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SedInOut



Entwicklung einer standarisierten und grenzüberschreitenden Methodik zur Abschätzung der Sedimentverfügbarkeit unter Berücksichtigung des Klimawandels für den Massentransport (Muren, Rutschun

Zielsetzung:

Massenbewegungen wie Murgänge und Rutschungen beeinflussen die Stabilität des alpinen Gewässernetzes. Die aktuellen Klimaveränderungen können durch das rasche Abschmelzen der Gletscher und den Rückgang des Permafrostes zu einer erhöhten Verfügbarkeit und Produktion von Sedimenten aus den Hängen führen. Obwohl die Verfügbarkeit von Sedimenten im Einzugsgebiet ein entscheidender Faktor für die Destabilisierung des Gewässernetzes ist, sind die räumliche Verteilung der Ablagerungen und die bei intensiven meteorologischen Ereignissen mobilisierbaren Mengen derzeit unbekannt.

Tatsächlich gibt es weder einheitlich festgelegte Protokolle zur Quantifizierung der potenziellen Verfügbarkeit, Zusammensetzung und Qualität des Sediments noch empirische Modelle, die zur Abschätzung der Einträge zum Gewässernetz in Abhängigkeit von den Niederschlagsmengen validiert wurden. Diese Lücke ist vor allem auf die hohe Variabilität der verfügbaren Daten (z.B. digitale Geländemodelle, geologische und geomorphologische Kartierungen) und auf eine fehlende wissenschaftliche, technische und betriebswirtschaftliche Koordination zwischen den benachbarten Alpenregionen zurückzuführen.

Dieses Projekt zielt darauf ab, diese Lücken zu schließen, indem es eine gemeinsame Methodik entwickelt, die für ein koordiniertes und nachhaltiges Management hydrogeologischer Risiken auf regionaler und grenzüberschreitender Ebene eingesetzt werden kann.


Projektergebnisse:

Ausgehend von einer Reihe von Testgebieten wird in jedem Gebiet der Projektpartner eine standardisierte Datenerhebungs- und Analysemethode entwickelt, die künftig auf den gesamten Alpenbogen anwendbar ist. Die Daten und Ergebnisse der Analysen werden verwendet: i) für die Herstellung empirischer Zusammenhänge für die Bewertung und Schätzung der Sedimentströme von den Herkunftsgebieten zum Hauptfluss; ii) für die Ausarbeitung von Richtlinien und Handbüchern für das nachhaltige Management der Sedimente, sowohl im Hinblick auf die Risikominderung als auch auf die mögliche Wiederverwendung von Sedimenten in einem Wirtschaftskreislauf.


Nutzen für Kärnten:

Partizipation an den Ergebnissen aus unterschiedlichen Testgebieten (Italien, Salzburg, Kärnten) betreffend Methodenanwendung für Datenerhebung und Datenauswertung sowie Sedimentmanagement.

Zukünftige Anwendung der Methoden in naturgefahrensensiblen Gebieten zur Abschätzung der Sedimentverfügbarkeit und des Gefährdungspotentiales für Siedlungen und Infrastruktur.

Gefährdungsanalyse für Schuttkegel im Bereich der Großglocknerhochalpenstraße (gemeinsam mit Land Salzburg).


Projektpartner:

PP1: Autonome Provinz Bozen-Südtirol – Amt für Geologie und Baustoffprüfung(IT) Leadpartner

PP2: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 8 (AT)

PP3: Amt der Salzburger Landesregierung (AT)

PP4: Region Friuli Venezia Giulia, Region Veneto (IT)


Projektlaufzeit: 1.7.2019 – 31.3.2022


Gesamtkosten: 961.700 EUR


Kosten für Kärnten: 50.000 EUR davon 42.500 EUR vom Europäischen Fond für regionale Entwicklung


Weblink:

Derzeit https://keep.eu/projects/22459/