Breitband

Breitbandinfrastruktur für das Bundesland Kärnten

Im Regierungsprogramm 2018 bis 2023 für das Bundesland Kärnten ist unter dem Programmpunkt „Kärnten – der Zukunft gewachsen“ breitbandiges Internet als Basis für die Zukunftsentwicklung ein wesentlicher Schwerpunkt. Daher soll der Ausbau einer möglichst flächendeckenden Versorgung Kärntens mit hochwertiger Kommunikationstechnologie bzw. breitbandigem Internet beschleunigt werden. Die Versorgung von Bevölkerung, Unternehmen und Organisationen mit Breitband-Internet ist zu einem Schlüsselfaktor für Wirtschaft, Wettbewerb und Bildung geworden.

Um den Auf- und Ausbau von ultraschnellem Breitbandnetzen in jenen Bereichen voranzutreiben, in denen private Investoren nicht tätig werden, wurde seitens der Landesregierung beschlossen, die Breitbandinitiative Kärnten GmbH, kurz BIK, für den Breitbandausbau zu gründen. Die Gesellschaft wird in weiße NGA-Flecken in passive Infrastruktur für Zugangsnetze (ACCESS) und die zugehörigen Zubringernetze (Backhaul) investieren. Auch bietet die BIK Unterstützungsleistungen beispielsweise durch Erstberatungen für Gemeinden an. Dieses Beratungsservice ist wertvoll für alle Gemeinden in Kärnten, ist doch die Verfügbarkeit einer hochwertigen Kommunikationstechnologie ein wesentlicher Standortfaktor.

Im März 2015 wurde die „Breitbandstrategie des Landes Kärnten 2020“ in der 44. Sitzung des Kollegiums der Kärntner Landesregierung beschlossen.

Bei jeder Strategie muss nach einigen Jahren die Frage gestellt werden, ob die technologischen Prämissen, die Marktgegebenheiten sowie die politischen Ziele, auf denen sie ursprünglich aufgebaut hat, zum jetzigen Zeitpunkt und für die absehbare Zukunft noch aktuell sind. Daher wird die Breitbandstrategie des Landes Kärnten 2020 derzeit, auch in der Zusammenschau mit der in Begutachtung befindlichen Breitbandstrategie 2030 des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) [Link] überarbeitet, breit abgestimmt und dem Kollegium der Kärntner Landesregierung vorgelegt werden.

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Hochwertiger Kommunikationstechnologie führen auch dazu, dass Beschäftigungseffekt erzielt werden können, Betriebsansiedlungen forciert werden und eine Abwanderung vermieden werden kann. Dies wird unter anderem auch in der Studie des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung „Beschäftigungseffekte der Digitalisierung in den Bundesländern sowie in Stadt und Land“ von Dezember 2018 dargestellt [LINK]. In Abschnitt 5 „Beschäftigungswirkungen von Breitbandinternet auf kleinräumiger Ebene“ wird gezeigt, dass eine Verbesserung der Breitbandinfrastruktur (im Speziellen bei der Downloadgeschwindigkeit) jedenfalls positive Effekte für die Beschäftigungsentwicklung, insbesondere für bevölkerungsarme Gemeinden und für Gemeinden mit anfangs niedriger Bandbreite sowie für die Beschäftigung in wissensintensiven Dienstleistungen bringt. Breitband ermöglicht Anwendungen wie Teleworking, E–Learning und E–Health und kann die Lebensqualität der Bevölkerung deutlich verbessern.
Der Schlüsselfaktor beim Breitbandausbau ist die Bandbreite, die Nachfrageentwicklung würde den Bedarf nach Bandbreiten deutlich jenseits des 100 Mbit/s–Ziels bereits spätestens ab 2025 bestätigen. Hohe Kapazitäten werden beispielsweise für das „internet of things“ (IoT), für „smart homes“, für Industrie 4.0 oder für Anwendungen in den Bereichen der Gesundheitsvorsorge oder des Umwelt-Monitorings notwendig sein. Auch „virtual reality“ (VR) oder „artificial intelligence“ (AI) wie dies zB in Form von Sprachassistenten oder Bilderkennung im Gesundheitsbereich bereits jetzt eingesetzt und sich in Form von hochkomplexen Anwendungen in Zukunft immer weiter verbreiten wird, wird den Bedarf nach Bandbreiten steigern. Daher ist die Orientierung auf Glasfasernetze als universelle Festnetzinfrastruktur immer klarer und in mehr und mehr Ländern Realität. Breitbandausbau wird aktuell vermehrt mit Glasfaserausbau gleichgesetzt.

Synergien Glasfaserausbau und 5G

Im Zusammenhang mit dem Bedarf an Bandbreiten wird für die Zukunft auch ein weiteres Anwachsen in Richtung „Gigabit-Gesellschaft“ prognostiziert. Kennzeichen dieser Zukunftsentwicklung ist der Bedarf an leistungsfähigen vor allem auch drahtlosen Kommunikationsnetzen (Mobilfunk), die zusätzlich zu hoher Bandbreite auch den Anforderungen wie geringe Latenzzeiten, Symmetrie, Ausfallssicherheit und nahtlose Konnektivität gerecht werden müssen. Diese Netzanforderungen werden durch verschiedene Netzzugangstechniken bedient, wobei mobile Konnektivität immer wichtiger und durch den neuen 5G Standard abgedeckt sein wird. Allen Zugangstechniken in Festnetz und Mobilfunk liegt bereits heute ein umfangreicher Glasfaserausbau zugrunde. Es wird sehr genau analysiert werden müssen, wie der Glasfaserausbau im Festnetz die Realisierung von 5G begünstigen kann und welche komplementären Zusammenhänge bestehen, aus welchen Synergien und dadurch auch eventuelle Kooperationen abgeleitet werden können.

Klagenfurt, 01.04.2019/Abt. 11/Jane


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