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Invasive Tier- und Pflanzenarten / Neobiota / IAS



Als Neobiota werden gebietsfremde Arten (Pflanzen, Pilze, Tiere und Mikroorganismen) bezeichnet, die durch den Menschen in Regionen gelangen, die sie aus eigener Kraft nicht erreichen könnten.

Gemeinsam gegen Aliens

Invasive Alien Species – Warum Maßnahmen gegen gebietsfremde Arten wichtig sind

Die globale Ausbreitung von invasiven gebietsfremden Arten zählt heute zu den bedeutendsten Gefährdungsfaktoren für die Biodiversität. Im Weiteren sind auch die damit verbundenen Ökosystemleistungen, die Wirtschaft und die Gesundheit negativ betroffen. Die EU-Verordnung 1143/2014 thematisiert die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten und soll dazu beitragen, negative Auswirkungen in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu verhindern und zu reduzieren.


Was sind IAS?

Unter „Invasive Alien Species“ (IAS) werden gebietsfremde Arten (Pflanzen, Pilze, Tiere und Mikroorganismen) zusammengefasst, deren Ausbreitung vom Menschen aktiv oder passiv verursachte wurde, die im neuen Gebiet stabile (etablierte) Populationen bilden und die durch ihre Ausbreitung heimische Arten negativ beeinflussen.


Warum gegen IAS vorgehen?

Durch IAS verursachte Beeinträchtigungen sind unter anderem die Verdrängung heimischer Arten, die Übertragung von Krankheiten und negative Veränderung von Lebensaumfunktionen. Neben diesen nachteiligen Auswirkungen auf die Biodiversität und die damit verbundenen Ökosystemleistungen werden jährlich, einer EU Studie zufolge, ökonomische Schäden (durch Ertragsverluste, Bekämpfungskosten in der Land- und Forstwirtschaft, Infrastrukturschäden, medizinische Behandlungskosten u.a.) in der Höhe von mindestens 12 Milliarden Euro verursacht.


Prävention, d.h. die Verhinderung der Einschleppung gebietsfremder Arten ist die kostengünstigste Strategie. Einmal eingeschleppte und etablierte invasive Arten sind hingegen nur mit großen Kosten zurückzudrängen. Ihre weitere Ausbreitung zu unterbinden ist sehr schwierig und aufwändig.


EU-Verordnung 1143/2014 – Pfade und Management

Seit 1. Jänner 2015 ist die EU-Verordnung 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Prävention und das Management der Einführung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in Kraft. Oberstes Ziel der Verordnung ist es, die Biodiversität und ihre Leistungen sowie die Funktionen der Ökosysteme zu erhalten. Die Verordnung enthält Bestimmungen für die Prävention, Minimierung und Abschwächung nachteiliger Auswirkungen der vorsätzlichen und nicht vorsätzlichen Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in der Europäischen Union und ist in den Mitgliedsstaaten der EU direkt anwendbar.


Dabei liegt der Hauptschwerpunkt darauf:

1. die Einbringung invasiver gebietsfremder Arten in die EU bzw. in die einzelnen Mitgliedsstaaten zu verhindern.

2. die Ausbreitung bereits etablierter Arten durch gezieltes Management zu kontrollieren bzw. nach Möglichkeit einzudämmen.


Um diese Ziele zu erreichen werden die Mitgliedsstaaten verpflichtet, die bedeutendsten (prioritären) Pfade der Einbringung und Ausbreitung zu identifizieren und gezielte Aktionspläne auszuarbeiten und umzusetzen. Diese Aktionspläne enthalten eine Beschreibung der zu treffenden Maßnahmen (z. B. Öffentlichkeitsarbeit, Minimierung von Verunreinigungen) und Zeitpläne für die Umsetzung. Für im Gebiet bereits weit verbreitete Arten sollen Managementmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, um die negativen Auswirkungen von bereits etablierten IAS im Hoheitsgebiet zu minimieren. Mit Hilfe eines einzurichtenden Überwachungssystems soll das Vorkommen etablierter invasiver Arten beobachtet und gleichzeitig das Auftreten neuer Arten frühestmöglich erkannt werden.


Die Umsetzung der Verordnung wird von einem wissenschaftlichen Forum und dem Verwaltungsausschuss unterstützt, in dem alle Mitgliedsstaaten vertreten sind.


Die Unionsliste

Zentrales Element der EU-Verordnung ist eine dynamische Liste invasiver Arten von unionsweiter Bedeutung (= Unionsliste). Hier sind jene Arten enthalten, für die Maßnahmen zur Prävention, zu Früherkennung und Sofortmaßnahmen bzw. zum Management umzusetzen sind. Alle gelisteten Arten erfüllen definierte Kriterien (gemäß Artikel 4 der Verordnung) und es liegt eine entsprechende Risikobewertung (gemäß Artikel 5 der Verordnung) vor. Derzeit sind insgesamt 30 invasive Tierarten und 36 invasive Pflanzenarten gelistet (Stand: August 2019), von denen 25 Arten (10 Pflanzen, 15 Tiere) in Österreich vorkommen.


Die Unionsliste wird in unterschiedlichen Intervallen überarbeitet. Die Europäische Kommission sowie alle Mitgliedsstaaten haben die Möglichkeit Arten für eine Listung vorzuschlagen. Arten müssen alle Kriterien (gemäß Art. 4 und 5) der EU-Verordnung erfüllen, insbesondere müssen sie eine Gefährdung für die Biodiversität darstellen.


Die Unionsliste schafft eine wichtige Grundlage für gezieltes und schnelles Handeln. Wesentlich dabei sind unter anderem Besitz- und Vermarktungsverbote für die Arten der Unionsliste sowie schnelle Maßnahmen in der frühen Phase der Invasion. Für bereits weit verbreitete Arten müssen geeignete Managementmaßnahmen identifiziert und umgesetzt werden. Generell müssen alle notwendigen Schritte unternommen werden, um eine vorsätzliche oder grob fahrlässige Einbringung oder Ausbreitung der Arten der Unionsliste zu verhindern.


Beschränkungen

Für die Arten der Unionsliste gelten folgende Bestimmungen (Art. 7), um ein gezieltes bzw. absichtliches Verbreiten zu verhindern:

  • keine vorsätzliche Einfuhr (bzw. Durchfuhr) durch Gebiete der Europäischen Union
  • Keine Beförderung in die/aus der oder innerhalb der Europäischen Union
  • Haltungsverbot (Ausgenommen sind Individuen die vor der Nennung auf der Unionsliste im Besitz waren, bis zu ihrem natürlichen Ableben. Vorausgesetzt sie werden so gehalten, dass ein Entkommen und eine weitere Fortpflanzung nicht möglich ist)
  • Keine Weitergabe, Verwendung oder Tauschhandel innerhalb der Europäischen Union
  • Zuchtverbot (Fortpflanzung, Aufzucht oder Veredelung sind zu unterbinden)
  • Keine Freisetzung in die Umwelt in der Europäischen Union

In geprüften Ausnahmefällen, gebunden an bestimmte Voraussetzungen und Zulassungsverfahren, kann von diesen generellen Verboten Abstand genommen werden, vorausgesetzt es besteht ein hohes öffentliches Interesse.


Work-in-Progress – Umsetzung und Ausblick

Die Unionsliste wird voraussichtlich in den kommenden Jahren erweitert werden. Das bedeutet, dass es sich um einen laufenden Umsetzungsprozess handelt, der regelmäßig anzupassen ist. Die österreichischen Bundesländer haben im Zuge der Umsetzung der EU-Verordnung 1143/2014 die prioritären Pfade der 1. und 2. Unionsliste identifiziert und einen Aktionsplan sowie einen Katalog möglicher Managementmaßnahmen erarbeitet. Um eine erfolgreiche Umsetzung zu gewährleisten ist der Informations- und Erfahrungsaustausch über Erfolg und Misserfolg von durchgeführten Maßnahmen wesentlich. Dies gilt auch für Maßnahmen die in anderen Mitgliedsstaaten, insbesondere in den Nachbarländern, durchgeführt werden.


Eine Forcierung der Prävention durch Erhöhung des Problembewusstseins bei beteiligten Sektoren und der Bevölkerung zählt zu den wichtigsten Strategien im Umgang mit gebietsfremden Arten. Oftmals wird der Umfang negativer Auswirkungen von IAS auf natürliche und naturnahe Ökosysteme unterschätzt. Zielgerichtete Informationskampagnen sollen hier Abhilfe schaffen.


Und es besteht generell hoher Forschungsbedarf im Zusammenhang mit gebietsfremden Arten, um die ökologischen, ökonomischen und gesundheitlichen Auswirkungen besser abschätzen zu können.


Strategien zu IAS

Die Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+ fordert in Ziel 8 dazu auf „negative Auswirkungen invasiver gebietsfremder Arten zu reduzieren“. Die EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 „Mehr Raum für die Natur in unserem Leben“ setzt sich zum Ziel die Umsetzung der EU-Verordnung und anderer einschlägiger Rechtsvorschriften und internationaler Übereinkünfte zu gebietsfremden Arten voranzutreiben. Dies sollte darauf abzielen, die Einschleppung und Ansiedlung gebietsfremder Arten in der EU zu minimieren und nach Möglichkeit ganz zu verhindern. Ziel ist es, den Umgang mit etablierten invasiven gebietsfremden Arten zu regeln und die Zahl der von ihnen gefährdeten und auf der Roten Liste stehenden Arten um 50 % zu verringern.


Unter www.neobiota-austria.at finden sie alle gelisteten Arten samt umfassender Beschreibung über Herkunft, Auswirkungen etc. und Bekämpfungsmaßnahme-Vorschlägen




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