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Landtag: Europapolitische Stunde thematisierte Energiewende

23.07.2020
LH Kaiser. Bei Energiewende muss man vom Reden nun ins Handeln kommen - LR.in Schaar: Kärnten befindet sich im Bereich der erneuerbaren Energie und des Umweltschutzes auf gutem Weg - LR Schuschnig: Zeit ist reif für grünen Wasserstoff
Klagenfurt (LPD). Im Rahmen der Euroapolitischen Stunde heute, Donnerstag, im Kärntner Landtag, debattierten die Landtagsabgeordneten mit den Europa-Parlamentariern Lukas Mandl, Andreas Schieder, Roman Haider und Thomas Waitz über Maßnahmen für die Energiewende. Einig waren sich alle Debattenredner, dass an der Energiewende kein Weg vorbeiführe und ein nachhaltiger Energie-Mix dafür notwendig sei. Seitens des Regierungskollegiums meldeten sich EU-Referent Landeshauptmann Peter Kaiser, Umwelt- und Energiereferentin LR.in Sara Schaar und Mobilitätsreferent LR Sebastian Schuschnig zu Wort.

Der Landeshauptmann dankte den vier Europarlamentariern für ihre Teilnahme an der Sitzung. Er stellte auch klar, dass in Kärnten in Bezug auf den Klimawandel bereits viele Maßnahmen gesetzt wurden und Kärnten gut aufgestellt sei. Wichtig für Kaiser ist es auch, dass man bei der Energiewende vom Reden nun ins Handeln kommen müsse, sagte Kaiser. Unumgänglich für den Kärntner Landeshauptmann ist es auch, dass bei der Klimadebatte die SDG’s (Nachhaltigkeitsziele der UN) einzubeziehen sind.

Als Vertreter im Ausschuss der Regionen werde er weiterhin aktiv das Thema Klimawandel und Energiewende thematisieren. Um Erfolge zu erzielen, seien Kohäsionsfonds und Regionalfonds nötig. „Wichtig ist es, dass wir uns alle von den notwendigen, kollektiven Maßnahmen und Überlegungen überzeugen lassen“, so Kaiser.

Den guten Weg, auf dem sich Kärnten im Bereich der erneuerbaren Energie und des Umweltschutzes befindet, hob Umwelt- und Energiereferentin Schaar in ihrer Rede hervor. Zahlreiche Projekte mit Partnern aus Italien und Slowenien seien bereits umgesetzt worden. Mit Initiativen wie den E5-Gemeinden oder beispielsweise dem Klimabündnis erreiche man in Kärnten rund 98 Prozent der Bevölkerung. „Die Ziele des Übereinkommens von Paris müssen nachgeschärft werden. Wir haben noch viele Hausaufgaben zu erledigen. Das wichtigste wird aber sein, dass wir die Menschen nicht im Stich lassen. Wir müssen alle auf dem Weg aus dieser Krise mitnehmen“, appellierte Schaar und forderte, die echten Verursacher der Krise in die Verantwortung zu nehmen.

Mit einem Gesamtanteil an erneuerbaren Energien von rund 56 Prozent ist Kärnten bereits ein Vorreiter und hat die besten Voraussetzungen die Ziele zu erreichen. Bei der Stromerzeugung steht Kärnten bei nahezu 100 Prozent erneuerbaren Strom. „Wir sind in Österreich aber in ein solidarisches System eingebettet und das sollten wir auch beim Erneuerbaren Ausbaugesetz nicht verlassen“, betonte die Umwelt- und Energiereferentin und wandte sich an die EU-Parlamentarier mit der Bitte, sich für einen echten Green New Deal einzusetzen, von dem alle profitieren. Auch beim Vorhaben Kärnten zur kinder- und familienfreundlichsten Region zu machen, seien die Bemühungen um eine intakte Natur und Umwelt unerlässlich. „Nehmen wir unsere Enkelverantwortung endlich wahr. Wenn keiner beginnt, werden wir es nicht schaffen. Auf allen Ebenen liegen bereits fertige Konzepte in den Schubladen, wenn wir nicht rasch ins Umsetzen kommen, werden die künftigen Generationen massiv darunter leiden“, rief Schaar auf.

Schuschnig stellte klar, dass die Energiewende konsequente Maßnahmen in vielen Bereichen, wie dem Wohnbau, dem Verkehr aber auch im Bereich der Technologie erfordern. „Wir müssen die Energiewende so rasch als möglich entschlossen angehen, um die Klimaziele im Sinne künftiger Generationen zu erreichen und Strafzahlungen zu vermeiden“, fand er deutliche Worte. Bei einem CO2 Ausstoß von 24 Millionen Tonnen im Verkehr bzw. von 35 Millionen Tonnen durch die Industrie sei es notwendiger denn je, auf neue Antriebsformen und -Technologien zu setzen. „Die Entschlossenheit aller in ganz Europa ist gefragt“, so Schuschnig. Als Mobilitätsreferent werde er vor allem auch im Öffentlichen Personennahverkehr Maßnahmen setzen.

Explizit wurde von Schuschnig der grüne Wasserstoff hervorgehoben, der landesweit in vielen Bereichen, wie dem Verkehr und der Industrie zur CO2-Reduktion eingesetzt werden könne. „Kärnten produziert bereits jetzt mehr als die Hälfte der Energie und fast 100 Prozent des Strombedarfs in nachhaltiger Erzeugung. Diese Stromspitzen werden wir nutzen, um durch Elektrolyse grünen Wasserstoff zu gewinnen. Wir haben die besten Voraussetzungen, eine Vorreiterrolle beim Wasserstoff einzunehmen, daran arbeiten wir weiter intensiv – die Zeit ist reif für Wasserstoff“, so Schuschnig.

Als Mobilitäts- und Wirtschaftslandesrat unterstütze er zu 100 Prozent die Wasserstoff-Strategie des Bundes. Seitens des Landes wurden bereits Initiativen gesetzt, Kärnten künftig als Wasserstoff-Modellregion zu etablieren. Bis zum Jahr 2030 sollen in Österreich 100 Wasserstofftankstellen geschaffen werden. „Wasserstoff ist nicht nur klimapolitisch relevant. Bis 2030 können europaweit 140.000 Arbeitsplätze entstehen und ein Marktvolumen von bis zu 140 Mrd. Euro erreicht werden – ein Potential, das zu nutzen gilt“, so Schuschnig.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, LR.in Schaar, LR Schuschnig
Redaktion: Michael Zeitlinger/ Susi Stirn
23. Juli 2020
Nr. 796