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Coronavirus 319: Infizierte Klagenfurterin – alle Kontakte werden getestet

11.07.2020
Koordinationsgremium tagte – 120 Kontakte zu infizierter Klagenfurterin können getestet werden – LH Kaiser per Video aus Homeoffice zugeschalten – Einhaltung der zeitlich und örtlich begrenzten Mund-Nasen-Schutz-Pflicht wurde von Bezirksverwaltungsbehörde und Exekutive kontrolliert


Klagenfurt (LPD). Kurzfristig einberufen, fand heute, Samstag, in der Kärntner Landesregierung eine Sitzung des Experten-Koordinationsgremiums in Anwesenheit von Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner und Landesrat Martin Gruber statt. Grund war die Clusterbildung rund um eine infizierte Klagenfurterin (wir haben berichtet). Es konnten vorerst120 Kontakte eruiert werden. Per Video aus dem Homeoffice war auch Landeshauptmann Peter Kaiser zugeschalten. Er versicherte abermals, dass er sich gesund und fit fühle, aber selbstverständlich in der angeordnete häuslichen Absonderung bleiben werde. Er dankte allen Verantwortlichen für die rasche und effektive Abhandlung der zu treffenden Maßnahmen in seinem aber auch in allen anderen Fällen. Nur so könne verhindert werden, dass neue Infektionsherde entstehen. Kaiser werde auch an der Regierungssitzung kommende Woche per Video zugeschalten teilnehmen. Ein zweiter Abstrich wurde bei ihm bereits abgenommen – das Testergebnis wird morgen erwartet. Nachdem der erste Test bei ihm keine Coronainfizierung ergab, bedeutet das, dass auch all jene Personen, mit denen der Landeshauptmann bis dahin In Kontakt war, keine Virusübertragung von ihm zu befürchten haben.

Die Sitzungen des Expertenkoordinationsgremiums werden ab sofort wieder ausgeweitet und finden zwei Mal wöchentlich statt.

Um sicher zu gehen, dass es ausgehend von der infizierten Klagenfurterin keine weiteren Ansteckungen gibt, können sich alle Kontakte, entgegen der sonst üblichen Vorgehensweise auch jene Kontakte der Kategorie 2 testen lassen. Menschen die mit einem Verdachtsfall Kontakt hatten, deren erstes Testergebnis negativ war, sind laut Experten nicht gefährdet, so ist es auch bei Kaisers Kontakten. Alle Personen die vor der Testung gestern Kontakt haben, sind sicher nicht infiziert. Bringt der Abstrich allerdings ein positives Testergebnis, werden alle Kontakte ab 48 Stunden vor Symptombeginn zurückverfolgt – für sie bestand ein potenzielle Infektionsrisiko. Momentan ist angedacht, dass Kontaktpersonen der Kategorie 1 künftig nicht nur häuslich abgesondert, sondern auch immer gleich getestet werden. Die Teststrategie wird derzeit unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Evidenz bundesweit einheitlich überarbeitet.

Seit heute gibt es in Kärnten zwei neue Infektionen. Es handelt sich um eine Person aus dem Bezirk Villach Land (die Datenerhebung und das Contact Tracing sind angelaufen) und eine Person aus Spittal. Letztere war im Krankenhaus Lienz und wurde nachhause entlassen – sie wird daher jetzt wieder Kärnten zugerechnet.

Großteils eingehalten wurde die seit gestern, Freitag, Abend verordnete Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in den Tourismus-Hotspots in den Bezirken Klagenfurt Land, Villach Land und Völkermarkt. In St. Kanzian habe es im Rahmen der Kontrollen keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Zehn Anzeigen und mehrere Organstrafmandate habe es hingegen in Velden gegeben. Die Einhaltung der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht soll weiterhin durch die Bezirksverwaltungsbehörde und die Exekutive durchgeführt werden. Aufgrund der geplanten Ausweitung der stichprobenartigen Grenzkontrollen wurde jetzt zudem ein Assistenzeinsatz des Bundesheeres angefordert.


Rückfragehinweis: Landespressedienst Kärnten, Gerd Kurath
Redaktion: Susanne Stirn

Fotohinweis: Shutterstock