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Krisenpflegefamilie gesucht

Kindern in Not ein Zuhause geben

 

„Sie sind zwischen 30 und 50 Jahre alt, besitzen eine pädagogische Vorerfahrung auf Maturaniveau und haben Interesse, Kindern in Krisen kurzfristig ein zuhause zu geben? Das Land Kärnten sucht engagierte Pflegeeltern zur Krisenpflege für Kinder im Alter von 0 bis10 Jahren. Sie werden für diese qualifizierte Tätigkeit entsprechend ausgebildet und dementsprechend entlohnt. Die Anstellung erfolgt durch das SOS- Kinderdorf.“


Weiter Informationen erhalten Sie bei

Frau Mag. Andrea Hartlieb

T: 050536-14605

E: andrea.hartlieb@ktn.gv.at


Allgemeine Informationen zu Krisenpflegefamilien


Immer wieder gibt es Schwierigkeiten, einen adäquaten Platz für Säuglinge und Kleinkinder in akuten Krisensituationen zu finden.


1. Ziel


Drei weitere Krisenpflegefamilien (aktuell gibt es fünf Krisenpflegefamilien) in Kärnten regional verteilt, für eine rasche kurzfristige Unterbringung (Aufnahme und Versorgung) von Säuglingen und Klein- sowie Schulkindern (von 0 - 10 Jahren) und deren Geschwister (bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres) in psychosozialen Krisenfällen.


2. Rahmenbedingungen der Krisenpflege


2.1 Aufgabe und Zweck der Krisenpflegefamilie


Die Krisenpflegefamilie nimmt kurzfristig Säuglinge und Klein- und Schulkinder im Alter bis max. der Vollendung des 10. Lebensjahres aus einer Familie auf, die aus den unterschiedlichsten Gründen vorübergehend ihren Erziehungsauftrag nicht nachkommen kann. Die Krisenpflegefamilie bietet den Kindern ein familiäres Umfeld und hilft den Kindern dabei diese Ausnahmesituation zu bewältigen, zur Stabilisierung beizutragen und zur Ruhe zu kommen. Gerade für Säuglinge und Kleinkinder sowie für jüngere Schulkinder ist eine konstante Bezugsperson für eine positive Entwicklung notwendig. Ein häufiger Bezugswechsel, wie es in Krankenhäusern oder Wohngruppen der Fall wäre, würde für die Kinder eine zusätzliche Belastung darstellen.

Die Krisenpflegefamilie sorgt auch für die Sicherstellung externer therapeutischer und diagnostischer Behandlung der Kinder. Mit den leiblichen Eltern werden in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, Gericht und der zuständigen Psychologin des Pflegeelterndienstes Besuchsregelungen vereinbart. Im Bedarfsfall können die Besuche durch die Psychologin begleitet werden. Während der Zeit der Krisenunterbringung kann eine sorgfältige Abklärung des Familiensystems stattfinden und es können realistische und tragfähige Zukunftsperspektiven für die Kinder erarbeitet werden. Die Krisenpflegeeltern dokumentieren mit Unterstützung der Psychologin den Verlauf des Aufenthalts und erstellen auch einen Abschlussbericht. Die Krisenpflegeeltern geben aber keine fachlichen Empfehlungen/Stellungnahmen bezüglich der weiteren Unterbringung des Kindes ab.


2.2 Anzahl der Pflegeplätze pro Krisenpflegefamilie


1-3 Plätze (abhängig von der Geschwisterzahl). Es werden Geschwister aus/in einer Krisensituation als Erziehungshilfe im Rahmen der Kinder-und Jugendhilfe aufgenommen. Ob Geschwister getrennt oder gemeinsam in einer Krisenpflege betreut werden, wird im Einzelfall entschieden. Die Gesamtzahl der minderjährigen Kinder in einem Haushalt darf fünf nicht überschreiten.


2.3 Dauer der Unterbringung


Die Krisenunterbringung soll so kurz wie möglich gehalten werden und ist bis zu maximal 12 Wochen möglich. Bis dahin müssen möglichst die familiäre Situation und Zukunftsperspektiven erarbeitet sein. Die Kinder kommen entweder wieder zu den leiblichen Eltern oder werden fremd untergebracht.

Ist nach Ablauf der zwölf Wochen ab der Übernahme des Pflegekindes eine Reintegration noch nicht möglich und steht zu diesem Zeitpunkt keine andere geeignete Unterbringungsmöglichkeit zur Verfügung, darf die Unterbringung auf dem Krisenpflegeplatz maximal solange verlängert werden, bis die Reintegration in die Familie oder eine andere Unterbringung möglich ist.


2.4 Zuweisungsmodalitäten


Die Zuweisung erfolgt über das zuständige Jugendamt in Absprache mit der Abteilung 4 –Soziales und Gesellschaft, des Amtes der Kärntner Landesregierung.


2.5 Voraussetzungen für den Pflegeplatz


2.5.1 Wohnungssituation der Krisenpflegefamilie


Wohnung, idealerweise Eigenheim, mit entsprechendem Standard (Kategorie A). Wohngröße entsprechend der Richtlinien für Wohnbauförderung: Derzeit: Wohnbedarf für 7 Personen: 125m². Die Räume einschließlich Stiegenaufgänge etc. sind entsprechend kindersicher zu gestalten und müssen mit entsprechenden Absicherungen versehen sein.


Für die Krisenpflegekinder müssen mindestens 2 Schlafräume/Kinderzimmer in entsprechender Größe von a mindestens 14m² zur Verfügung stehen. Eine Trennung nach Geschlechtern muss möglich sein. Entsprechende Ausstattung einschließlich Spielmaterial ist erforderlich. Die gemeinsam benützten Wohnräume müssen der Personenanzahl entsprechend eingerichtet sein. Ein eigenes Spielzimmer ist erforderlich. Für Aktivitäten soll ein Garten vorhanden sein oder ein Spielplatz in unmittelbarer Nähe der Wohnung. Die Wohnräume müssen rauchfrei gehalten werden.


2.5.2 Alter der Krisenpflegeeltern


Mindestalter: 30, Höchstalter bei Erstaufnahme 50 Jahre


2.5.3 Anzahl der eigenen minderjährigen Kinder


Eigene Kinder sind nicht Voraussetzung, maximal 2 eigene Kinder können in der Krisenpflegefamilie leben, wobei das Mindestalter des jüngeren Kindes 10 Jahre sein muss.


2.5.4 Ausbildung der Krisenpflegeeltern


Reifeprüfung, (sozial-) pädagogische Ausbildung, erfolgreicher Abschluss des Ausbildungscurriculums, zusätzliche Praxis ist wünschenswert.


2.5.5 Nachweis der physischen und psychischen Eignung


Durch Gesundenuntersuchung aller im Haushalt lebender Erwachsenen, Stellungnahme Amtsarzt, psychologisches Eignungsgespräch mit Psychologin des Pflegeelterndienstes- siehe auch Richtlinien für die Auswahl neuer Pflegeeltern in Kärnten.


2.5.6 Unbescholtenheit


Nachweis Strafregisterauszug inklusive einer Bestätigung nach §10 Ab.1b des Strafregistergesetzes.


2.5.7 Finanzielle Situation


Volle Erwerbstätigkeit eines Elternteils. Lebenserhaltungskosten der eigenen Familie müssen gesichert sein.


2.6 Auswahl der Pflegeperson


Das Auswahlverfahren entspricht grundsätzlich dem üblichen Auswahlverfahren für Pflegeeltern in Kärnten unter besonderer Berücksichtigung spezifischer Kriterien (reflektiertes Bindungs/Beziehungsverhalten, Fähigkeit zum Krisenmanagement) für eine Krisenpflegeperson. Nach Auswahl der BewerberInnen durch die/den zuständigen DSA ist ein Teilnahme am Curriculum möglich .

Die Entscheidung für eine Anstellung erfolgt nach dem Curriculum gemeinsam durch das Amt der Kärntner Landesregierung Abteilung 4 - Soziales und Gesellschaft, dem zuständigen Kinder-und Jugendhilfeträger und dem SOS- Kinderdorf (Pflegeelterndienst).


2.7 Ausbildung zur Krisenpflegeperson


Reifeprüfung, (sozial-) pädagogische Ausbildung, Absolvierung des Ausbildungscurriculums, das Ausbildungscurriculum umfasst 83 Unterrichtsstunden über einen Zeitraum von ca. 5 Monaten mit einem Erste Hilfekurs speziell für Säuglinge und Kleinkinder


2.8 Ausbildungscurriculum


Das Ausbildungscurriculum umfasst 83 Unterrichtseinheiten an 8 Tagen (primär Wochenenden). Die Organisation und Trägerschaft erfolgt durch das SOS- Kinderdorf Pflegeelterndienst in Absprache mit dem Amt der Kärntner Landesregierung.


2.9 Anstellung/Entlohnung der Krisenpflegeperson


Anstellung 10 Wochenstunden (sozial- und pensionsversichert) - Kollektivvertrag durch das SOS- Kinderdorf Österreich. Monatlich (abhängig von den Vordienstzeiten) rund € 560,-- brutto 14x jährlich; plus Aufwandsentschädigung pro Tag € 55,-- pro Kind. Es wird pro Krisenpflegefamilie ein Pflegeelternteil angestellt, wobei aber die Intervision und Fortbildung für beide verpflichtend sind. Die Aufwandentschädigung wird vom Amt der Kärntner Landesregierung ausbezahlt.


2.10 Fachliche Begleitungen


Fachlich begleitet werden die Krisenpflegefamilien neben der zuständigen Sozialarbeiterin des Jugendamtes von einer Psychologin des Pflegeelterndienstes. Sie unterstützt neben den Aufgaben im Rahmen des Pflegeelterndienstes die Krisenpflegefamilie speziell in der Krisenbewältigung, Abklärung und Dokumentation. Insbesondere die Unterstützung in der Eltern/Herkunftsarbeit ist hierbei sehr wichtig. Fachliche Begutachtung/Diagnostik und Einholen von Stellungnahmen wird in Zusammenarbeit mit der zuständigen Sozialarbeiterin des Jugendamtes durch externe Stellen sichergestellt.