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Technisches Kraftfahrwesen - Tieferlegungen




Tieferlegung:


Jede Änderung am Fahrwerk (ausg. Austausch Serienteile) ist genehmigungspflichtig. Tiefer-/Höherlegung sind nur gemäß Erlass BMVIT-179.401/0003-IV/ST4/2015 sowie BMVIT-179.401/0005-IV/ST1/2015 zulässig.


1.) Für die Fahrwerksänderung sind entsprechende Nachweise erforderlich:


- Fahrzeugdokument im Original

- Fahrwerksgutachten unter Bezugnahme auf ggst. Fahrzeugtype (Gutachten gem. VDTÜV 751/2008 oder spätere Fassung) eines gegenüber der Europäischen Kommission genannten technischen Dienstes bzw. eines Ziviltechnikers oder eines Ingenieurbüros.

- Achsvermessungsprotokoll

- Der Einbau solcher Fahrwerke ist sach-und fachgerecht durchzuführen. Ein Nachweis einer Fachwerkstätte kann vom Sachverständigen verlangt werden.

- Weitere erforderliche Unterlagen können im Zuge der Prüfung des Fahrzeuges vom Sachverständigen festgelegt werden.


Bei Umbauten, welche nicht nur das Fahrwerk, sondern auch die Rad-Reifen Kombination (z.B. andere als die serienmäßige Rad/Reifenkombination) betreffen, sind ergänzende „Kombinations“gutachten Rad/Reifen und Fahrwerk nach den Prüfvorgaben VDTÜV 751/2008 vorzulegen.


2.) Folgende Punkte sind besonders zu beachten:


- Prüfungsgrundlage wenn kein Nachweis nach VDTÜV 751/2008 vorliegt: Die minimale Bodenfreiheit von 110 mm (Fahrzeug besetzt mit Lenker) darf nicht unterschritten werden. Das Fahrzeug muss eine Schwelle 800 mm breit, 110 mm hoch, berührungslos mittig überfahren können. Die Berührung von Karosserieanbauteilen, welche aus elastischen Werkstoffen bestehen (z.B. Spoilerlippen), kann dabei unberücksichtigt bleiben. Für diese gilt jedoch generell eine minimale Bodenfreiheit von 80 mm.

- Prüfungsgrundlage gemäß VDTÜV-Merkblatt 751 Anhang II, gültig ab 08/2008: Als Richtwert für eine ausreichende Bodenfreiheit unter starren Teilen der Bodengruppe gelten 95mm (Fahrzeug besetzt mit Lenker).

- Die Mindestbodenfreiheit gilt auch für Fahrzeuge, die in einem anderen Staat geändert wurden. Ausgenommen davon sind lediglich Fahrzeuge, die bereits im Rahmen ihrer EU-Betriebserlaubnis mit einer geringeren Bodenfreiheit genehmigt wurden.

- Die Federn müssen entsprechend gekennzeichnet sein. Diese Kennzeichnung muss lesbar bleiben (kein nachträgliches Lackieren zulässig).

- Auf die Einhaltung der Auflagen und Bedingungen (z.B.: Scheinwerfereinstellungen, ALB-Justierung) in den Gutachten ist zu achten.

- Die gesetzlichen Bestimmungen zum Anbau der Beleuchtungseinrichtungen sind weiterhin einzuhalten. (z.B. Mindesthöhe des Abblendlichtes von 500mm, Höhe der Blinker, usw...)

- Es ist eine Freigängigkeit unter Verwendung der genehmigten Rad/Reifenkombination in allen Belastungs- und Betriebszuständen gegenüber Fahrwerksteilen bzw. gegenüber Karosserieteilen zu gewährleisten. Daraus ergibt sich, dass die genannten Freigängigkeiten auch im ungünstigsten Betriebszustand eingehalten werden müssen. Dieser wird in der Regel dann eintreten, wenn das bis zu seinem technischen Höchstgewicht ausgelastete Fahrzeug dynamischen Belastungen im Fahrbetrieb ausgesetzt ist. Eine rein statische Prüfung ist deshalb nicht ausreichend.


3.) "Luftfahrwerk": Auch Luftfahrwerke sind vom VdTÜV Merkblatt 751 aus 2008 umfasst. Auch für Luftfahrwerke gelten die unter 1.) und 2.) genannten Punkte. Bei abgestelltem Fahrzeug müssen weder die Kontrollmaße, noch muss die Mindestbodenfreiheit im Fahrbetrieb eingehalten werden. Es ist aber nicht zulässig, abgeleitet aus dem Notbetrieb, im Fahrbetrieb die eingetragene Mindestbodenfreiheit bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h zu unterschreiten.) Die Einfederwege/Druckanschläge müssen bzw. sind so auszulegen, dass das Fahrzeug bei völliger Entlüftung des Federsystems noch lenkbar und mit 50 km/h fahrbar ist, ohne dass z.B die Räder im Radhaus schleifen. Zusätzlich hat sich im Sichtbereich des Lenkers eine Druckanzeige zu befinden, außerdem ist eine Warneinrichtung für Druckabfall (optisch oder akustisch) erforderlich. Eine automatische Regelung, die die Höhe des Fahrwerks bei jeder Betätigung der Zündung in den genehmigten Zustand bringt muss vorhanden sein.


4.) Tieferlegungen werden ausschließlich in der Landesprüfstelle in Klagenfurt und nur nach vorheriger Terminvereinbarung durchgeführt. (Terminvereinbarung unter 050536 19112). Eine Fahrzeugvorführung ist erforderlich.


5.) Kosten: Änderung nur des Fahrwerks 26€

Kombination Änderung Fahrwerk mit anderen Änderungen (z.b. andere als serienmäßige Rad/Reifenkombination) bis max. 78€


6.) Höherlegung des Fahrzeuges:

Alle Fahrzeuge müssen im Sinne des §4 KFG 1967 so gebaut und/oder ausgerüstet sein, dass sie einem Unfallgegner einen über die gesamte Breite des Fahrzeuges wirksamen Schutz gegen Unterfahren bieten. Durch eine Höherlegung ergeben sich jedoch mögliche Gefährdungen durch geänderte Krafteinleitung bei Kollisionen (geringere Kraftaufnahme), das Unterfahren durch einen Unfallpartner, Verschlechterung des Fahr- und des Lenkverhaltens (geänderter Schwerpunkt). Eine Höherlegung von Fahrzeugen um mehr als 20cm ist deshalb unzulässig (im Vergleich zum Originalzustand) und hat diese ebenfalls gem. den Vorgaben des VDTÜV 751/2008 zu erfolgen. Die Punkte 2.) und 3.) sind ebenfalls zu beachten.

Eine Genehmigung von Höherlegungen ist auch in den Außenstellen ohne entsprechender Terminvereinbarung möglich.



Liste Ziviltechniker und Ingenieurbüros für Fahrzeugtechnik in Kärnten