Presseaussendungen

LOKAL

Strahlenschutz: KÄRN:MESS als rollendes Strahlenmesslabor

05.08.2021
LHStv.in Prettner und Strahlenschutzbeauftragter Weissitsch: Mit dem AKW Krsko hat Kärnten ein Gefahrenpotenzial vor der Haustür – Transportunfälle, radioaktive Funde im Schrott, Schmuggel etc. sind weitere Risikoherde – Kärnten verfügt als einziges Bundesland über ein mobiles Strahlenmesslabor – dieses spart Wege, Zeit und Geld


Klagenfurt (LPD). „Die Coronapandemie hat uns gezeigt, dass es Notfall-Ereignisse gibt, auf die man sich de facto nicht oder nur begrenzt vorbereiten kann. Es gibt aber auch Notfall- und Katastrophenszenarien, für die man entsprechende Vorkehrungen treffen kann. Ich meine damit radiologische Ereignisse“, betonte heute Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner bei einer Pressekonferenz, zu der sie auch den Kärntner Strahlenschutzbeauftragten Rudolf Weissitsch geladen hatte. „Wir in Kärnten haben mit dem AKW Krsko ein Gefahrenpotenzial quasi vor der Haustür. Dieser Tage hat die slowenische Regierung noch dazu grünes Licht für einen weiteren Ausbau des Kernkraftwerkes gegeben“, so Prettner. Zum Glück seien AKW-Unfälle Seltenheit. „Dennoch können sie passieren. Und sie passieren tatsächlich. Denken wir an Fukushima. Denken wir an Tschernobyl“, erinnerte die Gesundheitsreferentin. Allerdings würde man auch mit anderen Gefahrenquellen leben, die kaum bekannt seien – etwa Transportunfälle mit medizinischen oder mit industriellen Strahlenquellen. „Solche Transporte sind laufend auf unseren Straßen unterwegs“, meinte Prettner. Eine weitere Gefahrenquelle seien Strahlenquellen, die plötzlich irgendwo auftauchen – also der Fund von Radioaktivität beispielsweise im Schrott, im Sperrmüll, bei Entsorgungsbetrieben. „Eine Gefahr ist natürlich auch bei einem Brand in einem Betrieb mit Strahlenquellen gegeben“, sagte die Gesundheitsreferentin.

Genau für diese Notfall-Szenarien sehen Bundesvorgaben Reaktionspläne vor. Das Land Kärnten habe aber darüberhinaus für all diese latenten Gefahrenquellen ein mobiles Messlabor entwickelt. „Wir sind damit das einzige Bundesland, das über ein solches Messlabor verfügt. Wir nennen es den Kärntner Strahlenmessbus KÄRN:MESS“, erklärte Prettner. Entwickelt wurde das strahlenmesstechnische Equipment des Busses vom Kärntner Strahlenschutzbeauftragten Weissitsch gemeinsam mit der Firma Gihmm. Gihmm ist auch jenes Unternehmen, das das österreichweite Strahlenfrühwarnsystem entwickelt hat und dieses laufend betreut. Gekostet hat der Bus rund 120.000 Euro – 60.000 Euro entfallen dabei auf den „rohen“ Bus, weitere 60.000 Euro kostet mit derzeitigem Stand das Innenleben. „Dieses Equipment wird laufend weiterentwickelt. Denn Messsysteme entwickeln sich permanent und ebenso permanent folgen die Updates des Busses.“ Der Strahlenmessbus bringe zahlreiche Vorteile: „Er spart Wege; er spart Zeit; er spart Geld“, betonten Prettner und Weissitsch. Warum? „Besonders bei einem AKW-Unfall sind weitreichende Messungen von Boden, Pflanzen, Wasser, Messungen der Lebensmittel und Messungen der Futtermittel erforderlich. Mit KÄRN:MESS ist gewährleistet, dass wir in Kärnten sehr schnell agieren können.“ Ohne KÄRN:MESS müsste man aufwendig Proben entnehmen – von Boden, Pflanzen, Futtermittel etc. Diese Proben würden dann nach Graz oder Wien gesendet werden, wo sich die Analysestationen befinden. Die Laborauswertungen sind entsprechend teuer. „Mit dem Bus können wir aber direkt vor Ort Messungen durchführen. Schon nach wenigen Minuten erhalten wir die Auswertungen“, informierte Rudolf Weissitsch.

„Damit der Bus nicht nur im Notfall eingesetzt wird, erstellt das Land Kärnten damit auch zwei ‚Landkarten‘, die laufend vervollständigt und aktualisiert werden“, sagte LHStv.in Prettner. Es handelt sich dabei zum einen um die Cäsium-Landkarte Kärnten und zum anderen um die Kärntner Pilzlandkarte. Weissitsch: „Mit der Cäsium-Landkarte werden wir die erste flächendeckende Cäsium-Bestandsaufnahme eines Bundeslandes erstellen. Diese liefert uns Basiswerte, die im Fall eines ‚Strahlenereignisses‘ zum Vergleich herangezogen werden können. Und mit der Pilzlandkarte haben wir cäsiumbelastete Pilze geographisch zuordenbar erfasst. Auch das dient uns bei einer Kontamination von Teilen unseres Bundeslandes als Vergleichswert.“

Als Kärntner Strahlenschutzbeauftragter ist Weissitsch mit der Koordination bei radiologischen Notfällen sowie der Erstellung von Strahlenalarmplänen beauftragt. „In Not- und Katastrophenfällen geht es zuallererst um sichere Information und gesicherte Daten. Das heißt: Die Bevölkerung ist so schnell wie möglich mit Fakten und Aufrufen zu versorgen“, so Weissitsch. Und das heiße vor allem auch: Angst, Stress, Panik vor allem durch Falschmeldungen auf Social Media müssten verhindert werden. „Unser Bundesland verfügt mit dem Kärntner Strahlenalarmplan über eine Kommunikationsschiene, auf die sich die Menschen verlassen können: Sie verbindet alle relevanten Ebenen - Verwaltung, Gesundheitsorganisationen, Exekutive – und leitet sämtliche notwendigen Informationen umgehend an die Bevölkerung weiter. Ohne Fake News“, betonte Weissitsch. Im Gegensatz zu den Ereignissen der Vergangenheit (z. B. Tschernobyl) gebe es heute eine aktive Informationspolitik, die durch bilaterale Verträge mit den Nachbarstaaten, dem Strahlenfrühwarnsystem und die enge Zusammenarbeit durch Informations- und Datenaustausch auf internationaler Ebene sichergestellt werde.

„Die verschiedenen Szenarien werden national und international in Form von Notfallübungen regelmäßig getestet. Selbst bei Worst-Case-Szenarien sind nach internationalen Standards Evakuierungen in Österreich auch für grenznahe Kernkraftwerk-Unfälle nicht erforderlich“, betonte der Strahlenschutzbeauftragte. Warum? „Weil die anderen vorgesehenen Schutzmaßnahmen – wie Aufenthalt in Gebäuden und Jodblockade durch Einnahme von Kaliumjodid-Tabletten - ausreichend sind“, begründete Weissitsch. In Österreich werden seit über 25 Jahren Kaliumjodid-Tabletten für die Versorgung der Bevölkerung bevorratet.




Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Stirn
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner


Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden auf unserer Website eigene und Cookies von Drittanbietern, um unser Angebot für Sie nutzerfreundlicher zu gestalten. Indem Sie auf "akzeptieren" klicken, stimmen Sie dem Setzen von Cookies zu. In den Detail-Einstellungen und unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen zu den von uns eingesetzten Cookies. Die Auswahl Ihrer erteilten Zustimmung können Sie jederzeit ändern und widerrufen.

Notwendige Cookies: Diese Cookies sind für die Funktionalität dieser Website notwendig, da ohne diese eine fehlerfreie Darstellung und Bedienung nicht gewährleistet ist.

Name Anbieter Zweck Ablauf Typ
_l42cc_confirmed
_l42cc_statistics
_l42cc_marketing
_l42cc_preferences
www.ktn.gv.at Notwendig, um den Opt(in/out)-Status zu speichern 2 Jahre Cookie
cmssidprjakl www.ktn.gv.at Notwendig, um die Inhalte der Seite anzuzeigen Beenden der Browsersitzung Session
ns_agis_8080 gis.ktn.gv.at Notwendig zur Anzeige von Karten Beenden der Browsersitzung Cookie

Über Cookies
Cookies sind kleine Textdateien, die Ihr Browser speichert, indem er diese auf Ihrem Rechner abgelegt. Gemäß der aktuellen Rechtsprechung dürfen wir eigene Cookies ohne Ihre ausdrückliche Einwilligung setzen, wenn diese für den Betrieb unserer Website unbedingt notwendig sind. Für alle anderen Cookie-Typen, insbesondere von Drittanbietern, benötigen wir dagegen Ihre Erlaubnis. Unsere Website verwendet unterschiedliche Cookie-Kategorien, die durch uns oder Drittanbieter platziert werden.

Nicht qualifizierte Cookies
Diese Cookies befinden sich noch in der Klassifizierungsphase.

Präferenzen: Der Einsatz dieser Cookies ermöglicht uns die Informationen zu speichern, die Sie als Nutzer durch Ihr Surfverhalten definieren.

Name Anbieter Zweck Ablauf Typ
_RequestVerificationToken Zendesk Cookiebot Hilft, Cross-Site Request Forgery- (SCRF-) Angriffe zu verhindern. Session HTTP
_RequestVerificationToken Cookiebot Hilft, Cross-Site Request Forgery- (SCRF-) Angriffe zu verhindern. Session HTTP
_RequestVerificationToken Cookiebot Hilft, Cross-Site Request Forgery- (SCRF-) Angriffe zu verhindern. Session HTTP
_RequestVerificationToken Cookiebot Hilft, Cross-Site Request Forgery- (SCRF-) Angriffe zu verhindern. Session HTTP

Über Cookies
Cookies sind kleine Textdateien, die von Webseiten verwendet werden, um die Benutzererfahrung effizienter zu gestalten. Laut Gesetz können wir Cookies auf Ihrem Gerät speichern, wenn diese für den Betrieb dieser Seite unbedingt norwendig sind. Für alle anderen Cookie-Typen benötigen wir Ihre Erlaubnis. Diese Seite verwendet unterschiedliche Cookie-Typen. Einige Cookies werden von Drittparteien plaziert, die auf unseren Seiten erscheinen.

Nicht qualifizierte Cookies sind Cookies, die wir gerade versuchen zu klassifizieren, zusammen mit Anbietern von individuellen Cookies.

Statistiken: Diese Cookies (ggf. von Drittanbietern) ermöglichen uns die statistische Auswertung der Website mittels Speicherung anonymisierter Informationen.

Name Anbieter Zweck Ablauf Typ
_ga Google Registriert eine eindeutige ID, die verwendet wird, um statistische Daten dazu, wie der Besucher die Website nutzt, zu generieren. 2 Jahre HTTP
_gat Google Wird von Google Analytics verwendet, um die Anforderungsrate einzuschränken 1 Tag HTTP
_gid Google Registriert eine eindeutige ID, die verwendet wird, um statistische Daten dazu, wie der Besucher die Website nutzt, zu generieren. 1 Tag HTTP

Über Cookies
Cookies sind kleine Textdateien, die Ihr Browser speichert, indem er diese auf Ihrem Rechner abgelegt. Gemäß der aktuellen Rechtsprechung dürfen wir eigene Cookies ohne Ihre ausdrückliche Einwilligung setzen, wenn diese für den Betrieb unserer Website unbedingt notwendig sind. Für alle anderen Cookie-Typen, insbesondere von Drittanbietern, benötigen wir dagegen Ihre Erlaubnis. Unsere Website verwendet unterschiedliche Cookie-Kategorien, die durch uns oder Drittanbieter platziert werden.

Nicht qualifizierte Cookies
Diese Cookies befinden sich noch in der Klassifizierungsphase.

Marketing: Diese Cookies werden von Drittanbietern verwendet, um Ihnen (auch auf externen Webseiten) personalisierte Werbung anzuzeigen.

Name Anbieter Zweck Ablauf Typ
_RequestVerificationToken Zendesk Cookiebot Hilft, Cross-Site Request Forgery- (SCRF-) Angriffe zu verhindern. Session HTTP
_RequestVerificationToken Cookiebot Hilft, Cross-Site Request Forgery- (SCRF-) Angriffe zu verhindern. Session HTTP
_RequestVerificationToken Cookiebot Hilft, Cross-Site Request Forgery- (SCRF-) Angriffe zu verhindern. Session HTTP
_RequestVerificationToken Cookiebot Hilft, Cross-Site Request Forgery- (SCRF-) Angriffe zu verhindern. Session HTTP

Über Cookies
Cookies sind kleine Textdateien, die Ihr Browser speichert, indem er diese auf Ihrem Rechner abgelegt. Gemäß der aktuellen Rechtsprechung dürfen wir eigene Cookies ohne Ihre ausdrückliche Einwilligung setzen, wenn diese für den Betrieb unserer Website unbedingt notwendig sind. Für alle anderen Cookie-Typen, insbesondere von Drittanbietern, benötigen wir dagegen Ihre Erlaubnis. Unsere Website verwendet unterschiedliche Cookie-Kategorien, die durch uns oder Drittanbieter platziert werden.

Nicht qualifizierte Cookies
Diese Cookies befinden sich noch in der Klassifizierungsphase.