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Gewerbe nach der Gewerbeordnung

Gewerbe dürfen nur auf Grund einer Anmeldung des betreffenden Gewerbes ausgeübt werden.


Gewerbe dürfen bei Erfüllung der allgemeinen und der bei einzelnen Gewerben vorgeschriebenen besonderen Voraussetzungen nur auf Grund einer Anmeldung des betreffenden Gewerbes ausgeübt werden.

Zuständig für die Gewerbeanmeldung ist die Bezirkshauptmannschaft oder der Magistrat des jeweiligen Standortes.

Online Verfahren über GISA:

Gewerbeanmeldung
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Gewerbeberechtigung - Feststellung der individuellen Befähigung - Antrag
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Gewerbeberechtigung - Zurücklegung
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Standortverlegung eines Gewerbes - Meldung
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Anmeldung einer weiteren Betriebsstätte (Filiale) - Anzeige
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Zurücklegung einer weiteren Betriebsstätte (Filiale) - Anzeige
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Bestellung GeschäftsführerIn - Antrag bzw. Anzeige
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Beenden einer Tätigkeit als gewerberechtliche(r) GeschäftsführerIn - Meldung
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Auszug aus dem Gewerberegister
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VVR Versicherungsvermittlerregister-Abfrage


Allgemeine Voraussetzungen:
u.a. Vollendung des 18. Lebensjahres
Nichtvorliegen von Ausschlussgründen

Besondere Voraussetzungen:
fachliche Befähigung (nur bei den reglementierten Gewerben und den Teilgewerben erforderlich).

Entstehen der Gewerbeberechtigung:
Grundsätzlich darf ein Gewerbe mit der Gewerbeanmeldung begonnen werden.
Ausnahmen gemäß § 95 GewO:Bei manchen Gewerben z.B. Baumeister- und Zimmermeistergewerbe, Elektrotechnik, Gas- und Sanitärtechnik, Reisebürogewerbe, Sicherheitsgewerbe, Waffengewerbe und Pyrotechnikunternehmen darf mit der Gewerbeausübung erst nach Rechtskraft des Bescheides begonnen werden.

Falls das Gewerbe in Form einer Gesellschaft zB. einer Ges.m.b.H., KG. oder eingetragenen Erwerbsgesellschaft ausgeübt werden soll, hat die Gesellschaft durch ihren Geschäftsführer die Anmeldung bei der Behörde zu erstatten und gleichzeitig einen gewerberechtlichen Geschäftsführer bekannt zu geben.

Kann die vorgeschriebene Prüfung bzw. Ausbildung nicht erbracht werden, so hat die Bezirksverwaltungsbehörde festzustellen, ob die Befähigung der Person, die ein Gewerbe ausüben möchte, dennoch vorliegt. Um die individuelle Befähigung feststellen zu können, muss der Bewerber der Behörde die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen, die er für die Gewerbeausübung benötigt, nachweisen können.

Prüfungen:
Anmeldungen zu den Befähigungs- bzw. Meisterprüfungen sind ausschließlich bei der Meisterprüfungsstelle der Wirtschaftskammer Kärnten einzureichen.

Gebühren und Abgaben:
Die wichtigsten Gebühren und Verwaltungsabgaben in Gewerbeangelegenheiten.
Nach dem Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG - BGBl. Nr. 106/1999) kann für die Gründung von Unternehmen eine Befreiung von Gebühren und Verwaltungsabgaben beantragt werden kann.


Liste der reglementierten Gewerbe


Alkoholausschank an JugendlicheA
Gewerbetreibenden ist es untersagt, selbst oder durch die im Betrieb beschäftigten Personen alkoholische Getränke an Jugendliche auszuschenken oder ausschenken zu lassen, abzugeben oder abgeben zu lassen, wenn Jugendlichen dieses Alters nach den Kärntner Jugendschutzbestimmungen der Genuss von Alkohol verboten ist.. Ein Zuwiderhandeln kann zur Entziehung der Gewerbeberechtigung führen
Suchtprävention


Dienstleistungsfreiheit
„Die Regelungen der österreichischen Gewerbeordnung ermöglichen Staatsangehörigen eines EU/EWR-Mitgliedstaates ihre im Heimatstaat befugt ausgeübte Tätigkeit auch in Österreich vorübergehend und gelegentlich im Rahmen des so genannten grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs in Österreich zu erbringen.

Wenn im Rahmen dieser Arbeiten keine Niederlassung in Österreich begründet wird und der Umfang der Arbeiten im Verhältnis zum ausländischen Firmensitz untergeordnet bleibt, ist die Erlangung einer eigenen österreichischen Gewerbeberechtigung nicht erforderlich.

Für in Österreich reglementierte Gewerbe (diese sind an einen Befähigungsnachweis gebunden) ist die Erlangung einer EWR-Anerkennung bzw. EWR-Gleichhaltung erforderlich.
Diese Anerkennung bzw. Gleichhaltung kann entfallen, wenn die gewerbliche Tätigkeit im Niederlassungsstaat reglementiert ist oder eine reglementierte Ausbildung vorliegt oder wenn der Dienstleister die gewerbliche Tätigkeit mindestens zwei Jahre während der letzten zehn Jahre im Heimatstaat ausgeübt hat.

EU/EWR-Dienstleistungsanzeige (§ 373a):
Zusätzlich hat der Dienstleister (im Falle eines reglementierten Gewerbes) dem Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend die erstmalige Aufnahme der Tätigkeit in Österreich vorher schriftlich anzuzeigen und diese Anzeige einmal jährlich zu erneuern.

Kontaktstelle für EU/EWR-Dienstleistungsanzeigen:
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
Abteilung I/5a
A-1011 Wien, Stubenring 1
++43 (0) 1 /711 00 - DW
++43 (0) 1 /711 00 - 12205
post.i5a@bmwfw.gv.at

Antragsformulare und weitere Informationen

Versicherungsvermittlerregister


Folgende Gewerbe sind in Österreich reglementiert:

1. Arbeitsvermittlung
2. Augenoptik (Handwerk)
3. Bäcker (Handwerk)
4. Bandagisten; Orthopädietechnik; Miederwarenerzeugung (verbundenes Handwerk)
5. Baumeister, Brunnenmeister
6. Bestattung
7. Bodenleger (Handwerk)
8. Buchbinder; Etui- und Kassettenerzeugung;
Kartonagewarenerzeugung (verbundenes Handwerk)
9. (Anm.: aufgehoben durch BGBl. I Nr. 161/2006)
10. Chemische Laboratorien
11. Dachdecker (Handwerk)
12. Damenkleidermacher; Herrenkleidermacher; Wäschewarenerzeugung (verbundenes Handwerk)
13. Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung (Handwerk)
14. Drogisten
15. Drucker und Druckformenherstellung
16. Elektrotechnik
17. Erzeugung von kosmetischen Artikeln
18. Erzeugung von pyrotechnischen Artikeln sowie Handel mit pyrotechnischen Artikeln (Pyrotechnikunternehmen)
19. Fleischer (Handwerk)
20. Berufsfotograf (Handwerk)
21. Fremdenführer
22. Friseur und Perückenmacher (Stylist) (Handwerk)
23. Fußpflege
24. Gärtner; Florist (verbundenes Handwerk)
25. Gas- und Sanitärtechnik
26. Gastgewerbe
27. Getreidemüller (Handwerk)
28. Glaser, Glasbeleger und Flachglasschleifer; Hohlglasschleifer und Hohlglasveredler; Glasbläser und Glasinstrumentenerzeugung (verbundenes Handwerk)
29. Gold- und Silberschmiede; Gold-, Silber- und Metallschläger (verbundenes Handwerk)
30. Hafner (Handwerk)
31. Heizungstechnik; Lüftungstechnik (verbundenes Handwerk)
32. Herstellung von Arzneimitteln und Giften und Großhandel mit Arzneimitteln und Giften
33. Herstellung und Aufbereitung sowie Vermietung von Medizinprodukten, soweit diese Tätigkeiten nicht unter ein anderes reglementiertes Gewerbe fallen, und Handel mit sowie Vermietung von Medizinprodukten
34. Hörgeräteakustik (Handwerk)
35. Immobilientreuhänder (Immobilienmakler, Immobilienverwalter, Bauträger)
36. Inkassoinstitute
37. Kälte- und Klimatechnik (Handwerk)
38. Keramiker; Platten- und Fliesenleger (verbundenes Handwerk)
39. Kommunikationselektronik (Handwerk)
40. Konditoren (Zuckerbäcker) einschließlich der Lebzelter und der Kanditen-, Gefrorenes- und Schokoladewarenerzeugung (Handwerk)
41. Kontaktlinsenoptik
42. Kosmetik (Schönheitspflege)
43. Karosseriebau- und Karosserielackiertechniker; Kraftfahrzeugtechnik (verbundenes Handwerk)
44. Kürschner; Säckler (Lederbekleidungserzeugung) (verbundenes Handwerk)
45. Kunststoffverarbeitung (Handwerk)
46. Lebens- und Sozialberatung
47. Maler und Anstreicher; Lackierer; Vergolder und Staffierer;
Schilderherstellung (verbundenes Handwerk)
48. Massage
49. Mechatroniker für Maschinen- und Fertigungstechnik;
Mechatroniker für Elektronik, Büro- und EDV-Systemtechnik;
Mechatroniker für Elektromaschinenbau und Automatisierung;
Mechatroniker für Medizingerätetechnik (verbundenes Handwerk)
50. Milchtechnologie (Handwerk)
51. Oberflächentechnik; Metalldesign (verbundenes Handwerk)
52. Orgelbauer; Harmonikamacher; Klaviermacher; Streich- und Saiteninstrumenteerzeuger; Holzblasinstrumenteerzeuger; Blechblasinstrumenteerzeuger (verbundenes Handwerk)
53. Orthopädieschuhmacher (Handwerk)
54. Pflasterer (Handwerk)
55. Rauchfangkehrer (Handwerk)
56. Reisebüros
57. Sattler einschließlich Fahrzeugsattler und Riemer; Ledergalanteriewarenerzeugung und Taschner (verbundenes Handwerk)
58. Schädlingsbekämpfung (Handwerk)
59. Metalltechnik für Metall- und Maschinenbau; Metalltechnik für Schmiede und Fahrzeugbau; Metalltechnik für Land- und Baumaschinen (verbundenes Handwerk)
60. Schuhmacher (Handwerk)
61. Sicherheitsfachkraft; Sicherheitstechnisches Zentrum
62. Sicherheitsgewerbe (Berufsdetektive, Bewachungsgewerbe)
63. Spediteure einschließlich der Transportagenten
64. Spengler; Kupferschmiede (verbundenes Handwerk)
65. Sprengungsunternehmen
66. Steinmetzmeister einschließlich Kunststeinerzeugung und Terrazzomacher
67. Stuckateure und Trockenausbauer (Handwerk)
68. Tapezierer und Dekorateure (Handwerk)
69. Ingenieurbüros (Beratende Ingenieure)
70. Textilreiniger (Chemischreiniger, Wäscher und Wäschebügler) (Handwerk)
71. Tischler; Modellbauer; Bootbauer; Binder; Drechsler; Bildhauer (verbundenes Handwerk)
72. Überlassung von Arbeitskräften
73. Uhrmacher (Handwerk)
74. Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation
75. Gewerbliche Vermögensberatung
76. Versicherungsvermittlung (Versicherungsagent, Versicherungsmakler und Beratung in Versicherungsangelegenheiten)
77. Wertpapiervermittler
78. Vulkaniseur
79. Wärme-, Kälte-, Schall- und Branddämmer (Handwerk)
80. Waffengewerbe (Büchsenmacher) einschließlich des Waffenhandels
81. Zahntechniker (Handwerk)
82. 82. Holzbau-Meister


Niederlassungsfreiheit

Niederlassung in einem Aufnahmestaat bedeutet, in stabiler und kontinuierlicher Weise am Wirtschaftsleben eines anderen Mitgliedstaates teilzunehmen.
Die Niederlassung ist charakterisiert durch die Errichtung von Agenturen, Zweigniederlassungen oder Tochtergesellschaften. Durch den Beitritt Österreichs zum Europäischen Wirtschaftsraum wurden auch die in EURichtlinien enthaltenen Anerkennungsregelungen übernommen. Nach diesen Regelungen sind Staatsangehörige eines Mitgliedstaates mit bestimmter Berufsausbildung oder Berufsausübung auch zur Ausübung des Berufes im Niederlassungsstaat zuzulassen, ohne den dort geforderten nationalen Befähigungsnachweis erbringen zu müssen.

EU/EWR-Anerkennung (§ 373c):

Im § 373c Gewerbeordnung 1994 wird daher die Möglichkeit einer Anerkennung der den Befähigungsnachweis ersetzenden Qualifikation für EWR Staatsangehörige (EWR-Anerkennung) ermöglicht. Nähere Regelungen betreffend die Voraussetzungen für die Erteilung der EWR-Anerkennung für bestimmte Gewerbe finden sich in der Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Anerkennung von Befähigungsnachweisen aus einem anderen Mitgliedstaat der EU oder des EWR (EU/EWR Anerkennungsverordnung). Im Rahmen der genannten Verordnung wurden die Anerkennungsrichtlinien der EG umgesetzt. Für die Erteilung einer EWR Anerkennung ist nunmehr seit 14.11.2012 der Landehauptmann zuständig.

EU/EWR-Gleichhaltung (§ 373d, e):
Bestehen keine Anerkennungsrichtlinien oder sind diese nicht durch Verordnung umgesetzt, so verpflichten die §§ 373d und 373e Gewerbeordnung 1994 die Behörden individuell zu prüfen, inwieweit ein ausländisches Zeugnis dem österreichischen Befähigungsnachweis gleichzuhalten ist (so genannte Äquivalenzprüfung im Gleichhaltungsverfahren). Für die Durchführung von Gleichhaltungsverfahren ist nunmehr seit 14.11.2012 der Landeshauptmann zuständig.


Kontaktstelle für EU/EWR-Anerkennungen und Gleichhaltungen:

Dr. Andree Feyertag MBA

Mag. Dr. Stephan Guzely