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Umweltbericht der Kärntner Bergwacht




Grundsätzliches


Ziel der Kärntner Bergwacht ist es, die Natur als Lebensgrundlage des Menschen zu schützen, ihre Vielfalt, Eigenart, Schönheit und den Artenreichtum der heimischen Flora und Fauna zu erhalten, der Zersiedelung der Landschaft entgegenzuwirken und sowohl in der freien Natur, als auch im unmittelbaren Lebensbereich der Bevölkerung störende Eingriffe und Verunstaltungen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu verhindern.


Im Kärntner Bergwachtgesetz ist die Verpflichtung des Bergwächters festgelegt, Übertretun-gen der einschlägigen Rechtsvorschriften den zuständigen Bezirksverwaltungsbehörden anzuzeigen, die dann Verwaltungsstrafverfahren und wenn es notwendig ist, Beseitigungs- bzw. Wiederherstellungsverfahren einleiten. Die Kärntner Bergwacht wirkt somit beim Voll¬zug des Kärntner Naturschutzgesetzes, des Kärntner Nationalpark- und Biosphärenparkge¬setzes, des Kärntner Ortsbildpflegegesetzes, der Kärntner Bauordnung und des Gesetzes über die Wegfreiheit im Berglande sowie des Waffengesetzes mit.


Sie ist eine Organisation, die vom Land Kärnten mit Landesgesetz in der Rechtsform einer Körperschaft öffentlichen Rechts als Aufsichtswachkörper im Natur- und Umweltschutz im Jahr 1973 gegründet wurde.


Ca. 400 ehrenamtliche BergwächterInnen versehen in 38 Einsatzstellen, die wiederum in acht Bezirksstellen und der Landesleitung gegliedert sind, ihren Aufsichtsdienst.



Ausbildung


Die Aspiranten werden einem Eignungstest unterzogen. Dieser besteht aus einem Persönlichkeits-Strukturtest und einem Intelligenztest. Nicht erwünscht sind Personen, mit z. B. er-höhtem Aggressionspotential oder erhöhter Nervosität, sogenannte „Möchte-Gern-Rambos“, die meinen, in Uniform von oben herab amtshandeln zu können.

Da die Aufsichtsorgane der Kärntner Bergwacht mit besonderen Befugnissen ausgestattet sind, wird Wert darauf gelegt, dass die Personen, die in den Bergwachtdienst eintreten wollen, auch die entsprechenden persönlichen und charakterlichen Voraussetzungen aufweisen. Daher ist das Ausbildungssystem der Kärntner Bergwacht im Bundesländervergleich ein sehr aufwändiges. Im praktischen Vollzugsdienst hat sich sehr bewährt, dass nur besonders geeignete Personen in die Dienste der Kärntner Bergwacht aufgenommen werden.


Nach der Überprüfung der Eignungsvoraussetzungen und des Aufnahmetestes erfolgt im ersten Jahr eine Grundausbildung, die zumeist in einem der Bezirke abgehalten wird. Nach einem Intensiv-Seminar wird eine schriftliche und mündliche Prüfung abgelegt.

Die Ausbildung erfolgt durch eigene Ausbilder der Kärntner Bergwacht sowie durch externe Ausbilder, die hauptberuflich im Bereich der Naturschutzlegistik und des Exekutivdienstes tätig sind. Durch die langjährige hervorragende Zusammenarbeit mit dem Amt der Kärntner Landesregierung sowie der Landespolizeidirektion Kärnten konnte bei der Ausbildung ein besonders hohes Niveau erreicht werden.


Arbeitsschwerpunkte


Eine der Hauptaufgaben der Kärntner Bergwacht ist, die Bescheide der Bezirksverwaltungsbehörden, die verpflichtend der Kärntner Bergwacht zu übermitteln sind, zu überprüfen und darauf zu achten, ob die Auflagen bzw. Fristen eingehalten werden.


Ziel ist, den Bewilligungswerber darauf hinzuweisen, dass entsprechende Anträge zu stellen sind, wenn die Fristen abgelaufen sind oder ihn zur richtigen auflagengemäßen Ausführung des Vorhabens anzuhalten.


Sollten Missstände, wie Unratab-lagerungen, Anschüttungen, die Zerstörung von Feuchtgebieten, nicht korrekt angebrachte Plakatierungen, aufgestellte Werbungen, etc. entdeckt werden, werden die Bezirksverwaltungsbehörden oder die Gemeinden über diese Missstände informiert, die dann die zur Beseitigung oder Legalisierung notwendigen Verfahrensschritte einleiten.



In den letzten Jahren wurde dem Schutz heimischer Pilze besonderes Augenmerk gewidmet. Mit Hilfe der Corpo Forestale della Stato, den italienischen Naturschutzwacheorganen, ist es gelungen, eine umfassende Aufklärung der italienischen Bevölkerung durchzuführen, die Kärnten als eines der Hauptsammelgebiete auserkoren haben. Ca. 100.000 Aufklärungsfolder wurden in den Bereichen Friaul und Veneto verteilt. Diese Arbeit hat insofern gefruchtet, da in den letzten Jahren ein positiver Trend zur Beachtung der heimischen Pilzschutzvorschriften festgestellt wurde. Pilzkontrollen werden jedoch weiterhin durchgeführt.


Ein weiteres Anliegen ist der Kärntner Bergwacht auch der Schutz der heimischen Tiere und Pflanzen. Heimische Giftschlangen sind begehrte Sammelobjekte für Tierliebhaber mit verschiedenen Absichten. Auch hier werden strenge Kontrollen durchgeführt, um diese Arten zu erhalten.


In den letzten Jahren hat die kleine Vermüllung „Littering“ in der freien Landschaft und im Ortsgebiet enorm zugenommen. Leergebinde, Zigarettenstummel, Plastiksackerln, Papier-sackerln, Flaschen, Aludosen, usw. werden achtlos im Ortsgebiet oder in der freien Land-schaft entsorgt. Der öffentlichen Hand entstehen durch die Beseitigung dieser Ablagerungen immense Kosten.

Da diese Müllablagerungen besonders bei Großveranstaltungen, wie z. B. der „european bike week“ oder dem „Wörthersee-GTI-Treffen“ in der Gemeinde Maria Wörth, anfallen, sind die Aufsichtsorgane der Kärntner Bergwacht auch hier präsent und müssen oftmals durch Aufklärungsarbeit oder bei Uneinsichtigkeit durch das Einleiten von Verwaltungsstrafverfahren diesem Missstand Einhalt gebieten.


In den letzten Jahren musste die Kärntner Bergwacht auch verstärkt bei verbotswidrigen Zelten in der freien Landschaft durch Hobbyfischer einschreiten. Damit verbunden waren auch massive Unratablagerungen durch den Aufenthalt im Freien. Auch hier geht die Kärntner Bergwacht mit strengem Augenmaß gegen diese Umwelt- und Naturverschmutzung vor.


Die Kärntner Bergwacht richtet den Appell an die Bevölkerung, dass der Naturschutz nicht beim Klimawandel oder der Luftverschmutzung im größeren Ausmaß, sondern vor der Haustüre anfängt. Kleinunrat gehört in den Mistkübel und nicht in die Natur oder auf die Straße!


Verstärkt arbeitet die Kärntner Bergwacht auch mit anderen Organisationen, wie dem Kärnt-ner Jagdaufseherverband, der Landespolizeidirektion, den Kärntner Schulen, insbesondere auch mit dem Umweltlandesrat, zusammen.


Im Jahr 2016 wurde in Gemeinschaftsarbeit mit dem Landesrat Rolf Holub und dem Landesschulrat für Kärnten an den Pflichtschulen das Projekt „Antilittering“ umgesetzt. Die Pflichtschüler sollen in kinder- und jugendgerechter Weise dahingehend für das Umweltbewusstsein sensibilisiert werden, dass die ordnungsgemäße Entsorgung zur Selbstverständlichkeit wird. Dieses Projekt hat großen Anklang, auch grenzüberschreitend, gefunden.


Die grenzüberschreitende Aufklärungsarbeit ist der Kärntner Bergwacht ein besonderes Anliegen. Insbesondere werden gemeinsame Aktionen mit der Corpo Forestale della Stato sowie der Salzburger und der Steiermärkischen Berg- und Naturwacht durchgeführt.


Zusammenfassend wird festgehalten, dass die Kärntner Bergwacht als Körperschaft öffentlichen Rechts und Aufsichtswachkörper des Landes Kärnten sehr bemüht ist, durch rege Tätigkeit die Bevölkerung aufzuklären und Missstände zur Anzeige zu bringen, sodass diese beseitigt werden können.

In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass lediglich 2 % der gesamten Amtshandlun-gen (ca. 10.000 – 12.000 pro Jahr) strafeinleitend sind. Alle anderen dienen der Aufklärung der Bevölkerung.


Die Kärntner Bergwacht sieht sich als serviceorientierte Einrichtung, die kostengünstig auf Kärntens Natur achtet. Auch den nachfolgenden Generationen soll eine noch erhaltene Natur als Kraftquelle dienen.