfe dieses nicht scheibchenweise umgesetzt werden. „Es braucht von Beginn an auch die Umsetzung der landesweiten Tickets“, forderte Schuschnig. Er werde dies auch heute bei einem Gespräch mit der Verkehrsministerin darlegen. Ebenso appellierte Schuschnig an die Verkehrsministerin, verstärkt Investitionen auch für Kärnten zu planen. „Wir werden die Klimaschutzziele nicht alleine mit weiteren U-Bahn-Stationen in Wien schaffen. Es muss mehr in die Regionen investiert werden“, so Schuschnig.

Besonders für Pendler in den Zentralraum sei, so zeige die Umfrage, die Fahrzeit mit dem Öffentlichen Verkehr zu lange. „In jenen Gebieten, die nicht an die S-Bahn angebunden sind, ist die Busanbindung für Pendler zu wenig attraktiv“, so der Mobilitätslandesrat. Schuschnig kündigte daher an, für Pendlerinnen und Pendler ab September ein S-Bus-Konzept umzusetzen. Weiters werden bereits ab 2021 verstärkt Mittel für die Regionalbusse eingesetzt. Stärker verschränkt werden die Bereiche Radverkehr, Tourismus und Öffentlicher Verkehr und das Schienenverkehrs- sowie Busangebot wird speziell fürs Radfahren erweitern. „Der Freizeit und Radsprinter Hohe Tauern und der Petzensprinter seien zwei neue Angebote, die wir gemeinsam mit dem ÖBB rechtzeitig zum Start der Sommersaison erreicht haben“, so Schuschnig.

Einmal mehr betonte er die Notwendigkeit eines höheren Verkehrs-Budgets für Kärnten. „Wir müssen gemeinsam einen Kraftakt anstreben und das Verkehrsbudget deutlich ausweiten“, sagte Schuschnig. „Der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und ein neues ‚Mindset‘ im Mobilitätsverhalten der Menschen hin zum Öffentlichen Personennahverkehr sind in Zeiten des Klimaschutzes eine der wesentlichsten Zukunftsthemen, um die sich die Regierungen global kümmern müssen. Es gilt, langfristig die Weichen hin zur Klimaneutralität im Verkehr zu stellen“, stellte Schuschnig klar. Damit der Öffentlichen Verkehr auch mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung tritt, „braucht es auch ein einheitliches Auftreten der Verkehrsmittel im öffentlichen Raum, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Ziel ist ein sichtbarer und attraktiver Verkehrsverbund, den wir noch heuer im Herbst präsentieren werden“, betonte der Landesrat.



Rückfragehinweis: Büro LR Schuschnig
Redaktion: Hetzel/Böhm
Fotohinweis: Büro LR Schuschnig


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