Presseaussendungen

POLITIK

16 Tage gegen Gewalt an Frauen: Zögern Sie nicht!

25.11.2021
LHStv.in Prettner, LR.in Schaar: Opferschutz-Einrichtungen, Beratungsstellen, neuer Überblick sämtlicher Gewaltschutz- und Gewaltpräventivmaßnahmen – Kooperation mit SPAR Kärnten soll leicht zugängliche Unterstützungsmöglichkeit sichtbarer machen –2,74 Mio. Euro von Land Kärnten für Gewaltschutz- und -prävention


Klagenfurt (LPD). „Eine von fünf Frauen in Österreich ist von Gewalt betroffen. Gewalt hat viele schreckliche Gesichter. Sie ist ein gesellschaftliches Problem. In Kärnten sind von Gewalt Betroffene nicht allein. Zögern Sie nicht, wenn Sie selbst betroffen sind oder Sie Gewalt wahrnehmen“, betonen heute, Donnerstag, Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner und Frauen-Landesrätin Sara Schaar anlässlich des Beginns der „16 Tage gegen Gewalt“ von 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen) bis 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte).

„Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde die Kärntner Beratungshotline für Frauen* und Mädchen* unter 0660/244 24 01 in Kooperation mit der Frauen-Helpline ins Leben gerufen, um für die Frauen in Kärnten jederzeit zur Verfügung zu stehen“, so Schaar, die den Beratungsstellen recht herzlich für ihren Einsatz dankt. Die Beratungshotline ist rund um die Uhr anonym und kostenlos erreichbar. 237 Anrufe im Jahr 2020, vor allem während der Lockdowns, stehen bisher 200 Anrufen im heurigen Jahr gegenüber. Jeder Anruf ist einer zu viel. Deshalb wird ab heute, Donnerstag, 16 Tage lang am Ende jedes SPAR-Kassabons diese Nummer zu finden sein. „SPAR Kärnten hilft auf diesem Wege mit, eine sofortige Unterstützungsmöglichkeit, die leicht erreichbar ist, sichtbar zu machen“, sagt Schaar, die SPAR Kärnten herzlich für diese Kooperation dankt.

SPAR-Kärnten-Geschäftsführer Paul Bacher: „SPAR unterstützt gerne bei diesem wichtigen Thema. Wir sehen es als unsere gesellschaftspolitische Aufgabe als österreichisches Familienunternehmen, die Bevölkerung für das Thema Gewaltschutz zu sensibilisieren und Betroffenen schnell, unauffällig und einfach Informationen über Hilfsangebote zukommen zu lassen. Der Aufdruck der Frauen-Notrufnummer Kärntens auf dem Kassabon ist der konsequente nächste Schritt unseres Engagements.“

Mit 25. November, dem internationalen Gedenktag für alle Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden, wird bei SPAR in Kärnten 16 Tage lang die Kärntner Beratungshotline für Frauen* und Mädchen* am Ende des Kassabons zu finden sein. „Täglich gibt es bei SPAR in Österreich deutlich mehr als eine Million Zahlungsvorgänge und somit mehr als eine Million Kassabons“, erläutert Bacher die Reichweite der Aktion. Durch diese Maßnahme während der offiziellen „16 Tage gegen Gewalt“ sollen Betroffene möglichst niederschwellig erreicht werden und die Themen Gewaltprävention sowie Gewaltschutz Aufmerksamkeit erhalten.

Frauen sind statistisch gesehen in den eigenen vier Wänden am meisten bedroht. In der Vergangenheit waren es großteils familiäre oder partnerschaftliche Verhältnisse, in denen es zu gewalttätigen Übergriffen bis hin zum Mord gekommen ist. „Die Kärntner Frauenberatungsstellen, mit denen wir ständig in Kontakt sind, um aktuelle Tendenzen zu erkennen, verzeichneten zwischen September 2020 und 2021 23.577 Einzelberatungen sowie 15.000 Klientinnen. Ab März 2021 stieg die Nachfrage nach Beratungen wieder merklich an. Das Thema Gewalt ist omnipräsent“, so Schaar, die weiß: „Die Abhängigkeit vieler Frauen ist seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich gestiegen und während eines Lockdowns ist die Hürde, sich Hilfe zu suchen, oft noch größer. Die Weihnachtsfeiertage heizen das Gewaltthema meist an, sodass die Zahlen der Beratungen und in den Frauenhäusern danach steigen. Deshalb ist es wichtig, rasch Sicherheit zu bieten sowie mittel- und langfristig in präventive Maßnahmen zu investieren, um die Unabhängigkeit von Frauen, nicht nur in finanzieller Hinsicht, zu stärken.“

In den vier Kärntner Frauenhäusern konnte in diesem Jahr eine markante Steigerung der aufgenommenen Frauen um 10,7 Prozent bemerkt werden. „Die Aufenthaltsdauer ist um ca. 15 Prozent gestiegen, ebenso gab es Anstiege bei Nachbetreuungsbedarf sowie bei ambulanten bzw. telefonischen oder digitalen Beratungen. Wir merken auch eine Zunahme der Intensität der häuslichen Gewalt, bei sogenannten ,High-Risk-Fällen‘“, so Prettner, die betont: „Auch im Lockdown sind die Frauenhäuser jederzeit erreichbar und eine Aufnahme ist immer möglich.“ Das gilt natürlich für alle Beratungsstellen.

Das Gewaltschutzzentrum Kärnten, das für alle Gewaltbetroffenen meist die erste Anlaufstelle ist, verzeichnete im Jahr 2020 bis heute eine Steigerung von 13 Prozent bei Betretungs- und Annäherungsverboten und eine Steigerung von 2,5 Prozent bei beratenen Personen. Alleine die Caritas-Männerberatung führte seit 1. September 2021 die verpflichtende sechsstündige Gewaltpräventionsberatung für Gefährder bis Mitte November 123 Mal durch.
Das Land Kärnten investiert 2021 insgesamt 2,74 Millionen Euro alleine in Gewaltschutz und -prävention. Enthalten sind Förderungen der Frauenhäuser, Therapiekosten von Gewaltopfern, Projektförderungen von Frauenberatungsstellen sowie öffentlichkeitswirksame Sensibilisierungsmaßnahmen.

Zwei neue Angebote, wenn es innerhalb von Familien zu Konfliktsituationen kommt, konnte Sozialreferentin Prettner im diesjährigen Herbst vorstellen: den „mobilen Familiencoach“ und den „Kärntner Soziallotsen WOHIN“. Das mobile Familiencoaching der Diakonie de La Tour unterstützt und berät seit 1. September 2021 Familien in belastenden Lebenssituationen. 300 Familien und hier vor allem Mütter haben sich bisher schon an den Coach gewandt. Der Soziallotse hilft, bei sozialen Fragen die richtige Anlaufstelle in Kärnten zu finden. „Unsere Gesellschaft ist hohem Druck ausgesetzt. Die Gründe sind sozialer, gesundheitlicher und/oder finanzieller Natur. Die Konsequenzen sind oft dramatisch: Überforderung, psychische Probleme, Gewaltbereitschaft. Kärnten schnürt seit Jahren ein vielfältiges Hilfsangebot, laufend kommen neue und zielgerichtete Angebote dazu. Ich appelliere an alle Betroffenen, sich nicht zu scheuen, die Hilfen auch anzunehmen“, so Prettner.

Neu ist auch eine Online-Broschüre mit Kontakten aller Hilfs- und Unterstützungsangebote für alle, die von Gewalt betroffen sind oder sie wahrnehmen, auf einen Blick. Zu finden ist die Broschüre u. a. unter frauen.ktn.gv.at (Service – Downloads).

Das Wichtigste im Gewaltschutz sind präventive Maßnahmen. Kärnten setzt dabei auch auf möglichst leicht zugängliche Hilfsangebote. Frauen-Referentin Schaar: „Es besteht aber auf Bundes-Ebene nach wie vor enormer Handlungsbedarf. Die Frauen-Referentinnen der Länder fordern schon lange einen regelmäßigen Austausch zwischen der Bundesregierung mit den Bundesländern in Form eines Gewaltschutz-Dialoges. Weiters müssen die Budgetmittel des Bundes für die Akuthilfe deutlich erhöht und ein Schwerpunkt auf präventive Arbeit gesetzt werden, denn wir sind im Rahmen der von den europäischen Ländern diesbezüglich verabschiedeten Istanbul-Konvention dazu auch verpflichtet.“ Für die Gewaltpräventionsberatung müssten die verpflichtenden Stunden (derzeit sind es sechs) ihr zufolge aufgestockt werden, um nachhaltige Effekte erzielen zu können. „Ein wirksames präventives Mittel für mehr Opferschutz wäre auch, wenn betroffene Frauen ein Recht auf Hochrisikofall-Konferenzen hätten, in denen sich Polizei und Gewaltschutz-Organisationen zu konkreten Fällen austauschen, um rasch handeln zu können“, fordert Schaar.

„Von Gewalt Betroffene sind nicht alleine, es gibt Hilfe! Nutzen Sie die Angebote, wenn Sie Gewalt erleben oder beobachten, denn Gewalt ist nie eine Lösung“, appellieren Prettner, Schaar und Bacher unisono.

Info:
• 24-Stunden-Beratungshotline für Frauen* und Mädchen*: 0660/244 24 01
• Gewaltschutzzentrum Kärnten: 0463/590 290 oder info@gsz-ktn.at
• Weitere Informationen, Termine der Themen-Filmabende und neue Online-Broschüre „Hilfe und Unterstützung für Frauen, Familien und Jugendliche“ (zu Gewaltschutz und Gewaltprävention): frauen.ktn.gv.at
• Im Rahmen der „16 Tage gegen Gewalt“ leuchtet auch das Amt der Kärntner Landesregierung am Arnulfplatz zwischen 25. November und 10. Dezember im Rahmen der „Orange The World“-Kampagne von UN Women wieder in Orange, um ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.
• Das Referat für Frauen und Gleichbehandlung des Landes Kärnten lädt im Rahmen der Aktionstage zu drei Filmabenden per Online-Stream, organisiert vom Filmstudio Villach, um das Thema auf die Leinwand zu bringen (Termine und Infos zu den Filmen: frauen.ktn.gv.at/veranstaltungen/details?eid=51).


Rückfragehinweis: Büros LHStv.in Prettner/LR.in Schaar
Redaktion: Pichler/Böhm
Fotohinweis: Gernot Gleiss


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