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Technisches Kraftfahrwesen - Bummelzüge




Allgemeines:


Bummelzüge sind Fahrzeugkombinationen mit einer größeren Zahl von Anhängern, die zum Personentransport verwendet werden. Es sind grundsätzlich zwei Kategorien on Bummelzügen zu unterscheiden. Solche mit Zugmaschinen mit einer Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 10 km/h und solche mit Zugmaschinen mit einer Bauartgeschwindigkeit von mehr als 10 km/h. Für letztere ist eine Bewilligung nach § 106 Abs. 8a KFG 1967 notwendig.

Bei Bewilligungen gemäß § 106 Abs. 8a KFG 1967 ist Folgendes zu beachten:


1. Lenker:

- Der Lenker muss im Besitz der Lenkberechtigung der Klassen B, B+E und F sein. Für den Lenker ist als Bedingung ein Alkohollimit von 0,1 Promille vorzuschreiben.


3. Bummelzug:

- Die Länge des gesamten Bummelzuges darf 18,75 m nicht übersteigen. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf Kombinationen die höchstens zwei Anhänger aufweisen.

- Es ist im Bescheid auch eine wiederkehrende Begutachtung des „Bummelzuges“ vorzuschreiben. Unter Vorlage des Bewilligungsbescheides gemäß §106 Abs. 8a KFG 1967 ist diese Begutachtung jährlich vorzunehmen und auf dem Bescheid zu vermerken bzw. das Begutachtungsformblatt dem Bescheid anzuschließen. Dieses Gutachten über die wiederkehrende Begutachtung ist bei Bescheidverlängerung vorzulegen. Entweder ein Gutachten nach § 56 KFG oder als Alternative § 57a KFG, wobei dann auf jeden Fall die Bremsenprüfung mit einem schreibenden Bremsverzögerungsmessgerät oder am Prüfstand nachzuweisen ist.

- Bei Erstprüfung der Kombination ist eine Bremsenprüfung bei voller Belastung am Prüfstand oder mit schreibendem Bremsmessgerät durchzuführen. Eine nachvollziehbare Bremsenberechnung ist beizulegen.

- Eine geschulte Begleitperson ist grundsätzlich nicht erforderlich, jedoch muss pro Anhänger eine Begleitperson, die das 16. Lebensjahr vollendet hat, mitfahren, wenn ausschließlich Kinder befördert werden.

- Es muss eine Verständigungsmöglichkeit mittels einer Notsignaleinrichtung zum Lenker des Zugfahrzeuges von jedem Anhänger aus gegeben sein.

- Es muss für Zugfahrzeug und jeden Anhänger jeweils ein Unterlegkeil mitgeführt werden.


4. Zugfahrzeug:

- Das Zugfahrzeug muss eine Zugmaschine sein, die Bauartgeschwindigkeit darf auch mehr als 25 km/h betragen. Es ist jedoch keine Geschwindigkeit über 25 km/h zu bewilligen.

- Zugfahrzeuge müssen abhängig von der ins Auge gefassten Strecke grundsätzlich nicht allradbetrieben sein, ausgenommen auf unbefestigten Straßen. Jedoch müssen alle Räder gebremst sein.

- Das Zugfahrzeug muss mit geeigneten Rückblickspiegeln ausgerüstet sein.


5. Anhänger:

- Die Anhänger müssen Sitzplätze für jede beförderte Person aufweisen. Stehplätze sind nicht zu bewilligen. Die Sitze müssen fest mit dem Anhängewagen verbunden sein. Die Brüstungshöhe der Seitenwände muss mindestens 40 cm über der Sitzhöhe verlaufen. Der Einstieg ist mindestens mit Ketten zu sichern.

- Die Fahrzeuge dürfen innen und außen keine spitzen oder scharfen Teile und Kanten oder vorstehende Teile aufweisen, wodurch Personen verletzt werden könnten. Scharfe Kanten sowie unverkleidete Metallteile sind mit weichem Material zu verkleiden.


6. Bremsanlage:

- Wird nur ein Anhänger verwendet, so reicht eine Auflaufbremsanlage, sofern keine Streckenabschnitte mit größerem Gefälle oder Spitzkehren befahren werden. Bei Auflaufbremse sind die Bestimmungen des § 61 Abs. 1 KDV 1967 einzuhalten, wobei geländegängig sinngemäß auf Zugmaschinen mit Allradantrieb anzuwenden ist.

- Bei Zwei-Anhänger-Betrieb ist eine durchgehende Zwei-Leiterbremsanlage (Druckluft) oder eine technisch gleichwertige Bremsanlage erforderlich. Es muss eine lastabhängige Bremskraftregelung möglich sein. Gewichtsrelation: Bei Druckluftbremse müssen keine Gewichtsrelationen vorgegeben werden. Für ie Anhänger ist eine Allradbremse vorzusehen.

- Wird nur ein Anhänger verwendet, so kann dieser auch ein Einachsanhänger (auch Tandemachse) sein. Bei zwei Anhängern müssen beide jedoch Anhängewagen sein.


7. Verbindungseinrichtung:

- Es muss sich um typengenehmigte Anhängevorrichtungen mit entsprechenden Gewichtsverhältnissen für diese Anhänger handeln. Die Anhängevorrichtung muss kein EG-Prüfzeichen aufweisen, sofern sie bereits mit dem Zugfahrzeug mitgenehmigt worden ist. Weiters müssen die Verbindungseinrichtungen Abreißsicherungen aufweisen.


8. Beleuchtung:

- Es müssen die Beleuchtungsvorschriften gemäß KFG und KDV erfüllt werden. Zusätzlich sind jedenfalls Seitenmarkierungsleuchten für den Anhänger Erforderlich, wenn die Kombination länger als 6 m ist. Kombinationen, die nicht länger als 6 m sind, müssen jedenfalls seitliche gelbe Rückstrahler am Anhänger aufweisen. Bei Betrieb auf öffentlichen Straßen und bei Dunkelheit oder schlechter Sicht sind jedenfalls auch Bremslicht und Fahrtrichtungsanzeiger sowie eine Ausfallsanzeige für Schlusslicht und Fahrtrichtungsanzeiger im Zugfahrzeug.

- Es ist geeignetes Verbandsmaterial für jeden Anhänger vorzuschreiben (ÖNORM für PKW Verbandskassetten).

- Auf jedem Anhänger muss eine windsichere Handlampe mitgeführt werden (bei Dunkelheit)

- Am letzten Anhänger muss eine von hinten sichtbare Tafel mit der Aufschrift 25 km/h geführt werden.


9. Strecke:

- Die beabsichtigte Strecke ist vom Antragsteller möglichst genau zu beschreiben. Der Bescheid erstreckt sich auf diese beantragte Strecke. Sind darunter auch unbefestigte Straßen, Straßen mit größeren Steigungen oder sollen die Fahrten auch im Winter durchgeführt werden, so ist jedenfalls ein Zugfahrzeug mit Allradantrieb vorzuschreiben.

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