Presseaussendungen

POLITIK

Erster Arbeitsmarktgipfel in Kärnten

23.03.2021
LH Kaiser, LHStv.in Schaunig: Den Kärntner Arbeitsmarkt zu stabilisieren und gestärkt aus der Pandemie zu führen, ist das Ziel der Plattform Territorialer Beschäftigungspakt (TEP)


Klagenfurt (LPD). Um den Kärntner Arbeitsmarkt nachhaltig zu stärken, bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, um möglichst vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wieder den Zugang zu sinnstiftenden Tätigkeiten zu ermöglichen, gibt es erstmalig quartalsweise Abstimmungsgespräche zwischen der TEP-Kernpartnerschaft AMS Kärnten und Land Kärnten sowie den zentralen TEP-Plattformmitgliedern zusätzlich zu den halbjährigen Plattformsitzungen. „Für uns ist es besonders wichtig, uns mit den Sozialpartnern und Interessenvertretungen in regelmäßigen Abständen auszutauschen, um gemeinsam mit dem AMS schnellstmögliche Handlungsschritte und zukunftsweisende Initiativen einleiten zu können, die nachhaltig positive Veränderungen am Kärntner Arbeitsmarkt bewirken“, betonten Landeshauptmann Peter Kaiser und Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig beim ersten Arbeitsmarktgipfel gestern, Montag.

Für Schaunig als Initiatorin des ersten Arbeitsmarktgipfels in Kärnten steht fest: „Auch, wenn der Arbeitsmarkt Bundesangelegenheit ist, so wissen wir – und haben es in Bezug auf die Hypo/HETA-Krise deutlich gezeigt – wie sinnvolle Komplementärprogramme und zielgerichtete Bundesland-spezifische Maßnahmen als Hebel wirken und die notwendige Beschäftigung und Qualifizierung der in Kärnten lebenden Menschen sicherstellen. Der konstante Austausch zeigt, an welchen Stellen wir ansetzen müssen, möchten wir möglichst vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen und konsequent Arbeitsplätze mit Zukunftschancen und -perspektiven schaffen.“

Neben den zentralen Qualifizierungsmaßnahmen, die die Mismatch-Arbeitslosigkeit ausgleicht, und sinnstiftender Beschäftigung standen insbesondere Lehrlinge als die Fachkräfte der Zukunft im Fokus des ersten Arbeitsmarktgipfels, der für die Teilnehmenden als Chefsache gilt. „Der solidarische Schulterschluss zwischen allen, am inneren Kreis des TEP Beteiligten, zeigt deutlich, wie essentiell und zukunftsweisend das Instrument Arbeitsmarktgipfel ist. Unsere Arbeitsmarktstrategie 2021+ für Kärnten, die insbesondere auch ein eigenes Handlungsfeld für außergewöhnliche Ereignisse beinhaltet, hilft dabei, für die Bevölkerung in Kärnten durchdachte Handlungsschritte zu setzen, die ihren Alltag verbessern. Ich danke allen Präsidenten und Vorsitzenden sowie unserem Kernpartner AMS Kärnten für die gute Zusammenarbeit und das Engagement“, so Schaunig.

„Zusammenarbeit bringt uns weiter – das hat sich im Zuge der Corona-Krise sehr deutlich gezeigt. Gemeinsam ist es uns gelungen, rasch erste Abfederungsmaßnahmen für Arbeitsuchende zu schaffen und in der Folge Impulse für den Kärntner Arbeitsmarkt zu setzen. Darauf aufbauend war es unser Wunsch, diesen Austausch zwischen Land Kärnten, Sozialpartnern und AMS Kärnten innerhalb der TEP-Partnerschaft ab nun in Form eines Arbeitsmarktgipfels in Regelmäßigkeit stattfinden zu lassen. Denn wir sind nach wie vor mit sich ändernden Rahmenbedingungen konfrontiert, die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Um hier kurz- und mittelfristige Strategien zu entwickeln und unsere Mittel effizient einzusetzen, ist es wichtig, dass sich die zentralen Akteurinnen und Akteure der Kärntner Arbeitsmarktpolitik gut und wiederkehrend abstimmen. So können wir rasch und zielgerichtet Chancen für Arbeitsuchende schaffen, Unternehmen unterstützen und Beschäftigung absichern“, bekräftigte AMS-Landesgeschäftsführer Peter Wedenig.

Von „heiß laufenden Telefonen“ berichtete Arbeiterkammerpräsident Günther Goach: „Die Arbeiterkammer verzeichnete allein am Freitag vor der Schließung des Bezirkes Hermagor über 200 Anrufe von Beschäftigten, die sich zu den angeordneten Tests und arbeitsrechtlichen Aspekten informierten. Wir orten eine große Unsicherheit bei unseren Mitgliedern zu den Themenbereichen Testen & Impfen und wünschen uns hier mehr, bestenfalls lückenlose, Information.“ Für die Menschen in Arbeitslosigkeit, sei es – ein Jahr nach Beginn der Pandemie – finanziell knapp geworden, weswegen Goach erneut forderte: „Das Arbeitslosengeld muss auf 70 Prozent angehoben werden, alles andere treibt Menschen unschuldig in den finanziellen Ruin.“ Stark betroffen seien Beschäftigte aus Branchen, die mit Trinkgeld ihr Gehalt aufbessern, was nun seit spätestens November komplett entfällt.

Besonders junge Menschen und Lehrlinge würden unter den sozialen Einschränkungen leiden, was besondere Maßnahmen für diese Gruppe unserer Gesellschaft bedürfe. Die erfolgreiche Kärntner Lehrlingsmesse und das große Interesse an den Angeboten der Berufs- und Bildungsorientierung Kärnten habe gezeigt, wie hoch der Bedarf an Berufsorientierungsmaßnahmen sei – diese müssen forciert werden und allen Kärntner Schülerinnen und Schülern zugänglich gemacht werden. „Wir dürfen keinen Menschen zurücklassen und müssen alles dafür tun, aus dieser Krise einen Gewinn zu schlagen: Jede und Jeder ohne einen Job soll jetzt entsprechend ausgebildet werden, um auf eine freie Stelle – und jene, die wieder frei werden – vermittelt werden zu können“, so Goach. Der bestehende Mismatch – die Kluft zwischen vorhandenen Fähigkeiten bei Arbeitslosen und Bedarf an Fertigkeiten bei offenen Stellen – könne so verkleinert werden.

Besorgt von der Entwicklung auf dem Kärntner Arbeitsmarkt zeigte sich auch Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl: „Die Corona-Krise hat die strukturellen Probleme des Kärntner Arbeitsmarktes aufgezeigt und die zunehmende Lücke zwischen Beschäftigungslosen einerseits und seitens der Betriebe vergeblich gesuchten qualifizierten Fachkräften verstärkt.“ Gemeinsam müsse es gelingen, diesen „Mismatch“ zu verringern, weshalb die Wirtschaftskammer jede diesbezügliche Initiative unterstütze, betonte Mandl: „Jede Kraftanstrengung, dieses Gap zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage mittels Qualifikationsprogrammen zu verkleinern, nützt den arbeitsuchenden Menschen, den mitarbeitersuchenden Unternehmen und dem Lebensstandort Kärnten.“

IV-Kärnten-Präsident Timo Springer bezeichnete die aktuelle konjunkturelle Situation als gut. 67 Prozent der Kärntner Industriebetriebe meldeten zuletzt (4. Quartal 2020) eine positive Geschäftslage. Die Einschätzung für den Sommer sei aber auch coronabedingt sehr vorsichtig. Dann rechnen nur noch 18 Prozent der Betriebe mit einer guten Geschäftslage. Entscheidend sei dafür die Entwicklung beim Export und der wiederum hänge an den Reisemöglichkeiten von Schlüsselarbeitskräften in Vertrieb, Montage und Service. Springer forderte hier eine Vorreihung dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen der Kärntner Impfstrategie. Viel werde aber auch von der Verfügbarkeit von Fachkräften abhängen, so Springer. Mehr als ein Drittel der Kärntner Industrieunternehmen sagen laut einer Umfrage der IV Kärnten, dass das Finden von Fachkräften für den Weg des Unternehmens aus der Krise sehr wichtig sein werde. Gleichzeitig werde es aber immer schwerer, diese Fachkräfte zu finden. Als Beispiel nannte Springer hier die Lehre. Fast ein Drittel der Unternehmen beklage, dass die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber heuer merkbar abgenommen habe, 19 Prozent, dass die Qualität der Bewerbungen merkbar abgenommen habe. Da brauche es eine Änderung im Mindset, vor allem in der Berufsorientierung in den Schulen.

Für ÖGB-Landesvorsitzenden Hermann Lipitsch ist die Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern und den politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern ein österreichweites Erfolgsmodell, mit welchem gezielt auf Know-how der Interessensvertretungen zurückgegriffen wird. „Durch die Zusammenarbeit können wir schnell auf die aktuellen Situationen am Arbeitsmarkt reagieren und Maßnahmen ergreifen, welche den Menschen sofort und effizient helfen“, so Lipitsch. Das Thema Lehrausbildung ist für Lipitsch eine Herzensangelegenheit. „Es ist unsere Pflicht, jungen Menschen Lehr- und Ausbildungsplätze in ausreichender Form zur Verfügung zu stellen und ihnen damit Perspektive und Zukunft zu geben“, so Lipitsch, der eine Schwerpunktsetzung in der von der Pandemie gerüttelten Tourismusbranche anstrebt. Immer mehr Fachkräfte verlassen aufgrund der Unsicherheit die Tourismusbranche und orientieren sich beruflich neu. In einer eigenen Schwerpunktsetzung für „Jugend im Tourismus“, sollen Schnupperkurse an der Fachberufsschule für Tourismus in Villach angeboten werden. In der Schule können Jugendliche die Basisgrundlagen und die Berufsbilder im Tourismus praxisorientiert kennenlernen. „Damit stellen wir sicher, dass Jugendliche fundierte Grundkenntnisse, Basiswissen und eine exzellente Ausbildung erhalten und Betriebe den Nachwuchs für die Branche bekommen, der so dringend benötigt wird“, betonte Lipitsch.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Waldner/Böhm


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