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Die Baltisch-Adriatische Verkehrsachse

Die schwierige geografische Lage Kärntens – umgeben und eingeengt von Karawanken, Koralm und Tauern - hat seit jeher die wirtschaftlichen Beziehungen mit den Nachbarländern erschwert.
Ohne geeignete moderne Verkehrswege hätte Kärnten einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil im Rennen um die Erreichbarkeit der im Süden und Nordosten Europas gelegenen großen Wirtschaftsräume.

Vorausblickende Planungen waren schon immer eine der Stärken unseres Bundeslandes, weshalb wir uns entschlossen haben, einen der ersten internationalen Handelswege, den so genannten „Schrägen Durchgang“ Europas in unsere Überlegungen zum zukünftigen Ausbau des Straßen- und Schienennetzes mit einzubeziehen.

Mit den Projekten Koralmbahn und Semmering Basistunnel wird eine der großen europäischen Verkehrsachsen gebildet, was auch von höchstrangigen Vertretern unserer Nachbarländer Italien, Tschechien, Polen und Slowakei anerkannt wird.

Sogar Russland hat die Diskussion um die Entwicklung des Baltisch – Adriatischen Verkehrskorridors mit großem Interesse verfolgt und ist der Diskussion beigetreten, um die Achse in Richtung Transsibirische Eisenbahn zu verlängern.
www.baltic-adriatic.eu

Die Koralmbahn
Spätestens mit der EU-Erweiterung 2004 rückte Österreich in die Mitte Europas. Ob wir in diesem neugeordneten Europa Schnittpunkt und Drehscheibe sein können, wird von der infrastrukturellen Ausstattung und hier vor allem von der Qualität der Verkehrswege abhängen. Österreichs Süden darf nicht abseits der Wirtschafts- und Finanzströme der Zukunftsmärkte zwischen Ost- und Südeuropa zu liegen kommen.

Wesentliche Fahrzeitverkürzungen begünstigen national und international betrachtet die weitere Entwicklung von Wirtschaft und Fremdenverkehr in den Regionen Kärnten und Steiermark. Der Süden Österreichs rückt von einer Randlage in eine Knotenfunktion überregionaler Wirtschaftsachsen, was für die Sicherung der Unternehmensstandorte und als Entscheidungskriterium bei der Standortwahl von Firmen und Konzerne von besonderer Bedeutung ist.

Das gewaltige Investitionsvolumen von 5,2 Milliarden Euro bringt und sichert nicht nur neue Arbeitsplätze sondern bringt einen volkswirtschaftlichen Effekt von 18,7 Milliarden Euro! Aus regionalwirtschaftlicher Sicht erwartet uns ein prognostizierter jährlicher Wirtschaftsimpuls von mehr als 200 Millionen Euro. 


Die Koralmbahn – eine europäische Chance
Am 12. Oktober 2006 haben die Verkehrs- und Infrastrukturminister der EU-Staaten Polen, Tschechien, Slowakei, Österreich und Italien einen „Letter of Intent“ beschlossen. Dessen Inhalt: In Zuge der Revision der TEN-Leitlinien (TransEropean Network) im Jahre 2009 werden sie sich dafür einsetzen, dass die Adriatic-Baltic-Achse mit ihrem Verlauf Danzig-Warschau-Wien-Semmering-Graz-Koralm-Klagenfurt-Villach-Bologna in das höchstrangige Schienennetz der EU aufgenommen werden soll.
Kärnten würde damit zum Schnittpunkt des Korridor X und der Adriatic-Baltik-Achse mit Anbindung an alle wichtigen europäischen Wirtschaftsräume.

Bedeutung für Kärnten und die Weststeiermark
National ist die neue Verbindung durch die Koralm von größter Bedeutung. Sieht man sich die Erreichbarkeit der österreichischen Gemeinden mit der Bahn an, so haben Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg klar die Nase vorn; ein Ergebnis der jahrzehntelangen einseitigen infrastrukturellen Bevorzugung dieser Bundesländer durch die Bundesregierung. Mit dem Bau der Koralmstrecke wird dieses wirtschaftliche Ungleichgewicht korrigiert.

Die Vorteile auf einen Blick:




  • Verbesserte Erreichbarkeit der Regionen Lavanttal und Weststeiermark
  • Regionaler Nutzen durch die in den Nahverkehrsprogrammen der Länder festgelegten Taktfahrpläne
  • Massive Fahrtzeitverkürzung; Graz-Klagenfurt in einer Stunde
  • Optimale Anbindung an internationale Wirtschaftszentren
  • Für Pendler und die regionale Wirtschaft Intercityhalte im Lavanttal
  • Zusätzliche Kapazitäten für den Güterverkehr
    Zusätzliche Wertschöpfung von 170 Millionen Euro/Jahr
Der Finanzierungsvertrag
Mit der zivilrechtlichen Vereinbarung vom 15. Dezember 2004 wurde die Finanzierung und Realisierung der Koralmbahn (einschließlich des Koralmtunnels) fixiert.

Im Artikel II verpflichten sich die Vertragspartner

„ …… alles in ihrem jeweiligen Einflussbereich liegenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um den bau des Koralmtunnels im Laufe des Jahres 2008 zu beginnen. . . .
……die verkehrswirksame Durchbindung der Koralmbahn im vertragsgegenständlichen Umfang bis zum Jahre 2018 sicherzustellen….“