Chronik

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Chronik des Politischen Bezirkes Feldkirchen

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ca 150 v.Chr.: Keltische Stammesgruppen schließen sich zum Königreich Norikum zusammen, dem ersten Staatsgebilde auf österreichischem Boden. Das stahlartige norische Eisen wird im ganzen Römischen Reich begehrt. Funde weisen auf eine vorillyrische Bevölkerung des Feldkirchner-Beckens hin. Auch die Existenz der sogenannten Welschen Strasse von Thörl über Villach und Feldkirchen durch das Glantal nach Friesach schon vor der Römerzeit ist heute erwiesen. Zu den ältesten Kärntner Siedlungen gehört Tiffen (heute nach Steindorf eingemeindet). Keltische Heiligtümer und Überreste keltischer Terrassensiedlungen fanden sich in der Nähe des Ossiacher Sees, der bis zur Römerzeit an den roten Felsen reichte.


40 n.Chr.: Eingliederung in das römische Imperium als Provinz Norikum. Der Bezirk Feldkirchen profitiert von seiner Verkehrslage. In den Kirchen um Feldkirchen, in St. Urban, im Schloss Lang bei Feldkirchen, auf dem Tiffner Kirchenberg und in der Kirchenruine St. Stefan ob Waiern befinden sich zahlreiche eingemauerte Römersteine oder Reste von Heiligtümern aus der Römerzeit.


um 700: Nach dem Zerfall des slawischen Samo-Reiches formiert sich ein neues Reich: Karantanien


803: Karl der Große errichtet nach der Niederschlagung das Awaren (791 bzw. 796) die karolingische Ostmark und die Mar Karantanien. Das Gebiet nördlich der Drau untersteht dem Erzbistum Salzburg. Diese Grenzlinie hält bis 1786.


888: Der ostfränkische König Arnulf von Kärnten soll eine Urkunde ausgestellt haben, in der der Name Feldkirchen erstmals als Veldchiricha erwähnt wird.


um 1000: Gründung des Stiftes Ossiach, die Gründungsurkunde fehlt.


1050 – 1065: Erste urkundliche Erwähnung von Tiffen (Steindorf).


2. Hälfte 12. Jhdt.: Steuerberg (1147), die Burg Albeck (1155), Sirnitz (1157, Pfarrkirche Hl. Nikolaus 1179), die Burg Himmelberg (1196) werden urkundlich erstmals erwähnt.


1166: Feldkirchen kommt ans Bistum Bamberg.


1213: Erste urkundliche Erwähnung der Wehrkirche von Gnesau.


1311: Feldkirchen erhält das Marktrecht.


1384: Erste urkundliche Erwähnung von Ebene Reichenau.


1448: Feldkirchen erhält ein eigenes Wappen, 5 Jahre später einen Jahrmarkt und die Blutgerichtsbarkeit.


1472: Albeck wird Sitz des Landgerichtes.


ab 1520: Kärnten wird Hochburg des Protestantismus.


1612: Ein mit diesem Datum bezeichneter Grenzstein, der sich heute an der Straße gegenüber dem Schloss Biberstein befindet, bildete die Grenzmarkierung zwischen den Herrschaften Ossiach, Prägrad und Biberstein.


17. Jhdt.: Mit dem Erliegen des Erdmetall-Bergbaues sinkt die Bedeutung der Region. Ende des 17. Jahrhunderts erlebt die Eisenförderung einen Aufschwung. Die Turrach ist ein altes Bergbaugebiet, über die Turracherhöhe führte ein Verbindungsweg von Salzburg nach Kärnten. Die Bauern im Gebiet der heutigen Gemeinde Reichenau lebten nicht schlecht vom Salzschmuggel, der über diese Route betrieben wurde.


1759: Maria Theresia kauft Feldkirchen vom Bistum Bamberg. Um die Nachteile der Verlegung des Handelsweges auszugleichen, begannen im Sinne merkantilistischer Wirtschaftspolitik Eisen und Kupferhämmer, Schmiede und Sensenerzeuger zu arbeiten, die das Wasser der Tiebel nutzten. Feldkirchen wird zum Zentrum der Eisenindustrie.


1806: Feldkirchen bekommt seinen zweiten Jahrmarkt zugebilligt. Das noch heute biedermeierliche Stadtbild um den Hauptplatz verweist auf den Wohlstand dieser Zeit. Hochkonjunktur der eisenverarbeitenden Betriebe.


2. Hälfte 19. Jhdt.: Belief sich 1851 die Jahreserzeugung der eisenverarbeitenden Betriebe zwischen Himmelberg und Feldkirchen auf 251.000 Stück - vor allem Sensen, Sicheln und Strohmesser – so erlebt der Industriezweig danach einen stetigen Niedergang. Vielen Familienbetrieben wird die Existenzgrundlage entzogen.


1868: Die Eisenbahnlinie Leoben – Feldkirchen – Villach wird in Betrieb genommen.


1930: Feldkirchen wird zur Stadt erhoben.


1946: Denkmalamt und Bundesforste bewahren das Stift Ossiach vor dem Abriss.


70er Jahre: Der Fremdenverkehr wird nicht nur um den Ossiacher See zu einer wichtigen Erwerbsquelle. Die Nockberge, Gerlitzen und Turracher Höhe locken zahlreiche Wanderer an.


1973: Eine Gebietsreform führt zur Schaffung der Großgemeinde Feldkirchen, die 86 Ortschaften umfasst. Die Stadt Feldkirchen ist heute das Schul- und Geschäftszentrum der Region.


1982: Mit 1. Jänner wird Feldkirchen ein selbständiger politischer Bezirk. Das Gebiet des heutigen politischen Bezirks Feldkirchen war schon früher ein eigener Gerichtsbezirk, gehörte aber zum politischen Bezirk Klagenfurt Land.