Chronik

Chronik des Bezirkes Hermagor

  • Um 1000 v. Chr. erste Funde einer Besiedlung im Gailtal.
  • Um 500 v. Chr. kommen die Veneter vom Süden und legen eine Straße über den Plöckenpaß an. Inschriften bei Würmlach - entdeckt 1857 von Th. Mommsen - und Gurina, eine Bergbaustadt in der Nähe von Dellach/G., zeugen davon.
  • Im 3. Jh. v. Chr. drängen die abenteuerlustigen volksstarken Kelten ins Land; sie gaben der Gail den Namen: Gailias oder Gilias, die "Überschäumende".
  • Ab 100 v. Chr. pflegen die Römer mit den Einheimischen intensive Handelsbeziehungen.
  • 15 v. Chr. ergreifen sie die Herrschaft und nennen unser Tal Regio Gillia oder nach ihren damaligen Kaiser Valle Julia. Die Straße über den Plöckenpaß wird ausgebaut, in Mauthen (Loncium) eine Zollstation errichtet.
  • Um 165 n. Chr. Einfall der Germanen, beginnend mit den Markomannen ins Römerreich. Die Kelten und Römer schützen ihre Orte, v.a. Gurina von Osten her durch eine Sperrmauer (sog. "Heidenmauer") westlich von Jenig - Rattendorf quer über das Tal (Reste sind noch zu erkennnen).
  • Es folgen die West- und Ostgoten (König Alarich und Theoderich), Rugier, Langobarden und Sachsen und der Römersöldner Odoaker.
  • Ab dem 3. Jh. n. Chr. wird unser Land christlich und von den Bischöfen aus Aquileja (Nähe Grado) bis 1751 betreut.
  • Um 590 n. Chr. siedeln sich Awaren u. Slawen in Kärnten an, zerstören fast alle befestigten Orte und christlichen Heiligtümer und geraten aber zunehmend in Konflikte mit den Bayern. Mit dem Eindringen der Slawen entsteht ein staatl. Gebilde: Karantanien. Der Name leitet sich von car = Fels oder carant = Freund, beide keltisch, ab. Bedrängt von den Awaren wenden sich die Slawen um Hilfe an die Bayern und geraten dadurch in deren Abhängigkeit.
  • 788 nach Unterwerfung des Bayernherzogs Tassilo unter Kaiser Karl dem Großen gehört unser Tal zum "Heiligen Römischen Reich deutscher Nation". Die 2. Missionierung Karantaniens beginnt (Bischof Modestus in Maria Saal), wobei die Zuständigkeitsgrenze zwischen Salzburg und Aquileja die Drau bildet. Die ersten Urpfarren entstehen: St. Daniel, Hermagor, St. Stefan/G.
  • 811 begründet Karl der Große die Ostmark zum Schutz gegen die Awaren. Das Gailtal westlich vom heutigen Hermagor gehört dazu. In der Karolingerzeit wird das Land in Grafschaften aufgeteilt.
  • 976 Kärnten wird selbstständiges Herzogtum, das erste auf österreichischem Boden.
  • 1000-1200 amtieren hier die "Grafen von Lurn"
  • ab 1333 -1460 folgen die "Görzer Grafen". Ihre Landgerichte liegen auf der "Feste Grünburg" - 13. Jahrhundert und auf Burg Freudenstein (Malenthein) - 14. Jahrhundert, weiters Pitterberg, Goldenstein und Aichelburg.
  • 1288 Hermagor erhält das Marktrecht
  • 1299 erste urkundliche Erwähnung des Lesachtales; ältester datierter Hof in Kärnten: "Marosch" in Treßdorf 1
  • 1335 übernehmen die Habsburger die Verwaltung, enteignen 1460 - Frieden von Pusarnitz - die Görzer Grafen, Hermagor kommt unter die "Grafschaft Ortenburg"
  • 1348 Dobratschabsturz - Erdbeben - Überschemmung
  • 1417 Marktrecht für Mauthen
  • 1476 - 1483 dreimaliger Türkeneinfall "Renner und Brenner" im Gailtal (Siehe Axthiebe im Kirchenportal Radnig aus 1478). es entstehen Wehrkirchen.
  • 1485 Paolo Santonino bereist als Sekretär des Bischofs von Caorle das Gailtal. Zweck der Reise war die Segnung der von den Türken entweihten Gotteshäuser. In seinen Reisetagebüchern gibt er seinen nachhaltigen Eindruck von Land und Leuten im Tal wieder.
  • 1524 verkauft Ferdinand I den Ortenburger Besitz, somit auch unser Tal an den spanischen Grafen Salamanca
  • 1525 Bauern- und Knappenaufstand, Reformation beginnt
  • 1600 bricht die Gegenreformation an: Bischof Martin Brenner von Seckau zieht mit 300 Söldnern durchs Tal, um es mit Gewalt zu bekehren, wobei ihm die Grafen von Salamanca volle Freiheit gewähren.
  • 1640 sterben die "Salamanca" aus.Ihren "Ortenburger Besitz" kauft die Kaufmannsfamilie Wiedmann um 300.000 fl.
  • 1662 taucht in Kärnten ein neues Grafengeschlecht mit Fürst Porcia aus Pordenone auf; dieser ist Minister Leopolds I und kauft mit dem größten Teil des Ortenburger - Wiedmannischen Besitzes auch das Obere Gailtal, es bleibt bis 1918 in Besitz der Grafen von Porcia.
  • 1751 geht die kirchliche Zugehörigkeit von Aquileja auf Görz über. Unter Kaiserin Maria Theresia finden die letzten Zwangsausweisungen evangelischer Bürger statt
  • 1781 gewährt Kaiser Joseph II. auch den "A - Catholiken" die Religionsfreiheit (Toleranzpatent); Aufhebung der Leibeigenschaft. 1 Jahr später entstehen die ersten evangelischen Gemeinden (Watschig, Weißbriach, Treßdorf)
  • 1793 Marktrecht für Kötschach
  • 1809 Napoleons Truppen marschieren ein, Hermagor wird unter General Ruska besetzt (bis Mitte September 1813). Es wird eine Verwaltungsgliederung in Gemeinden ("Mairien"), Kantonen und Kreisen geschaffen. Amtssprache ist Französisch
  • 18. Sep. 1813 Gefecht zwischen Österreichern und Franzosen im Raum Kreuzberg - Presseggersee, bei dem die Franzosen vernichtend geschlagen werden (siehe Honditschkreuz im Bürgermoos u. Kaiserjägerdenkmal am Hauptplatz in Hermagor)
  • 1844 Marktfreiung für Reisach unter Kaiser Ferdinand I.
  • 1849 Kärnten wird wieder Kronland mit 7 Bezirken. Siehe Geschichte der BH - Hermagor! Grundentlastung der Bauern und Aufhebung der Abgabepflicht
  • 1851 Hochwasser (große "Gieß") - Gailkreuz bei Dellach/Gail
  • 1856 Kaiser Franz Josef I. reist mit Kaiserin Elisabeth ("Sissy") durchs Tal und wird jubelnd begrüßt. Das Herrscherpaar nächtigt in Hermagor im heutigen Gasthof Frenzl, dieser trägt seither den Namen "Kaiser von Österreich"
  • 1875 Beginn der Gailregulierung
  • 1894 Eisenbahn von Arnoldstein bis Hermagor mit amtlich vorgeschriebener Mindestlänge v. 30 km eröffnet
  • 1904 Großbrand in Hermagor
  • 1909 Lawinenkatastrophe in Maria Luggau (8 Tote)
  • 28. Juli 1914 Ausbruch des Ersten Weltkrieges
  • 1915 Am 23. Mai erklärt Italien der Österr.-Ung.-Monarchie den Krieg. Die Gailtaler reagieren mit einer raschen provisorischen Grenzsicherung an der Karnischen Front
  • 15. August: Der kriegsnotwendige Bau der Eisenbahn ab Hermagor beginnt und sie ist im Dezember bis Kötschach fertiggestelllt
  • 1917 4. Juni, Kaiser Karl I. mit Gattin (Zita) besucht das Gailtal
  • 1918 Zusammenbruch der Fronten, Ende der Monarchie
  • 1919 Friedensvertrag von St. Germain; das Kanaltal kommt zu Italien, 1. Republik; Jugoslawen (SHS) dringen in Kärnten ein, Arnoldstein wird besetzt. Die Kärntner u. a. zahlreiche Gailtaler organisieren sich zum Abwehrkampf. Die SHS - Truppen werden aus Arnoldstein vertrieben. In der Schule sind noch die Einschüsse zu sehen
  • 1920 10. Oktober: Kärntner Volksabstimmung: ca. 60% votieren für Kärnten. In der Zwischenkriegszeit: Nachkriegsnot - Geldentwertung, Wirtschaftlicher Zusammenbruch, Ständestaat
  • 1930 10. Okt. Stadterhebung Hermagors
  • 1938 13. März: Einmarsch der Truppen Hitlers in Österreich und Einverleibung des Landes als Ostmark ins III. Reich
  • 1939 1. Sept. bricht der II. Weltkrieg aus
  • 1945 8. Mai: Ende des II. Weltkrieges, britische Truppen besetzen v. Plöckenpass kommend das Gailtal. Unser Land wird englische Besatzungszone bis 1955
  • 1955 15. Mai Staatsvertrag von Wien
  • 1955 26. Okt. Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität Österreichs
  • 1960 Beginn der Wintererschließung des Naßfelds
  • 1965/66 Hochwasserkatastrophen
  • 1973 1. Jän. Gemeindezusammenlegungen von 19 auf 7
  • 1975 erhebliche Lawinenschäden im Bezirk
  • 1976 Erdbeben in Friaul, auch Bezirk Hermagor ist betroffen
  • 1977 1. Jän: Bezirksgericht Kötschach wird mit Bezirksgericht Hermagor zusammengelegt
  • 1978 Fa. Eco in Kötschach errichtet, IWF größter Industriebetrieb im Bezirk
  • 1981 Partnerschaft Bezirk Hermagor mit Kreis - Minden Lübbecke, BRD
  • 1983 11. Sept: Unwetterkatastrophe
  • 1997 1. April: Kirchbach wird Marktgemeinde
  • 1998 1. April: Entfall der Grenzkontrolle zu Italien
  • 1999 Dez: Millenniumsbahn - Eröffnung
  • 2001 14. Feb. Ableben des Bezirkshauptmannes Dr. Siegfried Trattner
  • 2001 15. Juli: Bezirkshauptamnn Dr. Heinz Pansi tritt seinen Dienst an
  • 2002 Ende Nov. Unwetterkatastrophe besonders im oberen Gailtal
  • 2003 29. Aug. Hochwasserkatastrophe in Vorderberg
  • 2005: Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie
  • 2007: Nassschneefälle verursachen 70.000 Erntefestmeter Schneebruchschäden
  • 2008: 140 Jahre Bezirkshauptmannschaft
  • 2008: Sturm Paula verursacht Schäden am Gailberg und im Valentintal (ca. 45.000 Erntefestmeter Windwurfholz)
  • Winter 2008/2009: besonders schneereicher Winter (6 – 8 Meter gefallener Schnee in den Karnischen Alpen)
  • 2012: Sommergewittersturm von der Jauken über Grafendorf bis Kirchbach
  • 2013: Waldbrand auf der Windischen Höhe
  • 2014: Februar - Schneekatastrophe im Gail-, Gitsch- und Lesachtal
  • 2017: 10. August - massive Windwurfschäden im Gail- und Gitschtal (ca. 300.000 Erntefestmeter Windwurfholz)


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