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Strukturreform im Tourismus: Schlagkräftige Regionen und mehr Kooperationen sichern künftige Erfolge

23.07.2020
LR Schuschnig: 14 Tourismusregionen werden ab 2021 auf neun reduziert, gemeindeübergreifende Tourismusverbände werden forciert - Begutachtung der neuen Regionsverordnung startet heute - Schuschnig: „Erlebnis unserer Gäste steht im Mittelpunkt“


Klagenfurt (LPD. Mit dem Kärntner Tourismusgesetz wurde 2012 die Struktur im Tourismus grundlegend modernisiert. „Nun machen wir den nächsten Schritt. Wir schaffen eine schlanke und schlagkräftige Regionsstruktur und fördern gemeindeübergreifende Kooperationen. Das Erlebnis des Gastes steht damit noch stärker im Mittelpunkt“, gab heute, Donnerstag, Tourismusreferent Sebastian Schuschnig zum Start des Begutachtungsverfahrens der neuen Tourismus-Regionsverordnung bekannt.

Bereits ab 2021 werden die derzeit 14 Tourismusregionen zu neun größeren Einheiten zusammengelegt. „In den vergangenen Monaten wurde mit allen Regionen und Tourismusverantwortlichen Gespräche geführt. Es gibt gerade jetzt große Bereitschaft, neue Kooperationen zu leben, um starke Erlebnisräume zu schaffen“, sagte Schuschnig. Die neuen Regionen wurden auf Basis von fachlichen Grundlagen, welche von der renommierten Tourismusberatungsagentur Conos GmbH aufbereitet wurden, und regionalen Zukunftsgesprächen gebildet. Es sei künftig für ein erfolgreiches Destinationsmanagement besonders wichtig, dass die neu geschaffenen Tourismusregionen ein „stringentes Produktangebot für den Gast bieten“, betonte der Landesrat. Darauf wurde bei der Ausgestaltung ein besonderes Augenmerk gelegt. „Es reicht nicht, alleine die Landkarte neu zu zeichnen. Jede Region hat ein klares und unverwechselbares Profil“, so Schuschnig.

In Oberkärnten entsteht durch die Strukturreform aus derzeit drei Regionen eine starke Einheit: die Nockberge, Bad Kleinkirchheim und der Millstätter See werden künftig unter einem Dach arbeiten. Ebenso wird das Lavanttal und Südkärnten – Klopeiner See eine Einheit bilden. Die Carnica Region wird mit dem Wörthersee vereint, ebenso bilden der Katschberg und das Lieser-Maltatal künftig eine größere Region.

„Damit schaffen wir stärkere Einheiten, die über mehr Ressourcen verfügen. So kann Kärnten noch stärker am internationalen Tourismusmarkt auftreten“, betonte Schuschnig. In den vergangenen Monaten sei dafür intensiv mit den Verantwortlichen aus allen Teilen des Landes gesprochen worden. Denn die neuen Regionen müssen „von den Tourismusunternehmern getragen werden“, ist der Tourismusreferent überzeugt.

Unverändert bleiben die Regionen Nassfeld-Pressegger See/Lesachtal/Weißensee, Hohe Tauern, Villach/Faaker See/Ossiacher See, Kärnten Mitte und Klagenfurt. Die Regionen werden bei den Umgründungsschritten und der tourismuspolitischen Ausrichtung durch das Land unterstützt und begleitet.

Schuschnig kündigte auch an, dass künftig auf allen Ebenen stärker auf Kooperationen gesetzt werde. „Wir wollen dem Urlaubsgast künftig mehr Angebote anbieten, die sich nicht an Orts- oder Regionsgrenzen orientieren“, sagte der Tourismuslandesrat. Daher werden auch Anreize für die Bildung von gemeindeübergreifenden Tourismusverbänden gesetzt. Derzeit gibt es in Kärnten 31 Tourismusverbände, lediglich zwei davon bestehen aus mehr als einer Gemeinde. „Das sollen mehr werden. Ziel ist es, in mehr Gemeinden den örtlichen Tourismus in einem Tourismusverband zu organisieren und gleichzeitig mehr gemeindeübergreifende Verbände zu erreichen“, so Schuschnig.

„Die Unternehmer haben es selbst in der Hand. Mit dem Tourismusgesetz haben wir es den Unternehmern ermöglicht, den örtlichen Tourismus selbst zu gestalten. Ich appelliere an die Unternehmer, davon Gebrauch zu machen“, so Schuschnig.

Um gemeindeübergreifende Tourismusverbände zu forcieren, soll auch das Kärntner Tourismusgesetz novelliert werden. „Künftig sollen in gemeindeübergreifenden Tourismusverbänden auch die betroffenen Gemeindevertreter stärker im Vorstand vertreten sein, damit der Informationsfluss gewährleistet ist“, betonte Schuschnig und ergänzte auch: „Die örtlichen Tourismusunternehmer bleiben jedoch weiterhin klar in der Verantwortung.“ Ebenso ist es geplant, Förderrichtlinien im Tourismus künftig stärker an Kooperationsprojekten auszurichten. Die Begutachtung der Tourismusregionsverordnung endet am 20. August 2020.


Rückfragehinweis: Büro LR Schuschnig
Redaktion: Plessin/Zeitlinger