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Wissen ausbauen – Zukunft sichern: Qualifizierungsförderung für Beschäftigte

20.07.2020
Land Kärnten und AMS Kärnten weiten Programme zur Weiterbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus – LHStv.in Schaunig: „Damit sichern wir Beschäftigung ab, verbessern Karrierechancen und bringen frisches Wissen in Betriebe“


Klagenfurt (LPD). Es ist ein rasanter Wandel, der sich seit geraumer Zeit am Arbeitsmarkt vollzieht und die Arbeitswelt umkrempelt: Digitalisierung und Automatisierung verändern gewohnte Abläufe, Strukturen und Prozesse; die Dynamik steigt. Berufe verändern sich, Wissen veraltet rasch. Dies alles stellt Unternehmen sowie (potenzielle) Arbeitskräfte vor große Herausforderungen. Um diese zu meistern, müssen fachliche Qualifikationen und Kompetenzen erweitert werden. Land Kärnten und AMS Kärnten setzen daher mit der „Qualifizierungsförderung für Beschäftigte“ einen vertieften Schwerpunkt. Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig und AMS-Landesgeschäftsführer Peter Wedenig präsentierten das Paket heute, Montag, auf Einladung von Vorstand Alexander Bouvier bei einer Pressekonferenz im Lehrlingsausbildungszentrum der Treibacher Industrie AG.

„Einerseits fördern wir gemeinsam mit dem AMS Kärnten natürlich die Qualifizierung von Arbeitssuchenden. Ein ebenso großes Augenmerk legen wir aber andererseits auf die Weiterbildung von Beschäftigten. Mit der Qualifizierungsförderung für Beschäftigte unterstützen wir Betriebe, die sich um die Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv bemühen und dafür auch Geld in die Hand nehmen. In neue und höhere Qualifikationen zu investieren, ist eine Investition in die Zukunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in die Zukunft der Betriebe und damit in die Zukunft Kärntens“, betonte Schaunig.

„Qualifizierung ist eine zentrale Strategie der Arbeitsmarktpolitik: Mit der Qualifizierung von Beschäftigten soll es gelingen, den Beschäftigtenstand hoch zu halten, frisches Wissen in die Betriebe zu bringen und sie so in ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen“, erklärte Wedenig. In dem aktuellen dynamischen Umfeld sei es eine betriebliche Notwendigkeit, in die Weiterbildung der Beschäftigten zu investieren, um neue Produkte und Dienstleistungen zu schaffen und um konkurrenzfähig zu bleiben. „Beschäftigten wiederum eröffnen sich mit der Höherqualifizierung neue Aufstiegs- und Entwicklungschancen. Studien zeigen, dass Beschäftigte nach einer Weiterbildung ein höheres Einkommen haben und dass auch die Beschäftigungsfähigkeit zunimmt“, so Wedenig.

Bei der Treibacher Industrie AG weiß man um die Bedeutung der Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Das Unternehmen steht im internationalen Wettbewerb, demensprechend steht man hier kontinuierlich vor der Herausforderung, das Know-how von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterzuentwickeln, um konkurrenzfähig zu bleiben.
„Die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nimmt eine zentrale Rolle in unserem Unternehmen ein. Aufgrund sich laufend ändernder rechtlicher und technologischer Rahmenbedingungen ist es für uns essentiell, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets auf dem aktuellen Stand der Technik sind. Dies gelingt nur durch kontinuierliche interne und externe Weiterbildungen und Schulungen“, zeigte Bouvier überzeugt.

Die Treibacher Industrie AG ist eines der größten Kärntner Unternehmen und beschäftigt am Standort in Althofen zirka 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend viele Schulungen gibt es, von denen einige auch durch das AMS gefördert werden. „Die Qualifizierungsinitiative von AMS und Land Kärnten ist ein Schritt in die richtige Richtung, wenn es um die Aufrechterhaltung und den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen geht“, sieht Bouvier die Förderungsschiene positiv. In den vergangenen Jahren wurden etwa 15 Kurse mit bis zu 1.500 Unterrichtseinheiten jährlich finanziell vom AMS unterstützt. Die Bandbreite reicht dabei von Erste-Hilfe-Kursen über Englischkurse, die für das Arbeiten in einem internationalen Umfeld sehr wichtig sind, bis hin zu einschlägigen Kursen, wie etwa Kursen zur Erhöhung des Sicherheitsbewusstseins am Arbeitsplatz oder den Chemiefacharbeiter-Kurs. Letzterer schafft ein tieferes Verständnis für die im Unternehmen stattfindenden chemischen Prozesse und bildet interne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Facharbeiterinnen und Facharbeitern in diesem Bereich aus.

Das Weiterbildungs-Jahr 2020 lässt sich jedoch nicht mit den vergangenen Jahren vergleichen, in denen jeweils gut 90 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Schulung absolviert haben. „Gerade in Zeiten der Corona-Krise war es für uns schwer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihre gewünschten Schulungen zu ermöglichen. Praktische Kurse vor Ort waren nicht möglich und nicht in allen Bereichen wurden Webinare oder Online-Schulungen angeboten. Einige rechtlich notwendige Schulungen wurden – in Abstimmung mit den jeweiligen Behörden – zeitlich nach hinten verlegt. Hier möchte ich mich auch für die Flexibilität und das Verständnis aller Beteiligten, allen voran natürlich unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, bedanken“, sagte Bouvier und schloss mit dem optimistischen Ausblick, dass das Jahr 2021 nicht nur in Hinblick auf das Thema Weiterbildungen wohl wieder etwas „unternehmensfreundlicher“ wird.

„Die mittelfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden sich sowohl in der zweiten Jahreshälfte 2020 als auch noch im nächsten Jahr in den Betrieben niederschlagen. Diese ungewollte Bremse kann idealerweise für Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Betriebs genutzt werden – und dazu gehören Investitionen in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Schaunig. Wedenig erinnerte daran, dass Themen wie Fachkräftebedarf und demographischer Wandel zwar derzeit angesichts der aktuellen Situation vielerorts in den Hintergrund gerückt sein mögen, „verschwunden sind sie deshalb aber nicht“.

Insgesamt 750.000 Euro stehen für die neue Qualifizierungsförderung für Beschäftigte bereit. Das AMS fördert konkret die Qualifizierung von Frauen bis 45 mit höchstens Lehrabschluss oder Abschluss einer Berufsbildenden Mittleren Schule (BMS), Männer bis 45 mit höchstens Pflichtschulabschluss sowie Frauen und Männer über 45 mit höherer Ausbildung als Pflichtschulabschluss. Das Land Kärnten erweitert nun dieses Angebot um die Förderung der Qualifizierung von Frauen bis 45 mit zumindest abgeschlossener Matura und Männer bis 45 mit zumindest Lehrabschluss bzw. BMS-Abschluss. „Damit wollen wir das Thema Qualifizierung breiter in die Unternehmen bringen und mehr Beschäftigten den Zugang zu Weiterbildung ermöglichen“, so Schaunig und Wedenig.

Die Förderung können alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Anspruch nehmen, der Fokus der Förderung liegt beim Land Kärnten auf den Bereichen Technologieentwicklungen und Innovation, Digitalisierung, Industrie 4.0, Robotik, Verkehr/Logistik, Webentwicklungen und E-Business.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Matticka/Stirn
Fotohinweis: Büro LHStv.in Schaunig